23. Juni 2017

Sinn und Unsinn...

...liegen oft dicht neben einander.

Mein Beitrag zum Samstagsplausch, den ich wieder beleben wollte!

"Sanft ist unser Geschmack", lese ich im Überholen eines Lastwagens. Sanft? Ein Geschmack?
Ein verbaler Ausrutscher der Werbeindustrie, in meinen Augen.
Doch, es wird dem Verbraucher so viel Unsinn aufs Auge gedrückt,
dass ich  - kurz - darüber schreibe...

...wichtig ist es nicht. Oder?! Vielleicht sagt es etwas über unsere Wortkultur aus.
Im Autoradio parallel dazu läuft die Lesart auf Deutschlandfunk Kultur, auf meinem bevorzugten
Radiosender. Es wird über die Zeit von 1967 berichtet, dem sogenannten Prager Frühling.
Und das beschäftigt mich eindeutig mehr.
Ich denke zurück. Wo war ich damals?
1967 war ich Kind in München, das sich mir bourgeois und spießig darstellte.

Und ich verspürte den Drang dem zu entfliehen!

Mit grünem Nagellack ein wenig später, dem kürzesten Minirock, den
steilsten Hotpants und hohen Plateausohlen.

Was ist geblieben?!

Frage ich mich dieser Tage!



Was blieb von meiner verpassten Reha?

Es kristallisiert sich nämlich gerade jetzt in der aufgezwungenen Ruhe heraus: Die Erlebnisse der Reha zu verarbeiten. Meine Ohren sind übrigens nach wie vor taub und ich nehme wieder andere Medikamente ein. Ein weiterer Umstand, der zum Innehalten mahnt. Muss ich eventuell sogar froh sein, um die schicksalhafte auferlegte Pause, die gleich einer Weichenstellung eine Abzweigung, neue Wege in meinem Leben fördert und fordert!? Ich bin mehr und mehr versucht es so zu sehen.

Sanft ist das Leben nicht,
es schüttelt mich kräftig durch.
Umso intensiver spüre ich mein Leben!
Ich lebe!


Genauso wie es in der Fotografie durch die Kameratechnik bei jeder Aufnahme passiert, sollte ich selbst im Dasein fokussieren, worauf ich mein Augenmerk scharf einstelle. Ich zog diese Parallelen längst, es ist tatsächlich keine neue Erkenntnis für mich - doch ich rufe sie aktuell erneut und sehr bewusst in mein Gedächtnis. Sanft ist unser Geschmack - den Sinn vom Unsinn zu trennen.

Was ist Unsinn? Wer bestimmt, was Sinn macht?




Wie interessant sinnierte ich dieser Tage beim Zusammenstellen des Posts,
da die monatliche Herausforderung von Paleica für den Juni wie folgt lautet:

Don’t!
Gut, das allein ist nicht sehr aussagekräftig. Der Begriff beschreibt folgendes: Es gibt „Regeln“ und „Ratschläge“, worauf man bei einem „guten“ Foto achten sollte. Ich sage euch: alles Blödsinn! Fotografie ist Kunst und in der Kunst ist alles erlaubt. Darum sucht euch eines dieser „Don’ts“ aus oder schaut euch in eurem Archiv um. Welche Bilder missachten wichtige fotografische Regeln – und sind für euch dennoch gelungene Bilder?
Das Gesetz, das ich am liebsten breche, ist das mit dem Gegenlicht.
„Fotografiere immer mit der Sonne im Rücken“. Bullshit!



Bei mir ist's die Unschärfe!

Das nebulöse, geheimnisvolle im Gegensatz zu den sonst gestochen scharfen Aufnahmen, die sich jeder wünscht. Die träumerische Unschärfe, die mich persönlich begeistert und die ich hier anhand einiger Bilder zeige.

Es sind im Übrigen Aufnahmen aus meinem Krankenzimmer,
gerade als die Grippe bei mir ausgebrochen war.
Bilder von einem wundervollen Wiesenblumenstrauß, den mir
eine sehr liebe Mitpatientin dieser Rehazeit gebracht hatte.
Den Strauß, den ich etliche Tage vor Augen hatte, der ein
wenig Trost spendete. Trost, den mir auch alle anderen aus
meiner Rehagruppen entgegengebracht hatten mit kurzen
Besuchen, mit Süßigkeiten und lieben Worten.

Und ich war und bin sehr dankbar dafür!




Zitat.

...ZiB heißt Zitat im Bild am Samstag und ist eine sehr
gerne besuchte Aktion.
Ein schönes Projekt von Nova; bei ihr findet man weitere Blogger, 
die sich mit dem Thema beschäftigt haben.





Habt es fein, ich wünsche ein schönes Wochenende
und sende liebe Grüßle

Heidrun



Verlinkt mit  Image-In-Ing  

17. Juni 2017

Augenblicke...

...aus meiner Reha-Zeit - und aktuell.

Ruhe verlangt der Körper und ich versuche es - für meine Verhältnisse entsprechend - umzusetzen.
Zweimal ist in der Woche ist Physiotherapie angesagt. Ich gucke Grace & Frankie an und amüsiere mich sehr über die unorthodoxe Lebensweise der beiden Freundinnen.
Die Titelrollen spielen Jane Fonda und Lily Tomlin. Einfach köstlich!

Lese meine Bücher, davon demnächst mehr...

Und bereite einen mehrere Kurse vor: Einmal Modern Lettering für die vhs Augsburg und
einen weiteren Kurs für die Thierhauptener Mühle, meine Papierwerkstatt.
Aber alles ganz
entspannt.

Mein Beitrag zum Samstagsplausch, den ich längst einmal wieder beleben wollte!

 Der Starnberger See.

Was obligatorisch dazugehört, sind ein paar Zeilen rund um den Starnberger See
selbst, der mir aus meinen Kindertagen - ich wuchs in München auf - bestens bekannt ist als
damaliges Ausflugsziel und von schulischen Ausflügen. Der See sollte in den Posts rund um meine
dortige Reha nicht zu kurz kommen erwähnt zu sein und metaphorisch nicht untergehen...
Der Starnberger See (bis 1962: Würmsee) ist ein See in Bayern, 25 Kilometer
südwestlich von München. Der See ist nach dem Bodensee, der Müritz, dem
Chiemsee und dem Schweriner See der fünftgrößte See Deutschlands, aufgrund
seiner großen Durchschnittstiefe jedoch der zweit-wasserreichste.

"Die Einheimischen sagen,
um länger zu leben,
muss man in den See waten
und einen kräftigen Schluck trinken."


Das Gebiet des Sees ist ein gemeindefreies Gebiet im Landkreis Starnberg.
Der See ist Eigentum des Freistaates Bayern, für dessen Verwaltung die Bayerische
Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen zuständig ist.

Über Bayern hinaus bekannt geworden ist der See auch durch den
skandalumwitterten Tod König Ludwigs II. 1886 durch Ertrinken. An dieses
Ereignis erinnern noch heute eine Votivkapelle und ein Holzkreuz im See nahe
der Sterbestelle in Berg.


Die frühesten Namensnennungen des Sees als Uuirmseo findet man in einem
Dokument von 818, das sich auf Holzhausen am Würmsee bezieht. Später
wurde daraus Wirmsee, so bereits in einer frühen Quelle aus der Zeit Kaiser Ludwigs des Bayern (1314–1347). Der Name leitet sich ab von dem Fluss Wirm (heute Würm), der bei Starnberg als einziger Fluss aus dem See fließt. Im 19. Jahrhundert wandelte sich die Schreibweise der beiden Gewässer dann zu Würm sowie Würmsee.

Erst seit 1962 heißt der See offiziell Starnberger See, diese Bezeichnung begann sich ab dem Ende des 19. Jahrhunderts mehr und mehr
durchzusetzen, als der See durch den Bau einer Eisenbahnlinie vom ehemaligen
„Starnberger Flügelbahnhof“ im Hauptbahnhof München aus nach Starnberg für
eine große Zahl von Städtern als Ausflugsziel erreichbar wurde.

Der See trägt auch den Beinamen Fürstensee.

Quelle: Wikipedia








Zitat.

...ZiB heißt Zitat im Bild am Samstag und ist eine sehr
gerne besuchte Aktion.

Ein schönes Projekt von Nova; bei ihr findet man weitere Blogger, 
die sich mit dem Thema beschäftigt haben.






Und wieder rauscht mein tiefes Leben lauter, 
als ob es jetzt in breitern Ufern ginge.

Immer verwandter werden mir die Dinge 
und alle Bilder immer angeschauter.

Dem Namenlosen fühl ich mich vertrauter: 
Mit meinen Sinnen, wie mit Vögeln, reiche 
ich in die windigen Himmel aus der Eiche, 
und in den abgebrochnen Tag der Teiche 
sinkt, wie auf Fischen stehend, mein Gefühl.


(1875 - 1926), René Karl Wilhelm Johann Josef Maria, österreichischer Erzähler und Lyriker
Quelle: Rilke, Die Gedichte. Insel Verlag, Frankfurt a.M. 1986.
Das Buch der Bilder, 1902, 1905

















Der Karpfenwinkel.

Ein Kleinod, ein Naturschutzgebiet ist der sogenannte Karpfenwinkel, der
sich im Norden auf dem Klinik- und Parkgelände Höhenried befindet. Hier
sind geschützte Laichplätze.









Auf dem Rückweg vom Karpfenwinkel entdeckte meine neugewonnene
Freundin Uta noch eine kleine Maus...











Habt es fein, ich wünsche ein schönes Wochenende
und sende liebe Grüßle

Heidrun



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14. Juni 2017

Die erste Woche...

...wieder zuhause.

Fünf Wochen durfte ich am Starnberger See in Höhenried auf Reha
verbringen, mit vielen Eindrücken, Impulsen und neuen Freundschaften kehrte
ich zurück in mein Heim. Wie erwähnt: Der ersehnte Erfolg blieb mir verwehrt,
schlug doch die Grippe mit heftigen Fieber genau zur Hälfte der Reha-Zeit zu,
als sich positive Ergebnisse anbahnen sollten.

Dumm gelaufen möchte man lapidar rufen. In Anbetracht dessen, da nur alle
vier Jahre einer Reha vom Rententräger zugestimmt wird, relativiert sich
meine Chance auf gesundheitliche Verbesserung gen Null.

Wann hattet ihr zuletzt das Gefühl ein angepeiltes Ziel verpasst zu haben?
Aus welchem Grund auch immer...




Dann der nächste Termin: Der Gang zum HNO! Leider bin ich immer noch
vollkommen taub auf dem rechten Ohr - eine Begleiterscheinung meiner
Grippe, die Taubheit die sich hartnäckig hält und nicht von selbst abzuklingen
scheint. Die HNO-Praxis spricht von einem Belüftungsproblem, es musste
geschnitten werden. Zusätzlich Medikamente u. a. Cortisontropfen.

Eine bittere Pille...

...davon genug, ein Schlussstrich muss gezogen werden.

Es gilt den Blick gezielt nach vorne zu richten. Und ich, d.h. mein Mann und ich, wir schmieden einmal mehr Pläne. Einerseits muss sich beruflich für mich etwas
ändern. Ich wurde nämlich arbeitsunfähig von der Reha entlassen, was auf den
Allgemeinzustand hinweist. Trotzdem, wir sind auf meinen zusätzlichen
Verdienst angewiesen. Jetzt heißt es klug zu taktieren.

Als erstes annoncierte ich meinen neuen (alten) Berufswunsch:
Leidenschaftliche Aufgaben in 450€-Umgebung gesucht! Biete das
Know-How zu Grafik & Layout mit InDesign, PhotoShop, Illustrator auf dem Mac, Unix- oder Windows und suche vormittäglichen Nebenjob.

Das wäre also mein erster Schritt!
Das wäre doch gelacht, wenn sich da nichts finden ließe.


Im Park von Höhenried - Blickrichtung Karpfenwinkel


Im Park von Höhenried - Weg zum Schloss



Auf die Beschaffenheit des Tages selbst zu wirken,
das ist die höchste Kunst.


(1817 - 1862), US-amer. Philosoph, Naturalist, Schriftsteller und Mystiker


Im Park von Höhenried



Das Schicksal des Menschen wird durch die Weise bestimmt,
in welcher er sich selbst zu betrachten fähig ist.

(1817 - 1862), US-amer. Philosoph, Naturalist, Schriftsteller und Mystiker






Parallel dazu verhaltene Bewegung, denn alles - wirklich alles - ist
für mich anstrengend.

Und trotzdem gerade deswegen ist Bewegung notwendig.


Im Park von Höhenried

Sonntag


Im Osten blinzelt Sonne ins Gelände,

ein Sommertag erwacht mit blauem Blick.

Der Sonntag ruht noch sanft und hält die Hände,

die sonst geschäftigen,nun fromm zurück.


Vom Turm der Kirche läuten hell die Glocken,

und mancher Schläfer wünschte sie gern fern.

Doch Gläubigen gefällt’s; wie ein Frohlocken

der Engel, ruft es sie zum Haus des Herrn.


Ermuntert, in Bewegung jetzt geraten,

spaziert man durch den Park; des Sonntags Ruh‘

tut gut nach einer Woche Arbeit, Taten.

Man kommt zu sich und hört der Seele zu.


Und selbst dem Atheisten es beliebt,

dass es den siebten Tag, den Sonntag gibt.

© Ingrid Herta Drewing, 2016

Mein herzlichstes Dankeschön,
 liebe Lyrikfreundin für dieses schöne Gedicht.
  
  Der Titel ist auf die Webseite von  Dichterei verlinkt,
 dort findet man weitere herrliche Gedichte!



Ausblick aus meinem - ehemaligen - Krankenzimmer


Auch in unserem Vorruhestand gibt es Sonntage, die Wochentage dagegen sind
ja nach wie vor mit einzelnen Arbeitstagen durchsetzt.


Habt es alle fein und herzliche Grüßle,
ich wünsche allen einen wundervollen Wochenteiler

Heidrun


Verlinkt mit  Image-Ing und