MosaicMonday No. 192

▪︎ Kann unbeauftragte, unbezahlte Werbung enthalten.


Es gibt Religion trotz der Kirche...  vielleicht gerade deshalb.

_ meint Paul Richard Luck



 Ulm Nō. II.

Die Fortsetzung mit Abschluss aus unserem Kurzurlaub in diesem Post.
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- das Ulmer  Münster -


For the translation, I recommend please opening the blog in the
Chrome browser if you like. The translation works well there. 

- Gruß aus dem Garten: unsere Pfingstrosen -

Vor dem Besuch Ulms trat eine Frage auf: wieso ist diese Kirche ein Münster und kein Dom? Und die Betrachtungen ergaben, dass ein Münster genauso imposant wie ein Dom ist, zumeist aber auf einer anderen historischen Geschichte beruht. Im Gegensatz zum Dom ist ein Münster ursprünglich keine alleinstehende Kirche, lese ich nach. Eine Kirche wird als Münster bezeichnet, wenn sie als Teil eines Klosters oder Stifts gebaut wurde und somit keine Pfarrkirche als solches ist. 
Aha! Von Klarheit keine Spur...

Tatsache ist, dass der vormals höchste Kirchturm in Ulm aktuell von der Sagrada Familia abgelöst wird. Übrigens... Auf der Spitze des 172,5 Meter hohen Turms befindet sich dabei auch ein Stück bayerischer Ingenieurskunst! Das 17 Meter hohe Glaskreuz stammt vom Fassadenbauer Gartner aus Gundelfingen an der Donau, wie in den regionalen Nachrichten mit Stolz verkündet.

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Before visiting Ulm, a question arose: why is this church a ‘Cathedral’ and not a ‘Dome’? And upon reflection, it became clear that a ‘Cathedral’ is just as imposing as a ‘Dome’, but is usually based on a different history. Unlike a ‘Dome’, a ‘Cathedral’ is not originally a stand-alone church, I read. A church is referred to as a minster if it was built as part of a monastery or collegiate chapter and is therefore not a parish church as such. Aha! Not a trace of clarity.


Bei unserer Visite im Mai war die Besichtigung vom Ulmer Münster erschwert. Dort finden derzeit innen wie außen umfangreiche Restaurierungen statt. Was natürlich schade für uns war...

Im Vorfeld recherchierte ich außerdem, dass der Grundstein des Münsters bereits 1377 gelegt worden sei, eine Epoche da Ulm noch als Reichsstadt galt und vor der Reformation als römisch-katholisch galt. Die Predigten des Ulmer Reformators Konrad Sam (ca. 1524) dokumentieren die spätere graduelle Einführung der Reformation.

1530 fiel schließlich die Entscheidung in einer Bürgerabstimmung zugunsten des evangelischen Bekenntnisses mit einer entsprechenden Mehrheit von sieben Achteln. Damit wandelte sich das Ulmer Münster zu einem Gotteshaus des evangelischen Glaubens! Entsprechend befand sich das Münster bis 1894 im Besitz der Stadt Ulm, fiel danach in den Besitz der evangelischen Kirchengemeinde Ulm.

Apropos... Als Münchnerin zählte ich meine Heimatstadt immer zu den rebellischen Metropolen. Doch genauer betrachtet, gilt dieses Epitheton ebenso für Ulm!

Ergo appliziere ich gedanklich auf den Großen Schwörbrief. Seit 1397 erweist sich das Dokument als bedeutendste Änderung zur ursprünglichen Verfassung der Reichsstadt Ulm.

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I therefore apply this reasoning to the Great Oath. Since 1397, this document has proved to be the most significant amendment to the original constitution of the Imperial City of Ulm.

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Das besagte Schriftstück beendete nämlich den erbittert geführten Machtkampf zwischen dem Patriziat und den etablierten Zünften. Der Große Schwörbrief wurde entwickelt und besiegelte den Zünften die Mehrheit im Stadtrat, garantierte gleiches Stimmrecht und verpflichtete den Bürgermeister zur jährlichen Rechenschaft!
Zuvor wehrten sich im 14. Jahrhundert die Handwerker und Kaufleute vehement, dass nur wenige Patrizierfamilien über die Stadt herrschten. 

Der Große Schwörbrief legte den Grundsatz fest, dass alle Bürger, - Arme und Reiche -, vor dem Gesetz gleich sind. Der Bürgermeister musste fortan alljährlich den Eid schwören: „Reichen und Armen ein gemeiner Mann zu sein“.

Seufz... ich wünschte, dass heute in 2026 die Regierung hierzulande dies wieder berücksichtigen würde! Der vormals gediegene Mittelstand wird hier systematisch abgeschafft.

Sigh... I wished that now in 2026 the government here would take this into account again! The once-thriving middle class is being systematically dismantled here.

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Eine französische Redewendung fällt mir dieser Tage in den Schoß, welche meiner Ansicht nach passt: „Am Ende des Schachspiels kehren König und Bauer in dieselbe Schachtel zurück!“ Eine zeitlose Ansicht, dass Macht und Reichtum keinen Menschen definieren.


Eine Hochzeit im Münster hinderte uns zusätzlich neben der erwähnten Restaurierung einzutreten. Der Kirchturm mit Baugerüst war ohnehin laut Hinweis nur bedingt zugänglich. Wir ließen es gänzlich bleiben. Und waren trotzdem nicht enttäuscht.



Das Wetter zeigte sich trügerisch, wir wagten uns mit dem Schirm hinaus und ließen uns den Weg beschreiben.
Der nächste Ausflug galt einem besonderen Museum.

...wir besuchten das seir 2025 neu formierte Brotmuseum

[don’t call me brotmuseum]

Zu entdecken ist das Museum im Zentrum der Ulmer Altstadt im 1592 erbauten Salzstadel, einem Renaissancegebäude, das bis Anfang des 19. Jahrhunderts als Lagerhaus für Getreide, Salz und anderen Güter diente.

Und ich frage Dich: Darf es ein Mehrkornbrot sein? Oder möchtest Du lieber ein Baguette, ein Roggenbrot, Laugenbrezeln, Pumpernickel – die Qual der Wahl beim täglichen Brot ist eine individuelle Frage.

Das Museum für Brot und Kunst in Ulm schaut in seiner Ausstellung genauer hin, wagt den Blick bis 2050. Der Fokus liegt auf winzigen Bakterien, Pilzen und Algen. Kleine Giganten heißt die Schau, die sich der Macht der Mikroorganismen widmet.




 Brot und Stühle...

In Ulm ist das Museum Brot und Kunst mit einem Forum zur Welternährung für Besucher ausgestattet. Es bezeichnet sich selbst als ein sogenanntes Wissensmuseum, das den Wert von Getreide, Brot und Kultur für die Entwicklung der Menschheit in den Räumen zum Thema hat und aufklären möchte. Man bezieht sich auf natur-, technik- und sozialgeschichtliche Aspekte der Brotherstellung, inklusive der Bedingungen und der Auswirkungen im Laufe der Geschichte. Gleichzeitig hebt man das Verständnis von Brot als Sinnbild für Leben in der spirituellen Vorstellungswelt hervor. Brot, etymologisch von dem althochdeutschen Wort prōt, von urgermanisch brauda, ist ein traditionelles Nahrungsmittel, das aus einem Teig aus gemahlenem Mehl, Wasser, einem Triebmittel und meist weiteren Zutaten in einem Backofen gebacken wird. Das Brot zählt im Übrigen zu den ältesten Grundnahrungsmitteln der Menschheit.

Ein Schwerpunkt in den Hallen vom Brotmuseum ist die Auseinandersetzung mit dem Mangel an Brot bzw. Nahrung im Allgemeinen in der menschlichen Geschichte bis zur Gegenwart.

Sofort dachten wir an die Brotsteine, die wir bei einer Stadtbesichtigung in Lauingen kennenlernten.

Was es mit dem Brotstein auf sich hatte, erfuhren wir seinerzeit in Lauingen bei einer Führung durch den historischen Ort. Ich hatte davon in einem früheren Post geschrieben!

Der Brotstein war zur damaligen Zeit eine - so umschreibe ich es - soziale Einrichtung: Auf dem Brotstein wurden von

den Honoratioren der Stadt die Reste des
Tisches für die arme Bevölkerung gelegt.

Es sollte ein gnädiger Akt sein...


- Archivbild -



Renommierte Kunstwerke des 15. bis 21. Jahrhunderts ergänzen im Museum, wie tief und vielschichtig das Brot bzw. das Getreide in unserer Kultur verankert ist.


Die Menschenskinder  fragen:
Welches Brot magst Du am liebsten zum Frühstück...
beziehungsweise zum Abendessen?

Zugegeben wandelte sich mein persönlicher Geschmack vom Brot. Abwechslung ist mir am liebsten. Ansonsten kann ich sagen, dass eine frische Scheibe Brot mit Butter das Höchste der Genüsse sein kann. Hier in Ulm, im Hotel bekamen wir das weltbeste Couvert-Brot. Das Brot vor dem Essen verkürzt die Wartezeit auf die Vorspeise. Es wird nur gebrochen, mit Butter bestrichen und gegessen!
Amüsant fanden wir die Straßenbezeichnung, wie unten im Bild zu sehen: Hinter dem Brot.

mmmm

Der Spruch

In einem alten Buche stieß ich auf ein Wort,
das traf mich wie ein Schlag und brennt durch meine Tage fort:
Und wenn ich mich an trübe Lust vergeb`,
Schein, Lug und Trug zu mir anstatt des Wesens hebe,
wenn ich gefällig mich mit raschem Sinn belüge,
als wäre Dunkles klar, als wenn nicht Leben tausend wild verschlossne Tor trüge,
und Worte wieder spreche, deren Weite nie ich ausgefühlt,
und Dinge fasse, deren Sein mich niemals aufgewühlt,
wenn mich willkommner Traum mit Sammethänden streicht,
und Tag und Wirklichkeit von mir entweicht,
der Welt entfremdet, fremd dem tiefsten Ich,
dann steht das Wort mir auf: Mensch, werde wesentlich!

__ meint Ernst Stadler

■ ■  ■ 


Im Brotmuseum fast am Ende der Begehung - stehen Stühle und der Hinweis zu Brot und Stühle. Eine seltsame Kombination, die wir mental mitnehmen!
Die Kunst zum Brot hängt an den Wänden. Unter anderem die sehr geschätzte Käthe Kollwitz. Ihre Mahnung der Verarmung bekommt aktuell neuerlich Befeuerung. Die Unfähigkeit der amtierenden Regierung sich den Nöten der Minderheiten öffnen zu können.
               
Käthe Kollwitz (1867–1945) nutzte ihre Kunst als Sprachrohr für die Unterdrückten und als Mahnmal gegen Krieg und soziale Ungerechtigkeit. Ihre Werke verbinden tiefes Mitgefühl mit emotionaler Wucht und gaben den Opfern von Armut, Hunger und Krieg eine würdevolle visuelle Stimme.

- Museumsflyer und Wikipedia -

Ihre Kunst fokussiert soziales Engagement, da sie selbst lange in einem Berliner Arbeiterviertel lebte. Dadurch thematisierte sie aus erster Hand die Ausbeutung und das Elend der Arbeiterklasse, z.B. in den Zyklen "Die Weber und Bauernkrieg". Nach ihrer tiefgreifenden Überzeugung sollte die Kunst soziale Bedingungen reflektieren und gleichzeitig auf die Gesellschaft einwirken.

Bekannt ist Käthe Kollwitz mit ihrer Anti-Kriegs-Haltung: nach dem Verlust ihres Sohnes im Ersten Weltkrieg wurde ihre Kunst zu einem kraftvollen Pazifismus. Ihr Plakat „Nie wieder Krieg“ (1924) ist bis heute eine der bedeutendsten Mahnung zum Frieden. Entsprechend vermied sie in ihren Bildern bewusst heroische Schlachten darzustellen, stattdessen das Leid der Hinterbliebenen, Gram der Mütter und Väter, die trauernde Bevölkerung.


Oben im Bild: 
Der Griesbadbrunnen, der 1994 vom Bildhauer Karl-Ulrich Nuss Brunnen am Zundeltor (nahe dem Seelturm / Ulmer Wassermuseum) erschaffen wurde. Die Bronzefigur zeigt den Michel mit seinen typischen Utensilien: dem Kübel und dem Regenschirm.

Dahinter versteckt sich eine bezaubernde Geschichte. Der Griesbadmichel (eigentlich Michael Hetzer) war ein schlagfertiger Hausknecht und ein bekanntes Original in der Ulmer Stadtgeschichte des 19. Jahrhunderts. Er arbeitete im einstigen Griesbad und zog bei Regenwetter, ausgestattet mit Regenschirm, Eimer und Laterne, durch die Gegend, um für Angler Regenwürmer zu sammeln.


 Historie....

Nach den verschiedenen Unternehmungen kommt uns jeweils ein Bad im Pool des Hotels recht. Eine Runde Wellness, die wir gerne in Anspruch nehmen, gleichgültig wo wir residieren.


Bei weiteren Erkundungen stießen wir auf die 
Grabenhäusle. Ein Schild an der Stadtmauer gab Auskunft und ich recherchierte intensiver nach. Diese Häuschen sind ein Ulmer Spezifikum. Gebaut gegen 1610 beziehungsweise um 1633 standen die Häuser für die Stadtsoldaten in Reihenbauweise an der alten Stadtmauer zur Verfügung. Die Soldaten sollten dort die zur Befestigung gehörenden Gräben wirksam überwachen können. Daher rührt auch die Benennung. Ehemalige Soldaten und Witwen der Militärs stellten später den größten Käuferkreis, als die Kleinhäuser nach dem Ende der Reichsstadtzeit privatisiert wurden.


Doch entwickelte sich die Bewohnung nach und n
ach zum Auffangbecken für die städtischen Unterschichten, für die Armen im Ort. Wer es sich leisten konnte, baute in Selbsthilfe aus. Freilich oft ohne Genehmigung, was in vielen Fällen die Behörden auf den Plan rief. Die sanitäre Lage war katastrophal! Es gab nur Gemeinschaftsaborte, die sich bis zu 40 Personen aus zwölf Häuschen teilen mussten. Es kam vor, dass in einer Wohneinheit sogar zwei Familien hausten. Das Grabenhaus bestand aus einer Flurküche und zwei Kammern. Die Armut reizte zum Spott. So schimpften die Ulmer die Bewohner der Grabenhäuser im Dialekt als "Grabaleis", was als "Grabenläuse" übersetzt den Zeitgeist widerspiegelt.

...zum Abschluss nochmals der Blick aus dem 16. Stockwerk, im Panoramarestaurant. Unser Fazit lautet: Wir konnten gemeinsam in Ulm Spaß haben und einiges an interessanten Themen mit nach Hause bringen.


Mosaiksteine in Worten und Bildern aus meinem Alltag
gesellen sich in gewohnter Manier dazu.


Die nächste Runde der Collagen zu MosaicMonday bahnt sich an. Ihr seid herzlich eingeladen. Durch den Austausch der Posts, den Kommentaren zeigt sich vielschichtig ein Potpourri an weltweiten Themen zu Natur, dem urbanen Leben und vieles mehr...

You are invited to the Inlinkz link party!

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...ich freue mich jede Woche auf diese spannenden Begegnungen!

Habt ein wundervolles Wochenende,
wünscht euch mit munteren Grüßen

Heidrun

Verlinkt mit Skywatching, mit dem Samstagsplausch 
mit Herzen, mit Saturday Critters und Slices of Life

 

mit FFO und mit Comedy-Plus 
geteilt mit Wordless Wednesday und Sunday Best 

Kommentare

  1. This was an interesting post and I learned a lot about bread, which is definitely one of the best things to eat, especially warmer with butter. I hadn't heard of a bread stone either, but now we have stones we put in our ovens when we bake bread, so out baking stones are really not anything new. And I understood the difference between a cathedral and minster. Thanks for all the new info. Have a super weekend.

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  2. I don't have chrome, but I enjoyed seeing all the statues and sculptures. Happy FFO.

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