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...die Geschichte der Menschheit entwickelt sich in Brüchen, und es wäre töricht, das zu beklagen...
_ meint Paul Ernst
Ein weiteres Mal ...ein Post aus meinem Atelier. Und manches mehr aus meinem/ unseren Alltag.
- Spargel in unserer Küche -
For the translation, I recommend please opening the blog in the
Chrome browser if you like. The translation works well there.
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Einmal im Jahr läuft die Saison der weißen Stangen: Luxus aus der Küche. Ein Signal auch für uns, es muss frischer Spargel auf die Teller. Man gönnt sich ja sonst nichts... heißt es lapidar. Wir essen selten Steaks, keine Garnelen, Kaviar, Austern oder Hummer [ich hatte einmal eine Fischvergiftung mit einem Meeresfrüchte Cocktail!], keine Trüffel oder Gänseleberpastete. Doch jahreszeitliche Ausgewogenheit bevorzuge ich strikt in unserer Küche.____________
Once a year, the season for the white spears is upon us: a culinary luxury. It’s also a sign for us that it’s time to serve fresh asparagus. ‘We don’t treat ourselves to anything else...’ is how it’s put, rather bluntly. We don’t eat often steaks, never prawns, never caviar, never oysters or lobster [I once got food poisoning from a seafood cocktail!], truffles or foie gras. But I strictly favour seasonal balance in our kitchen.
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Genau genommen ist es der Zeitraum zwischen Mai bis Ende Juni, in der beispielsweise Bärlauch, Rhabarber und auch Spargel zum Zuge kommen. Ein verlockender Genuss, der sich uns als eine willkommene kulinarische Abwechslung im Verlauf des Jahres darstellt, fleischlos glücklich zu essen. Vor der Gaumenfreude setzen die Götter allerdings den Schweiß die Arbeit, denn der weiße Spargel will geschält werden, ob der teilweise holzigen Stellen der Oberfläche. In den vergangenen Jahren ergatterten wir lila (!) Spargel, der so wie er war verzehrt werden konnte. Doch diese lila Sorte ist rar und wir kommen kaum noch nach Rain am Lech oder nach Wertingen auf den jeweiligen Wochenmarkt.
- Archivbild -
...möchte ich heute für euch lieben Blogfreunde im Post ausbreiten, wie versprochen. Doch zunächst als Einleitung mein philosophischer Ausflug, der sich mit zerschlagenem Porzellan auseinandersetzt!
Kintsugi (金継ぎ) bedeutet wörtlich übersetzt „Goldene Reparatur“ lese ich nach in meiner Suche nach Erkenntnis; andererseits meint man es ebenfalls als „Goldene Verbindung“, Wikipedia klärte auf. Der Begriff setzt sich aus den japanischen Worten Kin (金 für Gold) und Tsugi (継ぎ für Fuge, Verbindung oder Reparatur) zusammen. Braucht frau Gold, um Brüche zu verbinden?
Kintsugi basiert auf der Weltanschauung in Japan des Wabi-Sabi lese ich weiter. Dies verkörpert Schönheit in der Unvollkommenheit und Vergänglichkeit, beziehungsweise versucht diesen Zustand zu erzeugen.
Der geneigte Leser mag sich eventuell an der Stelle längst fragen, was die porzellaneren Handwerksarbeiten mit meinen Kunstpostkarten in Verbindung bringen soll!? Lasst euch überraschen!
...und nun folgen die Themen, die ich umgesetzt habe.
Beim Thema LICHTUNG wird EIN OFFENER ORT IM DICHTEN angesprochen. Ein RAUM, der für
LICHT, OFFENHEIT UND
ERKENNTNIS steht.
Ich gebe Dir Einblick in meine Arbeit.
Wie sollte ich das Thema umsetzen?
Automatisch dachte ich zunächst an eine abstrakte Darstellung. Allerdings stellte sich die Frage mit welchen Elementen eine Collage geformt werden könnte. Eine Lyrik fiel mir regelrecht in den Schoß. Verse von Christian Wagner: Auf der Lichtung. Und ein weiterer Impuls, diese Lyrik über Kreuz zu schreiben. Diese Technik ist nicht neu.
Das „Über-Kreuz-Schreiben“ (Cross-writing) stammt aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert und wurde auch noch zu Beginn des 19. Jahrhundert praktiziert. Der Grund war, man wollte/ musste Porto und Papier sparen.
Dazu beschrieben die Leute das Briefpapier regulär und drehten es dann um 90 Grad, um quer über den bereits vorhandenen Text die Nachrichten zu vollenden. Natürlich leidet die Lesbarkeit darunter, was man hingenommen hat.
● Wiese
Die WIESE möchte
FÜLLE UND VIELFALT. Das LEBEN IM SATTEN dargestellt.
Bei diesem Thema griff ich in die Trickkiste: MixedMedia. Hier sind in meiner Collage verschiedene Motive mit einer Drahtblüte kombiniert. Die Fülle & Vielfalt stellt sich mir symbolisch über die wechselnden Jahreszeiten dar.
...und zuletzt:
● Zerrissenheit
Bei der ZERRISSENHEIT gilt es ZWISCHEN WOLLEN UND SOLLEN einen Spagat zu schaffen. IN
DER SPANNUNG ZEIGT SICH DAS WESENTLICHE.
Hier wählte ich die bereits angedeutete Technik von Kintsugi. Anstelle des Porzellans kommt Papier zum Einsatz! Ein Motiv fand sich zügig und die Risse kittete ich mit Aquarellfarben. Doch hier besitze ich spezielle Metallicfarben, die von Silber über Bronze zu verschiedenen Goldnuancen reichen, wie unten in der Aufnahme erkennbar sein dürfte.
Die Menschenskinder fragen:
Wie gehst Du mit zerbrochenen Tellern oder Tassen um?
Nein, wir kleben die Scherben nicht mehr zusammen! Das heißt, eine Ausnahme gibt es. Die keramische Zuckerdose, beziehungsweise der zerbrochene Deckel wurde gekittet.
Zwischen den unterschiedlichen Bearbeitungen tobt der Alltag. Und natürlich sind wir vornehmlich vormittags im Garten. Schleichi, der Nachbarskater beobachtet uns und gesellt sich gerne dazu.
Um Scherben
MmMmmm
Ich habe vor wenig Tagen
ein kleines Mädchen geseh'n,
das hat eine Puppe getragen,
gar sonderlich anzuseh'n.
Das Püppchen war umschimmert
von Sammet und Seide licht,
in Scherben aber zertrümmert
war ganz sein liebes Gesicht.
Und dennoch mit seltsamer Güte
hegte sein Spielzeug das Kind,
als ob es erst recht nun hüte
die Trümmer, von Liebe blind. –
So hat auch mein Herz getragen
der Liebe kindischen Traum,
und nun er in Scherben zerschlagen
versteh' ich und fühl' es kaum.
Und schmücke mit Liedern noch immer
ihr letzt' armseliges Stück,
und hüte noch immer die Trümmer
von einem zerbroch'nen Glück.
_ meint A. de Nora
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Scherben sehen wir zur Zeit leider auch in der Zerrissenheit der politischen Weltlage. Eine Gesellschaft, die von Despoten gesteuert darauf abzielt Menschen, die am Rande stehen sich nicht wehren können, auszustossen. Wohin steuert die Menschheit!? Wir diskutieren...
● Nebenbei...
...erwähnt sei die Umstellung vom Zeitungsformat in dieser Woche. Unsere Regionalzeitung - mit weitreichenden Umfang der Verbreitung - setzt drucktechnisch einen gravierenden Meilenstein. Wie in einem vorherigen Post eingeflossen, musste der Göttergatte in den Verlag sich einer kurzen Schulung unterziehen. Es drehte sich um das neue Format, das sogenannte Berliner Format! Die Änderung verheißt eine enorme Einsparung an Papier. Im Gegensatz zum Nordischen Format. Das Nordische Format mit 400 x 570 mm ist das typische Format, das gerne als klassisches Broadsheet bezeichnet wird im Zeitungswesen. Dem gegenüber ist das Berliner Format mit 315 x 470 mm, was als ein moderneres weil auch kompakteres Format angesehen wird.
Den Bogen, respektive die Kurve schlage ich abschließend noch mit dem Papierschöpfer Klaus Wengenmayr. Dessen Papiermanufaktur besuchte ich mit Freunden vor etlichen Jahren. Hier wurden wir kundig, dass sich aus den Schalen (!) vom Spargel durchaus Papier herstellen lässt. Aus den zerkleinerten pflanzlichen Bestandteilen mixt man eine Pulpe, die dann wie üblich mit dem Sieb abgeschöpft sich nach der Trockenphase in ein Stück Papier verwandelt.
Abschließend sei noch ein Film erwähnt: Das Glück hat acht Arme (Remarkably Bright Creatures) aus dem Jahr 2026. Hier spielt Sally Field, Lewis Pullman und Colm Meaney, sowie ein Riesenkrake namens Marcellus. Die Seniorin, Sally Field, vertraut ihre Seelenqualen in diesem Melodram dem Kraken an. Unterhaltsam, rührend wer ein Faible für Fantasie mitbringt. Mir gefiel es!
Mosaiksteine in Worten und Bildern aus meinem Alltag
gesellen sich in gewohnter Manier dazu.
Die nächste Runde der Collagen zu MosaicMonday bahnt sich an. Ihr seid herzlich eingeladen. Durch den Austausch der Posts, den Kommentaren zeigt sich vielschichtig ein Potpourri an weltweiten Themen zu Natur, dem urbanen Leben und vieles mehr...
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...ich freue mich jede Woche auf diese spannenden Begegnungen!
Habt ein wundervolles Wochenende,
wünscht euch mit munteren Grüßen
Heidrun
Magic.
AntwortenLöschenThat’s a happy cat!
AntwortenLöschenYou have a lot going on. I have seen the practice of writing 90 degrees to the existing writing when you run short of paper. I find hard to read but visually very stimulating.
AntwortenLöschenServus Heidrun, weißer Spargel ist nicht meins, wenn schon dann eventuell grünen Spargel gegrillt.
AntwortenLöschenÜber-Kreuz-Schreiben? Das habe ich noch nie gehört und finde es echt interessant. Schaut auch interessant aus.
Trotz Hitze so entspannt und gelassen kann nur eine Katze sein!
LG aus Wien