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● Ulm Nō. II.
● Brot und Stühle...
In Ulm ist das Museum Brot und Kunst mit einem Forum zur Welternährung für Besucher ausgestattet. Es bezeichnet sich selbst als ein sogenanntes Wissensmuseum, das den Wert von Getreide, Brot und Kultur für die Entwicklung der Menschheit in den Räumen zum Thema hat und aufklären möchte. Man bezieht sich auf natur-, technik- und sozialgeschichtliche Aspekte der Brotherstellung, inklusive der Bedingungen und der Auswirkungen im Laufe der Geschichte. Gleichzeitig hebt man das Verständnis von Brot als Sinnbild für Leben in der spirituellen Vorstellungswelt hervor. Brot, etymologisch von dem althochdeutschen Wort prōt, von urgermanisch brauda, ist ein traditionelles Nahrungsmittel, das aus einem Teig aus gemahlenem Mehl, Wasser, einem Triebmittel und meist weiteren Zutaten in einem Backofen gebacken wird. Das Brot zählt im Übrigen zu den ältesten Grundnahrungsmitteln der Menschheit.
Ein Schwerpunkt in den Hallen vom Brotmuseum ist die Auseinandersetzung mit dem Mangel an Brot bzw. Nahrung im Allgemeinen in der menschlichen Geschichte bis zur Gegenwart.
Sofort dachten wir an die Brotsteine, die wir bei einer Stadtbesichtigung in Lauingen kennenlernten.
Was es mit dem Brotstein auf sich hatte, erfuhren wir seinerzeit in Lauingen bei einer Führung durch den historischen Ort. Ich hatte davon in einem früheren Post geschrieben!
Der Brotstein war zur damaligen Zeit eine - so umschreibe ich es - soziale Einrichtung: Auf dem Brotstein wurden von
den Honoratioren der Stadt die Reste des
Tisches für die arme Bevölkerung gelegt.
Es sollte ein gnädiger Akt sein...
- Archivbild -

Renommierte Kunstwerke des 15. bis 21. Jahrhunderts ergänzen im Museum, wie tief und vielschichtig das Brot bzw. das Getreide in unserer Kultur verankert ist.

Die Menschenskinder fragen:Welches Brot magst Du am liebsten zum Frühstück...beziehungsweise zum Abendessen?
Zugegeben wandelte sich mein persönlicher Geschmack vom Brot. Abwechslung ist mir am liebsten. Ansonsten kann ich sagen, dass eine frische Scheibe Brot mit Butter das Höchste der Genüsse sein kann. Hier in Ulm, im Hotel bekamen wir das weltbeste Couvert-Brot. Das Brot vor dem Essen verkürzt die Wartezeit auf die Vorspeise. Es wird nur gebrochen, mit Butter bestrichen und gegessen!Amüsant fanden wir die Straßenbezeichnung, wie unten im Bild zu sehen: Hinter dem Brot.

mmmm
Der Spruch
In einem alten Buche stieß ich auf ein Wort,das traf mich wie ein Schlag und brennt durch meine Tage fort:Und wenn ich mich an trübe Lust vergeb`,Schein, Lug und Trug zu mir anstatt des Wesens hebe,wenn ich gefällig mich mit raschem Sinn belüge,als wäre Dunkles klar, als wenn nicht Leben tausend wild verschlossne Tor trüge,und Worte wieder spreche, deren Weite nie ich ausgefühlt,und Dinge fasse, deren Sein mich niemals aufgewühlt,wenn mich willkommner Traum mit Sammethänden streicht,und Tag und Wirklichkeit von mir entweicht,der Welt entfremdet, fremd dem tiefsten Ich,dann steht das Wort mir auf: Mensch, werde wesentlich!
__ meint Ernst Stadler
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Im Brotmuseum fast am Ende der Begehung - stehen Stühle und der Hinweis zu Brot und Stühle. Eine seltsame Kombination, die wir mental mitnehmen!Die Kunst zum Brot hängt an den Wänden. Unter anderem die sehr geschätzte Käthe Kollwitz. Ihre Mahnung der Verarmung bekommt aktuell neuerlich Befeuerung. Die Unfähigkeit der amtierenden Regierung sich den Nöten der Minderheiten öffnen zu können. Käthe Kollwitz (1867–1945) nutzte ihre Kunst als Sprachrohr für die Unterdrückten und als Mahnmal gegen Krieg und soziale Ungerechtigkeit. Ihre Werke verbinden tiefes Mitgefühl mit emotionaler Wucht und gaben den Opfern von Armut, Hunger und Krieg eine würdevolle visuelle Stimme.
- Museumsflyer und Wikipedia -
Ihre Kunst fokussiert soziales Engagement, da sie selbst lange in einem Berliner Arbeiterviertel lebte. Dadurch thematisierte sie aus erster Hand die Ausbeutung und das Elend der Arbeiterklasse, z.B. in den Zyklen "Die Weber und Bauernkrieg". Nach ihrer tiefgreifenden Überzeugung sollte die Kunst soziale Bedingungen reflektieren und gleichzeitig auf die Gesellschaft einwirken.
Bekannt ist Käthe Kollwitz mit ihrer Anti-Kriegs-Haltung: nach dem Verlust ihres Sohnes im Ersten Weltkrieg wurde ihre Kunst zu einem kraftvollen Pazifismus. Ihr Plakat „Nie wieder Krieg“ (1924) ist bis heute eine der bedeutendsten Mahnung zum Frieden. Entsprechend vermied sie in ihren Bildern bewusst heroische Schlachten darzustellen, stattdessen das Leid der Hinterbliebenen, Gram der Mütter und Väter, die trauernde Bevölkerung.
Oben im Bild: Der Griesbadbrunnen, der 1994 vom Bildhauer Karl-Ulrich Nuss Brunnen am Zundeltor (nahe dem Seelturm / Ulmer Wassermuseum) erschaffen wurde. Die Bronzefigur zeigt den Michel mit seinen typischen Utensilien: dem Kübel und dem Regenschirm.
Dahinter versteckt sich eine bezaubernde Geschichte. Der Griesbadmichel (eigentlich Michael Hetzer) war ein schlagfertiger Hausknecht und ein bekanntes Original in der Ulmer Stadtgeschichte des 19. Jahrhunderts. Er arbeitete im einstigen Griesbad und zog bei Regenwetter, ausgestattet mit Regenschirm, Eimer und Laterne, durch die Gegend, um für Angler Regenwürmer zu sammeln.


mmmm
Der Spruch
● Historie....
Nach den verschiedenen Unternehmungen kommt uns jeweils ein Bad im Pool des Hotels recht. Eine Runde Wellness, die wir gerne in Anspruch nehmen, gleichgültig wo wir residieren.
Bei weiteren Erkundungen stießen wir auf die Grabenhäusle. Ein Schild an der Stadtmauer gab Auskunft und ich recherchierte intensiver nach. Diese Häuschen sind ein Ulmer Spezifikum. Gebaut gegen 1610 beziehungsweise um 1633 standen die Häuser für die Stadtsoldaten in Reihenbauweise an der alten Stadtmauer zur Verfügung. Die Soldaten sollten dort die zur Befestigung gehörenden Gräben wirksam überwachen können. Daher rührt auch die Benennung. Ehemalige Soldaten und Witwen der Militärs stellten später den größten Käuferkreis, als die Kleinhäuser nach dem Ende der Reichsstadtzeit privatisiert wurden.
Doch entwickelte sich die Bewohnung nach und nach zum Auffangbecken für die städtischen Unterschichten, für die Armen im Ort. Wer es sich leisten konnte, baute in Selbsthilfe aus. Freilich oft ohne Genehmigung, was in vielen Fällen die Behörden auf den Plan rief. Die sanitäre Lage war katastrophal! Es gab nur Gemeinschaftsaborte, die sich bis zu 40 Personen aus zwölf Häuschen teilen mussten. Es kam vor, dass in einer Wohneinheit sogar zwei Familien hausten. Das Grabenhaus bestand aus einer Flurküche und zwei Kammern. Die Armut reizte zum Spott. So schimpften die Ulmer die Bewohner der Grabenhäuser im Dialekt als "Grabaleis", was als "Grabenläuse" übersetzt den Zeitgeist widerspiegelt.
...zum Abschluss nochmals der Blick aus dem 16. Stockwerk, im Panoramarestaurant. Unser Fazit lautet: Wir konnten gemeinsam in Ulm Spaß haben und einiges an interessanten Themen mit nach Hause bringen.

Mosaiksteine in Worten und Bildern aus meinem Alltaggesellen sich in gewohnter Manier dazu.

Die nächste Runde der Collagen zu MosaicMonday bahnt sich an. Ihr seid herzlich eingeladen. Durch den Austausch der Posts, den Kommentaren zeigt sich vielschichtig ein Potpourri an weltweiten Themen zu Natur, dem urbanen Leben und vieles mehr...
...ich freue mich jede Woche auf diese spannenden Begegnungen!
Habt ein wundervolles Wochenende,wünscht euch mit munteren Grüßen
Bei weiteren Erkundungen stießen wir auf die Grabenhäusle. Ein Schild an der Stadtmauer gab Auskunft und ich recherchierte intensiver nach. Diese Häuschen sind ein Ulmer Spezifikum. Gebaut gegen 1610 beziehungsweise um 1633 standen die Häuser für die Stadtsoldaten in Reihenbauweise an der alten Stadtmauer zur Verfügung. Die Soldaten sollten dort die zur Befestigung gehörenden Gräben wirksam überwachen können. Daher rührt auch die Benennung. Ehemalige Soldaten und Witwen der Militärs stellten später den größten Käuferkreis, als die Kleinhäuser nach dem Ende der Reichsstadtzeit privatisiert wurden.






Lovely post
AntwortenLöschenThis was an interesting post and I learned a lot about bread, which is definitely one of the best things to eat, especially warmer with butter. I hadn't heard of a bread stone either, but now we have stones we put in our ovens when we bake bread, so out baking stones are really not anything new. And I understood the difference between a cathedral and minster. Thanks for all the new info. Have a super weekend.
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