MosaicMonday No. 204

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Wie im Turm der Uhr Gewichte rucket fort die Weltgeschichte, und der Zeiger schweigend kreist, keiner rät, wohin er weist.
_ sinniert Joseph von Eichendorff 



 Regentropfen...

...mit Bedeutung: bunt, kurvig und spannend zugleich. Mein zweiter Teil vom Urlaub in Bad Gögging erzählt in diesem Post von einem speziellen Museum, Gedanken und Gefühlen.
■ ■  ■ 

- Blick gen Himmel mit einem Turm -


Sorry, I couldn't comment!
I don't know why...


Wie im vorherigen Post berichtet, flohen wir mehr oder minder aus dem Massenbetrieb des besagten Kurhotels. Üblicherweise verlangen die Übernachtungsherbergen, dass die Gäste zwischen 10.30 Uhr bis maximal 12.00 Uhr das Zimmer räumen. Mit anderen Worten, wir mussten den Leerlauf ausfüllen, bis wir das nächste Hotel beziehungsweise unsere neuen Räumlichkeiten in Beschlag nehmen durften. Das führte dazu, dass wir das naheliegende Abensberg und das dortige Hundertwasser Museum besuchten. Wen wundert es, wir lechzten nach dem frustrierenden Erlebnis nach Farbe.

Die lebensfrohe Buntheit, ungerade Linien, Spiralen und vergoldete Flächen. Wesentliche Elemente des Künstlers, die ich in der Ausstellung über die gewachsene Entwicklung entdecke.
As I reported in my previous post, we more or less fled from the hustle and bustle of the Spa Hotel in question. Usually, accommodation providers require guests to vacate their rooms between 10.30 am and 12 noon at the latest. In other words, we had to find something to do to pass the time until we were allowed to move into the next hotel – or rather, our new accommodation. This led us to visit Abensberg and the Hundertwasser Museum there.

Is it any wonder that, after that frustrating experience, we were craving a splash of colour?




Abensberg...

Lasst mich nicht versäumen, die Gelegenheit an dieser Stelle im Post wahrzunehmen den Ort historisch zu beleuchten. Unser Besuch in diesem Städtchen schwebte durch den ganzen Urlaub... und darüber hinaus bis zur Rückkehr in unser Heim.

Der Name des Ortes bezieht sich etymologisch auf den nahe gelegenen Fluss, nämlich die Abens. Der Flussname an sich beruht auf indogermanischen Wurzeln von 'abā' oder 'ab', was schlicht auf das Wasser oder den Fluss hindeutet. Im Frühmittelalter ist der Fluss als Apansa und später als Abensa belegt. Ergänzt ist der Ortsname mit dem Anhang -berg, was als Grundwort die Bezeichnung für die topografische Lage der Siedlung und gleichzeitig Hinweis der Burg an einer Erhebung im Abenstal darstellt.

- Quellen: Wikipedia und
Informationen aus dem Touristenführer -


I will not miss this opportunity in this post to shed some light on the history of the place. In etymologically, the name of the place refers to the nearby river, the Abens. The river’s name derives from the Indo-European roots ‘abā’ or ‘ab’, which simply refer to water or a river.

In the Early Middle Ages, the river is recorded as ‘Apansa’ and later as ‘Abensa’. Supplemented by the suffix -berg, which, as the root word, refers to the topographical location of the settlement and, at the same time, indicates that the castle is situated on a hill in the Aben Valley.

- Für FFO -

Den Ort besichtigten wir en passant, da der Schwerpunkt auf Hundertwasser lag, da das Zeitfenster eng war. Einzig die Suche nach einer Parklücke ließ uns im Vorbeifahren den Blick auf das eine oder andere Gebäude kurz erhaschen.
We had a quick look around the town as we passed through, as our main focus was on Hundertwasser and we were short on time. It was only whilst searching for a parking space that we caught a brief glimpse of one or two buildings as we drove past.


Kurt Tucholsky blättert erneut in seinen Gedanken Szenen der Gesellschaft auf:

Über den Dächern
schwebt Rauch
und ein sanftes Gebimmel
klingt von den Türmen der Stadt.

Meine Sehnsucht fliegt in den Himmel.
Wie es durch das Fenster zieht … !

Wozu arbeiten?
Wozu tätig sein?
Wozu in die Versammlungen gehn?
Ich habe nur meine beiden Hände.
Was steht am Ende – ?
Das habe ich an Vater gesehen.
Wie es durch das Fenster zieht … !

Diese Dachkammer hat der alte Mann.
Dafür fünfundfünfzig Jahre
Arbeit, keinen Tag Urlaub,
Sorgen und graue Haare.
Meine Gedanken hängen am Horizont –

Wo ist unser Glück … ?

Und da kommen plötzlich alle meine Gedanken zurück.
Gleich springe ich auf die Beine
und werfe die Arme um den Leib,
weil mich friert …
Ich bin nicht mehr allein.

Wir sind stark, wenn wir zusammenhalten:
die Starken und Schwachen, die Jungen und Alten.
Wenn nur der Wille fest bleibt und unsere Partei.
Da bin ich dabei.
Noch einmal sehe ich über die Stadt
und die Dächer …
Schon mancher hat mit trocken Brot und armseligem Essen
in so einer zugigen Dachkammer gesessen.
Mancher, der nachher ein Reich erobert hat.

_ meinte Kurt Tucholsky


Die Auswahl zu dieser Lyrik stieß übrigens vorherige Diskussion
an: wozu jagen wir dem Glück hinterher!?


- Eine Rosenblüte verspricht Pracht. Ist das Glückseligkeit? -

In Sternstunden Philosophie behandelte die Sendung Sokrates. Ich verfolgte die Diskussion in der Mediathek. Einleitend betonte die Moderatorin, dass das Gute Leben mit der Bereitschaft beginnt, sich bestimmten Fragen zu widmen...
- A rose blossom promises splendour. Is that a piece of bliss? -

The TV programme *Sternstunden Philosophie* featured th most famous Socrates. I watched the discussion on the media library. To begin with, the presenter emphasised that the good life begins with a willingness to engage with certain questions...



Auf dem Weg zum Museum offenbarte sich uns auch das Reinheitsgebot vom Bier und Hinweise an der Hausecke in puncto Brauerei zum edlen Gerstensaft.


 Museum...

...und Hundertwasser Turm stehen nicht nebeneinander auf dem großen Grundstück! Definitiv zieht das Museum auf dem Gelände der Brauerei magnetisch von der Straße die Blicke auf sich. Lädt ein zur Besichtigung. Und wir tauchten in die dunkelbunte Welt von Hundertwasser, einem Künstler den ich sehr verehre. Die Anerkennung liegt neben seinem unvergleichlichen Stil im Wesentlichen an der ganzheitlichen Philosophie, die er Zeit seines Lebens verkörperte.
The museum and the Hundertwasser Tower do not stand side by side on the large site! The museum, situated on the brewery grounds, certainly draws the eye from the street like a magnet. It invites you to come and have a look. And we immersed ourselves in the darkly colourful world of Hundertwasser, an artist I greatly admire. As well as his incomparable style, his reputation is largely down to the holistic philosophy he embodied throughout his life.


Lasst mich an diesem Punkt im Post eine Anekdote schreiben, die ich im Museum erfuhr. Beim Bau des berühmten Kuchlbauer-Turms in der niederbayerischen Stadt Abensberg umrahmt eine wunderbare Geschichte rund um den Brauereichef Leonhard Salleck und den weltbekannten Künstler Friedensreich Hundertwasser diesen Bau.

Es ist die Anekdote von den „Weißbierzwergen“!

Als Leonhard Salleck Ende der 1990er-Jahre seine Vision umsetzen wollte, die Brauerei durch ein Kunstwerk attraktiver zu gestalten, nahm er schriftlich mit Hundertwasser in einen Brief Kontakt auf. Der Künstler lehnte das Projekt jedoch ab, da er keine Zeit für weitere Architekturprojekte hatte. Doch Salleck ließ nicht locker. Er reiste zu Hundertwasser und erzählte ihm von seiner ganz persönlichen Philosophie des Bierbrauens und von den „Weißbierzwergen“.

Gemeint waren damit Fabelwesen, die in der Mythologie der Brauerei eine Rolle spielten. Diese Zwerge brauchten laut Salleck ein standesgemäßes, märchenhaftes Zuhause.
Hundertwasser, der zeitlebens von Naturgeistern, Fabelwesen und dem Organischen fasziniert war, ließ sich von der Zwergen-Geschichte bezaubern, so dass er seine Meinung änderte. Er willigte ein und fertigte einen ersten Entwurf des Turms – eigens deklariert als „das ideale Zuhause für die Weißbierzwerge“.
Let me tell you here the sweet story of the ‘Beer Dwarves’!

When Leonhard Salleck wanted to realise his vision of making the brewery more attractive through a work of art in the late 1990s, he wrote to the artist Hundertwasser. However, he turned down the project as he had no time for further architectural projects. But Salleck didn’t give up. He travelled to see Hundertwasser and told him about his very personal philosophy of beer brewing and about the ‘Beer Dwarves’.
This referred to mythical creatures that played a role in the brewery’s mythology. According to Salleck, these dwarves needed a home befitting their status – a fairy-tale home.
Hundertwasser, who had been fascinated throughout his life by nature spirits, mythical creatures and organic forms, was so enchanted by this story of the dwarves that he really changed his mind. He agreed and produced an initial design for the tower – specifically described as ‘the ideal home for the wheat beer dwarves’.


Eine zweite Anekdote rund um den 'geschrumpften' Turm...

Insbesondere der anschließende Bauprozess war von einer absurden Geschichte geprägt! Hundertwasser plante den Turm ursprünglich stolze 70 Meter hoch bauen zu wollen. Das rief sofort den Denkmalschutz und die Institution Kirche auf den Plan. Man hantierte mit der Begründung: Der Kunstturm dürfe auf keinen Fall höher sein als der örtliche Kirchturm, um das historische Stadtbild nicht zu dominieren. Nach einem jahrelangen, zähen Behördenstreit einigte man sich auf einen Kompromiss. 
Der Turm wurde quasi halbiert und schließlich nach Hundertwassers Tod im Jahr 2000 von seinem Architekten Peter Pelikan fertiggestellt. Heute ist er das Wahrzeichen von Abensberg.
Der hohe Turm wurde von Friedensreich Hundertwasser zwar geplant, der Künstler verstarb allerdings während der Planungsphase, erlebte ergo nicht mehr die Fertigstellung.  
  

Meine Verehrung, die intensive Auseinandersetzung mit dessen Werken führte vor Jahren dazu, dass ich einen entsprechenden Kurs für die Volkshochschule auf die Beine stellte:
Kalligrafie im Stil von Hundertwasser,
wie unten im Bild erkennbar.



Die Menschenskinder  fragen:
Welcher Künstler steht Dir von seinem Stil her am Nähesten?

Die Geschmäcker, will sagen das Kunstempfinden unterliegt neben individuellen Emotionen unbedingt einem jeweiligen Zeitgeist. Und dann sind da die Unvergesslichen, die Künstler die mit ihrem kraftvollen Ausdruck in der Gestaltung ihre Kunst zu Evergreens generieren. Vor meinem geistigen Auge schwebt dabei auch Gabriele Münter, Hilma af Klint oder Frida Kahlos Kunst. Künstlerinnen!

■ ■  ■ 

Wir genossen die bunten Kunstwerke, die Bilder das Museum per se und das köstliche Bier gleichermaßen ...und ich erwarb einen Hundertwasser Kalender für 2027 bevor wir weiterfuhren.


 Profan...


...dürstet es die Besucher nach dem Museumsbesuch nach Bier und etwas Essbaren. Warum auch nicht? Bedeutete dem Künstler Hundertwasser, wie anderen namhaften Malern und Malerinnen nicht vordergründig das Leben als das wesentliche Zentrum der Schaffenskraft!? Das Leben zwischen Geburt und Tod, regt / bewegt.

In Gedanken fuhren wir schließlich zu unserem zweiten Hotel, das uns mit offenen Armen empfang. Davon erzähle ich dir, wenn du möchtest, im folgenden Post in der kommenden Woche.


Die nächste Runde der Collagen zu MosaicMonday bahnt sich an. Ihr seid herzlich eingeladen. Durch den Austausch der Posts, den Kommentaren zeigt sich vielschichtig ein Potpourri an weltweiten Themen zu Natur, dem urbanen Leben und vieles mehr.

You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter

...ich freue mich auf diese spannenden Begegnungen!


Habt ein wundervolles Wochenende,
wünscht euch mit munteren Grüßen

Heidrun

Verlinkt mit Skywatching, mit dem Samstagsplausch 
mit Saturday Critters und Slices of Life

 

mit FFO und mit Comedy-Plus 
geteilt mit Wordless Wednesday und Sunday Best 

Kommentare

  1. Das Hundertwasserhaus mag ich auch mal besuchen. Ich mag die Werke sehr. Aber welcher Künstler mir am nächsten ist, dass kann ich nicht beantworten. Ich finde hiervon und davon einiges schön.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Dankeschön für deine Einlassung... und ich bestätige, dass mir auch andere Künstler gut gefallen.

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  2. Vor einigen Jahren habe ich dort in Abensberg Urlaub gemacht, natürlich mit Besuch des Museums und der Aufstieg auf dem Turm hat mir sehr gut gefallen.
    Im Biergarten saß ich öfters. Abensberg ist ein sehr schöner Ort und das Hotel hatte ich direkt am Bahnhof, eine sehr nette und freundliche Wirtin, die das Hotel von ihrer Großmutter übernommen hat, auch deren Mutter war sehr nett und freundlich, dort habe ich mich sehr wohl gefühlt.
    Gruß
    Hannelore

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    1. Der Hundertwasser-Turm in Abensberg kann aktuell nur im Rahmen einer gebuchten Führung durch Kuchlbauers Bierwelt besichtigt werden. Mit anderen Worten, wir mussten darauf verzichten.
      Danke für Deine schönen Erinnerungen!

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  3. Gorgeous post, we'd love to visit there, it looks amazing! 😻🐾✨🐾😻

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  4. Hello Heidrun,
    Lovely post and visit to the museum. It looks like a fun place to explore.
    Beautiful rose and a cute kitty. Great collection of photos.
    Thank you for linking up and sharing your post. Take care, have a great day and a happy weekend! PS, thank you for leaving me a comment.

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  5. Diese Brauerei ist ja einfach wunderbar - Hartnäckigkeit zahlt sich aus!
    Muntere Grüße und Danke für die Reise!

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  6. That is such a neat and colorful museum! It sounds like the perfect way to pass the time between lodgings.

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  7. That is the coolest brewery I've ever seen. It's great to combine beer and art. And it must have been a good way to spend some the day while you waited for your new hotel room. Happy weekend to you.

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  8. First off I really like your shoes. This is a lovely post with beautiful photos and so much information. Thank you for sharing with FFO and have a very nice weekend.

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  9. Happy Saturday! Oh how wonderful! The museum is lovely and I love all the colours! Have a lovely weekend and thank you for sharing your lovely travels.

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  10. Love getting a glimpse into your world and how you spend time. Enjoy your weekend and thanks for always being there for me! Hugs, Diane

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  11. The museum looks really interesting. Wonderful photos!

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  12. Es ist einfach wunderschön Hundertwasser zu sehen dieses tolle KunstGebäude und was du so alles erlebt hast dort im Urlaub ! Deine Zitate und das Gedicht, genauso die Anekdote hast du wunderbar passend dazugefügt.
    Schönen September wünsche ich dir!
    Lieben Gruss Elke

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  13. Massenbetrieb im Hotel, noch dazu Kurhotel...da hätten wir wohl auch die Flucht ergriffen....Das Hundertwassermuseum schaut ja ganz interessant aus liebe Heidrun. Von dem Ort habe ich allerdings auch noch nie gehört. Nun geht´s in die Reisevorbereitungen für Griechenland, wo wir den Rest des Septembers und Anfang Oktobers verbringen werden.
    Ganz liebe Grüße und eine gute Zeit
    Violetta

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  14. We've been away for a few days - I promise to come back and read your blog post. In the meantime, have a great week and thankyou again for the linkup.

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  15. Hello Heidrun,
    Great photos and mosaic, I would like to visit the brewery, it would be nice to enjoy a beer and the art.
    Thank you for hosting the Mosaic Monday party. Take care, have a wonderful week!

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