25. März 2017

Monatsrückblick...

...für einen spannungsreichen Monat.

Der zeigte, dass Glück und Unglück
schnell aufeinander folgen können!


Was [emp]fand ich im März?


Es wird wieder Zeit für den üblichen Blick über die Schulter,

zeitlich nach hinten, dem Monatsrückblick bei Birgitt.

Verschiedenes steht ohnehin in den einzelnen Posts für den Monat März, was jedoch
in keinem eigenen Post zu finden war, erzähle ich noch nebenbei hier zum Monatsrückblick.


Und die Erinnerung an die Opfer vor zwei Jahr, die am vierundzwanzigsten März auf dem Flug ab
Barcelona in der Germanwings-Maschine verstarben. 
.
Schneeglöckchen in unserem Garten
...ist heute mein Glück für das Projekt von Loretta und Wolfgang


Alles fließt, das Leben besonders. Unlängst mit meiner Nachbarin geratscht

erfuhr Neuigkeiten von den heranwachsenden Kindern, die uns bereits von

Geburt an bekannt sind. Und einer Blogfreundin schrieb beziehungsweise



erzählte ich von einer alten Postkarte.




Bastelarbeit aus meiner Papierwerkstatt für Ostern




Eine Idee hatte ich zu genau dieser uralten Karte. Einer Postkarte mit

Bedeutung und einer Geschichte. Als die Mutter meiner langlangjährigen

Freundin verstarb, sprachen wir beide intensiver miteinander.




Es galt die Trauer zu verarbeiten. Und sie sandte mir diese bewusste



Karte, die sie beim Aufräumen in der Wohnung gefunden hatte. Die alte Dame



wohnte nämlich bis zuletzt in ihren eigenen vier Wänden, wurde abwechselnd



von den Kindern versorgt, auch ein Sozialdienst betreute mit. Als die Karte aus

Pforzheim schließlich mit der Post bei mir ankam, hielt ich sie in der Hand

und wusste sofort, dass ich sie behalte und in Ehren aufhebe.



Fanny liegt schlafend unter meinem Schreibtisch während ich poste.


Die Karte verströmte Erinnerungen, die ich nicht wegwerfen konnte und wollte. 

Also knickte ich die Karte, entwickelte daraus auch ein Lesezeichen das mich

heute noch immer wieder freut.




Es sind die ge- und verbrauchten Dinge des Alltags, die Geschichten erlebten

und erzählen können für denjenigen, der sie wirklich hören möchte. Allerdings

allen anderen, die sie achtlos wegwerfen, werden sie sich verschließen oder

maximal für einen kurzen Augenblick eröffnen.


Das ist meine persönliche Überzeugung.



Aktuell lese ich diese Biografie


Ein Buch, das ich vor wenigen Tagen in die Hände bekam und gerade lese.

Der bekannte Peter Roman Scholl-Latour (* 9. März 1924 in Bochum;

† 16. August 2014 in Rhöndorf; geboren als Peter Scholl, Latour war der

Mädchenname seiner Urgroßmutter väterlicherseits) war ein beliebter und sehr

erfahrener deutsch-französischer Journalist und Publizist.


Wer Interesse an diesem Buch hat: Nach Beendigung der Lektüre
werde ich eine Rezension darüber schreiben...



Scholl-Latour arbeitete schon während des Studiums als Reisejournalist für

deutsche und französische Zeitungen und Rundfunkanstalten. Sein Volontariat

absolvierte er 1948 bei der Saarbrücker Zeitung, nachdem Le Monde bereits eine 

Reportage über eine illegale Reise durch die sowjetische Besatzungszone von

ihm abgedruckt hatte. Für seine Berichte bereiste er Amerika, Afrika, den

Vorderen Orient und große Teile Südost- und Ostasiens.


In den Jahren 1954 und 1955 war er Sprecher der Regierung des Saarlandes, wo

er zunächst zum Mitarbeiter und Pressesprecher des Amtes für Europäische und

 Auswärtige Angelegenheiten in Diensten des Ministerpräsidenten Johannes

Hoffmann berufen wurde. Während seines anschließenden Studiums in Beirut

berichtete er von dort als Korrespondent und bereiste ab 1959 Afrika und

Südostasien. Ab 1960 arbeitete er für den Hörfunk: Bis 1963 war er ständiger

Afrikakorrespondent der ARD mit Sitz in Léopoldville (heute Kinshasa)

und Brazzaville.


1963 wechselte er zum Fernsehen und gründete das vom WDR verantwortete

ARD-Studio in Paris, das er bis 1969 leitete. Von 1969 bis 1971 war er als

WDR-Fernsehdirektor für das 1965 gegründete Westdeutsche Fernsehen (WDF)

verantwortlich. In seine Amtszeit fielen unter anderem die Einführung des

Schulfernsehens und der Lach- und Sachgeschichten, Vorläufer der Sendung mit

der Maus, sowie der kontroverse Fernsehfilm Das Millionenspiel und die

Chronik der laufenden Ereignisse von Peter Handke. Nach seinem Wechsel als

 Chefkorrespondent zum ZDF (1971) leitete er von 1975 bis 1983 zusätzlich das

Pariser ZDF-Studio.

...berichtet Wikipedia



Und natürlich darf nicht zuletzt die anfangs angekündigte

Collage fehlen, die meinen spannungsreichen Monat März darstellt.





Nach dem Unfall sprachen wir oft darüber: Das Glück im Unglück

erfahren zu haben. Denn es hätte noch ganz anders verlaufen können!




Das Glück, das glatt und schlüpfrig rollt,

tauscht in Sekunden seine Pfade,

ist heute mir, dir morgen hold

und treibt die Narren rund im Rade.


Lass' fliehn, was sich nicht halten lässt,

den leichten Schmetterling lass´ schweben,

und halte dich nur selber fest;

Du hältst das Schicksal und das Leben.


(1769 - 1860), deutscher Professor für Theologie und Verleger, der wegen seiner
anti-napoleonischen Flugschrift »Geist der Zeit« nach Stockholm fliehen musste




Ein paar Bilder noch von der Vernissage, als wir die Bilder

beziehungsweise Objekte an die Wände gebracht hatten, vor der Eröffnung...



Es sind tatsächlich Pizza-Kartons, die ich kurzer Hand für meine 

Ideen Zweck enteignet und umfunktioniert habe.




Die Bilder: Hommage für Keith Haring





Lebenslied.

Steh und falle mit eignem Kopfe,
thu das Deine, und thu es frisch!

Besser stolz an dem irdnen Topfe
als demüthig am goldnen Tisch:
Höhe hat Tiefe,
Weltmeer hat Riffe,
Gold hat sorgliches Schlangengezisch.

Bau dein Nest, weil der Frühling währet,
lustig bau’s in die Welt hinein.

Hell der Himmel sich droben kläret,
drunten duften die Blümelein –
Wagen gewinnet,
Schwäche zerrinnet:
Wage! Dulde! Die Welt ist dein.


Steh nicht horchend was Narren sprechen;
jedem blüht aus der Brust sein Stern.

Schicksal webt sich an stygischen Bächen,
Feigen webt es sich schrecklich fern:
Steige hinnieder!
Fasse die Hyder!
Starken folget das Starke gern.
Wechselnd geht unter Leid und Freuden
nicht mitfühlend der schnelle Tag;
jeder suche zum Kranz bescheiden,
was von Blumen er finden mag;
Jugend verblühet,
Liebe verglühet:
Lebe! Halte! Doch lauf nicht nach.

Ernst Moritz Arndt

Quelle: Arndt, Gedichte. Aus: Lebenslied, 1840


_______



Habt es fein & liebe Grüßle von

Heidrun



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24. März 2017

Alles Banane...

...meine Frage in die Runde!

Oder - vermeidet bitte auf der Schale
auszurutschen - es täte weh.

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Aus dem eigenen Alltag.

Neulich, ich war erneut bei meinem Arzttermin. Eine weitere Erledigung
jedoch führte in die Altstadt von Augsburg. Gegenüber vom renommierten
Augsburger Restehaus (über welches ich einmal separat schreiben möchte) befindet
sich der Aigner.

Nicht zu verwechseln mit dem Label  Etienne A i g n e r, das für exklusive
Mode steht. Es handelt sich dagegen um ein Ladengeschäft mit handwerklichem
Hintergrund. Der Aigner *klick existiert seit 1899 und ist eine Institution in
meinen Augen hier in Augsburg.

Allerdings beherbergte nachweislich bereits gegen 1600 an dieser Stelle eine
Gerberei.


Die Firma Aigner-Hirschleder hat tatsächlich den letzten Gerberboden weit
und breit. Bereits von außen auf der engen Straße deutlich zu sehen: Der

mehrstöckige Dachboden, der wie im Mittelalter die Lederteile zum Trocknen
aufgehängt beherbergt. In deren Werkstatt jedoch wird Hirschleder nach wie
vor mit der ältesten Veredelungsmethode, nämlich nach der sogenannten
Sämischgerbung, verarbeitet.



Ich brachte meine Lederjacke zur Restaurierung dort vorbei.


...Blick aus dem Autofenster von unterwegs...


Mein gefährlicher Weg in die Innenstadt! So eine Sauerei dachte ich mir.



Wikipedia gibt Auskunft.

Als Sämischleder (Chamoisleder) werden Leder bezeichnet, die durch Gerben
mit Gerbstoffen auf der Basis oxidierbarer Fette hergestellt werden. Obwohl bei
der Sämischgerbung die Schrumpfungstemperatur der Haut nur wenig gesteigert
wird, kann man von einer echten Gerbung sprechen, da das kollagene
Fasergefüge vernetzt und die Gerbstoffe irreversibel gebunden werden.

Die enthaarten Blößen werden durch mechanisches Einarbeiten von Fischöl oder
-tran in Walkmühlen mit Tran gesättigt (fettgar). Das Fett, mit einem hohen
Anteil an ungesättigten Fettsäuren, oxidiert im Innern der Haut und entwickelt
dadurch seine Gerbwirkung.

Vor der eigentlichen Gerbung wird bei Wildfellen (Reh, Hirsch, Gämse)
entweder im Blößenstadium oder nach der Vorgerbung die Narbenschicht
entfernt. Sämischleder ist also ein Rauleder. Nach der Oxidation der Trane wird
der überschüssige Gerbstoff mit Sodalösungen und Tensiden ausgewaschen.

Die Leder werden getrocknet, gestollt und geschliffen. Gefärbt wird zumeist
im Bürstverfahren, oft mit Lösungen aus Pflanzenfarbstoffen, wodurch sich
die typische Oberflächenfärbung mit ungefärbter Fleischseite ergibt.





Sämischleder wird hauptsächlich für Trachtenbekleidung eingesetzt.

Hierfür ist eine gerne verwendete Rohhaut Rotwild (Hirschleder).
Durch die große Weichheit, Waschbarkeit, Schweiß- und Alkalibeständigkeit
sowie die antiallergene Wirkung eignet es sich zur Verwendung in der Orthopädie.

Wegen seiner Weichheit und Porigkeit wird Sämischleder auch als
Fensterleder verwendet und zu Reinigungszwecken beispielsweise in
Restaurierungswerkstätten eingesetzt.

Der gute Isoliereffekt ist ein Vorteil bei der Verarbeitung zu feinen
Handschuhen.





Eines der nützlichen Tiere, die wir besitzen,
ist das Schwein.

Von ihm kann man alles verwenden:
Das Fleisch von vorn bis hinten,
die Haut für Leder,
die Borsten für Bürsten und
den Namen als Schimpfwort.

Quelle: Humor aus Kindermund





Ein schönes Wochenende:

Habt es fein & liebe Grüßle von

Heidrun




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22. März 2017

Die rote Liste...

...erwähnt gefährdete Arten von Flora & Fauna.

Im Blick der ordinäre Sperling!


Dabei nenne ich den BR - Unser drittes Fernsehprogramm in
Bayern als Quelle und habe entsprechend verlinkt.

Weiterhin ein Bericht dieser Tage in der regionalen Tageszeitung,
die wir jeden Tag lesen. Hier heißt es wortwörtlich: Sorgen machen
muss man sich unter anderem um den Kuckuck, den Pirol und
den Haussperling (Spatz), den Star und viele Schwalbenarten.


Am 20. März 2017 war sogar der Weltspatzentag ausgerufen worden.

Ein gewichtiger Grund dies alles
für Jutta`s schöne Aktion in dieser Woche: Natur zu posten, finde ich!





Tja, wenn wundert es: Mit Kanonen auf Spatzen schießen – so sagt man, wenn zu viel Wirbel um eine Lappalie gemacht wird. Allerdings, wer ein Spatzenhirn besitzt, der hat geistig-intellektuell wenig, tja - tendierend zum Nichts, zu bieten. Den Spatzen jedoch in der Hand zu haben, wäre besser als die Taube auf dem Dach, heißt es.


Natürlich nicht zu vergessen, das "Spatzerl", die Liebenden, die einander Spatz nennen - besonders bekannt durch den Monaco-Franze. Was ihr kennt ihn nicht!? Monaco Franze – Der ewige Stenz verkörpert von den unvergleichlichen Helmut Fischer war / ist eine zehnteilige bayerische Fernsehserie rund um die gleichnamige Hauptfigur, überwiegend unter der Regie von Helmut Dietl. Zeigt das Leben vom Stenz in München, der Weltstadt mit Herz, wie ich sie in meiner Kindheit erleben durfte...

...und biete zwei Gedichte - konnte mich nämlich nicht entscheiden!




Spatzen und Schwalben

Es grünte allenthalben.
Der Frühling wurde wach.

Bald flogen auch die Schwalben
hell zwitschernd um das Dach.

Sie sangen unermüdlich
und bauten außerdem
am Giebel, rund und niedlich
ihr Nest aus feuchtem Lehm.

Und als sie eine Woche
sich redlich abgequält,
hat nur am Eingangsloche
ein Stückchen noch gefehlt.

Da nahm der Spatz, der Schlingel,
die Wohnung in Besitz.

Jetzt hängt ein Strohgeklüngel
hervor aus ihrem Schlitz.

Nicht schön ist dies Gebahren
und wenig ehrenwert
von einem, der seit Jahren
mit Menschen viel verkehrt.

(1832 - 1908), deutscher Zeichner, Maler und Schriftsteller
Quelle: Busch, Gedichte. Zu guter Letzt, 1904





Der Ruhm

Der Ruhm wie alle Schwindelware,
hält selten über tausend Jahre.
Zumeist vergeht schon etwas eh'r
die Haltbarkeit und die Kulör.

Ein Schmetterling voll Eleganz,
genannt der Ritter Schwalbenschwanz,
ein Exemplar von erster Güte,
begrüßte jede Doldenblüte

Und holte hier und holte da
sich Nektar und Ambrosia.

Mitunter macht er sich auch breit
in seiner ganzen Herrlichkeit
und zeigt den Leuten seine Orden
und ist mit Recht berühmt geworden.

Die jungen Mädchen fanden dies
entzückend, goldig, reizend, süß.

Vergeblich schwenkten ihre Mützen
die Knaben, um ihn zu besitzen.

Sogar der Spatz hat zugeschnappt
und hätt' ihn um ein Haar gehabt.

Jetzt aber naht sich ein Student,
der seine Winkelzüge kennt.

In einem Netz mit engen Maschen
tät` er den Flüchtigen erhaschen,
und da derselbe ohne Tadel,
spießt er ihn auf die heiße Nadel.

So kam er unter Glas und Rahmen
mit Datum, Jahreszahl und Namen
und bleibt berühmt und unvergessen,
bis ihn zuletzt die Motten fressen.

Man möchte weinen, wenn man sieht,
dass dies das Ende von dem Lied.

(1832 - 1908), deutscher Zeichner, Maler und Schriftstelle
Quelle: Busch, Gedichte. Zu guter Letzt, 1904





Ansonsten:

Der Spatz, das zeigt diese kleine Auswahl an Redensarten,
ist wirklich in aller Munde.

Der zarte fast unscheinbare, braun gemusterte Vogel, der häufig laut
tschilpend in Gruppen unterwegs ist und mit dem Gezeter Aufmerksamkeit
erzielt, wirkt so gewöhnlich – und doch ist er äußerst beliebt, hat einen festen
Platz im Sprachschatz aber vor allem in den Herzen der Menschen.


Habt es alle fein!

Heidrun

17. März 2017

Sitzengeblieben...

...oder vielleicht doch keine alte Jungfer?!

Oder von der guten alten Zeit, der Krinoline in der Mode,
kurzweiliger Unterhaltung mit Freunden -  etwas Ruhe bei uns.


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Disteln, Karden und andere Umstände.

Bloß `raus aus dem Haus, war am letzten Wochenende unsere auserkorene Devise:
Wir vermeiden jetzt aktiv in eine Larmoyanz zu verfallen.

Nach dem chronologisch aufgezählten Bruch meines Fußes und dem unverschuldeten Unglück,
dem Unfall meines Mannes mit dem Motorrad,
fiel uns beiderseits  bereits die viel bemühte, sprichwörtliche Decke auf
den Kopf.  Der umfangreiche Papierkrieg mit den Versicherungen
etc. war soweit erledigt.

Nun denken wir an uns. Es geht nicht anders!

Denn die Wahrnehmung das eigene Wohlbefinden ist
gelinde gesagt im Keller angelangt.


...mein Blumengruß vom Balkon...


Genau an dieser Stelle verlangt es Dank zu sagen
für all`die reizenden,
mitfühlenden und herzlichen Wort,
die meinem Mann und mir durch
die Kommentare zuteil wurden.

Dankeschön!


...und ein weiterer Blumengruß!

Vorfrühling

Wir standen heute still am Zaun von einem fremden Garten,
sah'n hin und sah'n das Wintergras am Teich auf Sonne warten.

Im Wasser lag verjährtes Laub gleichwie auf Glas,
am Ufer saß ein Büschel Veilchen jung erblüht im gelben Gras,
und frisches Lilienkraut wuchs grün bei Tuffsteinblöcken,
am Himmel oben gingen Wolken jugendlich in weißen Röcken.

Wie wenig Welt tut schon den Augen gut!

Nur ein paar Atemzüge lang hat's Herz dort ausgeruht,
nur ein paar Augenblicke tat es säumen ...

Wir sind doch alle in den weiten Lebensräumen
Zaungäste nur bei Wünschen und bei Träumen.

(1867 - 1918), deutscher Dichter und Maler





Wir waren daher am Samstag — genau genommen  eine Woche nach dem

Unfall — glücklich verabredet mit lieben Freunden und es ging einmal mehr

ins TIM, dem Textilmuseum in Augsburg.


Zuletzt berichtete ich übrigens hier im Post über die Sonder-Ausstellung im TIM

Desperate Housewifes — Künstlerinnen räumen auf.


Diesmal war jedoch eine Führung gebucht durch die klassische Dauerausstellung, die uns - dreizehn Leutchen mit Gemüt - von der einzelnen Faser bis zum fertigten Textil-Produkt durch die Produktionshallen führte, wobei einige Stationen fachgerecht erläutert wurden.

Das “Kardieren“ stammt von dem lateinischen Wort “Carduus“ und bedeutet Distel.
Früher wurde die Wolle mit getrockneten Disteln gekämmt.
Diesen Vorgang nennt man Kardierien.
Daher rührt übrigens auch das sogenannte Kammgarn her.





Sinnbildlich mit diesen beiden Bildern ausgedrückt:
Wir, mein Mann und ich entflohen den bedrückenden Gedanken,
die uns
immer noch belasten...

Und wie wir durch das TIM wandern unsere Ohren voll den Erklärungen
der Museumsführerin hinlenken, fällt tatsächlich etwas ab.
Was mir erst Stunden danach bewusst wird.





"Alles ist eine Modesache:
Gottesfurcht ist eine Modesache
und die Liebe und die Krinoline
und ein Ring in der Nase."

In vino veritas, 1844






Die Mode übt ihren Einfluss nicht bloß auf Hüte
und Röcke,
sondern auch auf das, was darunter ist.

(1824 - 1886), deutscher Epigrammatiker, Dramatiker,
Aphoristiker, Erzähler und Pädagoge
Quelle: Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, Mahlau & Waldschmidt,


Frankfurt a.M. 1879

_____________


In den Ausstellungshallen vom TIM durfte nicht fotografiert werden  schade oder auch nicht  so konnte zumindest konzentriert dem Vortrag gefolgt sein. Zügig schritt die Gruppe voran, von einem Ausstellungsstück zum nächsten. Bis wir zentral zwischen den beiden Hallen   übrigens auf einem roten Teppich  mit seitlichen Schaukästen mit den tausendfachen Mustern der ehemaligen NAK - gen Ausgang spazierten.

Doch an dieser Stelle  auf dem besagten roten Teppich  wartete noch ein besonderer Gag: Wir durften eine Krinoline nicht nur von außen bewundern sondern aus der Gruppe, die liebe Renate konnte leibhaftig hineinschlüpfen, sich unter Gejohle und Applaus drehen und wenden.

Und dieser Vorgang durfte von uns fotografiert werden!

Sich mit dem Reifrock bewegen, sich probeweise setzen mit diesem ausladenden Gestell, einem Monstrum um die Hüften herum war möglich, nach Aussage von Renate. Allerdings das Aufstehen vom Sitz schafften die Damen der damaligen Zeit nur wenn ihnen ein Herr wieder auf die Beine verhalf!

Da passierte es eben auch, dass das eine oder andere Fräulein sitzen blieb,
gemäß meines Titels für den wöchentlichen Post.

Mein Gastgeschenk für ein liebes Mädchen...



So verging der Vormittag wie im Flug für mich. Mit Zuhören und Staunen, mit Fragen und Gelächter, mit Altbekannten und mit verschiedenen Motiven beim Abschluss der Führung mit dem kreativen Ausprobieren mitgebrachte Textilien im Siebdruck zu verzieren.

Zum Mittagessen lockte nebenan das NUNO.  Übrigens NUNO heißt übersetzt Stoff: Gleichzeitig bildet der Gastro-Betrieb die Verbindungen der Augsburger Stoffdrucker, Tuchhändler und Textilhersteller — die in ferne Länder führte, u.a. nach Asien. Diese frühe Offenheit der Stadt Augsburg für internationale Einflüsse ist eine Inspiration für heute, verrät das NUNO über sich selbst.



Man nehme dem Bischof seinen Ornat,
dem Richter seine Perücke
oder
dem Kirchspieldiener seinen dreieckigen Hut,
und was sind sie?

Menschen – bloße Menschen!

Würde, und bisweilen sogar Heiligkeit hängen
mehr von Röcken und Westen ab, als viele Leute
sich träumen lassen.

(1812 - 1870), Pseudonym Boz, englischer Advokatenschreiber, Parlamentsberichterstatter
und Erzähler, berühmt geworden durch die »Pickwick Papers«
Quelle: »Oliver Twist«, 1838






Nach dem Spaß und der guten Bewirtung im NUNO fuhren wir,

der Göttergatte und ich, wirklich ein klein wenig entspannter

nach Hause zurück.



...ansonsten recherchierte ich zu dem bewussten Reifrock mein Wissen aufzubessern. Interessant fand ich übrigens folgendes: Die Mode, die sich bekanntlich in irgendeiner Form in den nachfolgenden Generationen wiederholt, brachte wohl auch ein Revival des Reifrockes.

Könntet ihr eventuell im Familienfotoalbum blättern und darauf stoßen?!

Ein kleiner Tipp: Es dürfte die Zeit vom Rock'n'Roll sein!
Habt ihr Fotografien aus dieser Zeit?

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In den darauf folgenden Tagen dieser Woche bereitete ich mich auf meine
eigene Wiedereingliederung in meinem Jöbchen vor — auch das
muss sein, damit meine Beweglichkeit Stück für Stück in eine
Normalität gelangt.

Zweimal drei Stunden für den Anfang.



Nicht zuletzt haben wir uns über einen Gewinn in dieser Woche gefreut:
Ich hatte für die beiden geliebten Tierchen Probefutter bei Christiane *klick gewonnen, das am Donnerstag angeliefert worden war.

Deko in der Küche: Mit Papiervögelchen  und naturbelassenen künstlichen Vogeleiern

Ein schönes Wochenende:

Habt es fein & liebe Grüßle von

Heidrun




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