MosaikMonday No. 182

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Wohin ich schaue, Wunder über Wunder, wohin ich lausche, alles wunderbar.
Ihr sprecht von Sinn, Gesetz und von gesunder Vernunft: 
Ihr schaukelt zwischen falsch und wahr!

_ sagt Jakob Bosshart 



 Ostern...

...hoppelt vor die Türen. Häschen & Co. sind gefragt.
Frohe Osterfeiertage wünsche ich allen Blogfreunden!

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Lyrik

ruckartig
mmmmmmmmmm
wunder
überspringen die mauseschritte
der logik
kreuzwege
enden
im geheimnis feuerwagen

_ meint Wilhelm Willms



Draußen tobt ein herrischer Wind übers Land, während ich im Wohnzimmer schreibe. Sturm? Ja, in vielfacher Hinsicht erleben wir stürmische Zeiten, und es ist kein Ende in Sicht. Herrisch trifft auf das politische Klima gleichermaßen zu.


Über Nacht flogen wenige Schneeflocken, die Kälte kam zurück. Gerade freuten wir uns noch über die blühende Pracht der Forsythien beim Nachbarn im Garten. Das Aprilwetter mit launischer Witterung drang streng in den auslaufenden März ein, erinnert dass der Frühling erst beginnen wird. Einige Ostergrußkarten an Verwandte und Freunde wollten auf den Weg  gebracht werden. Es sind nur noch wenige Adressen übrig, die meisten Grüße erfolgen elektronisch beziehungsweise via Telefon.

Als sich der Wind etwas legt, lugt ein Eichkätzchen auf der Terrasse ins Wohnzimmer herein. Wir kannten es noch nicht, es ist neu und mit einem braunen Fellchen reizend anzusehen, dazu hat es einem zweifarbig gemusterten Schweif.

Was es mit dem angefressenen Buch auf sich hat?

Beim Ausmisten fiel es mir wieder in die Hände. Es handelt sich um das Buch von Esther Vilar: Der dressierte Mann. Damit machte sie 1971 als Schriftstellerin mit ihren Auftritt in der Eurovisionssendung Wünsch Dir was bekannt Furore. Hier formulierte sie die provokante These, dass nicht – wie von der damals aufkommenden Frauenbewegung postuliert – die Frau durch den Mann unterdrückt werde, sondern der Mann durch die Frau. Was zu Kontroversen führte und Vilar war Anfeindungen ausgesetzt. So erfolgten körperliche Angriffe und Morddrohungen. Sie wurde auf einer Toilette der Münchner Staatsbibliothek von vier jungen Frauen verprügelt. Nach eigener Aussage war dies dann der Auftakt für ihre Emigration aus Deutschland.

Mein Lehrer borgte mir das Buch zum Lesen. Und ich ließ es - leichtsinnigerweise - auf meinem Bett liegen, ging zum Frühstück. Hier zerbiss unser Cockerspaniel dieses Werk und ich musste das Buch meinem Lehrer ersetzen. Was sagt uns dieser Vorfall!?

- Frühjahrsmüder Kater -

Obwohl die österlichen Vorbereitungen vor Wochen absolviert, sah es unmittelbar eng aus vor Karfreitag. Letzte Besorgungen wegen frischen Gemüse, eine Stunde (!) Physiotherapie, dem Motorrad eine neue Batterie verpassen und dann reparieren weil der Benzinschlauch mürbe geworden war. Gerümpel auf den Wertstoffhof und dem vorderen Garten Rindenmulch gönnen... plötzlich übermannte uns beide, mein Mann und mich, die Frühjahrsmüdigkeit.

Viriditas ist die von Hildegard von Bingen formulierte Bezeichnung für Grünkraft. Es bezieht sich auf eine Grundkraft, die der gesamten Natur, also Menschen, Tieren, Pflanzen und Mineralien innewohnen soll. Auch in der österliche freude steckt diese Grundkraft der Natur: die Benennung vom Gründonnerstag weist darauf hin.


 Feiertage...

...stehen nun parat vor uns am Wochenende, wollen gebührend zelebriert sein. Wir freuen uns und verbringen das Fest mit stillem Gedenken, beschlossen wir in aller Ruhe. Wir brauchen ein Innehalten für unser Seelenheil. Ein schmuckes Bouquet erfreut bei den Mahlzeiten in der Küche.

...und der Griff ins Bücherregal bei unwirtlicher Witterung.


Derweil lag der Dienstplan vom Korrektorat vor, der am Ostermontag den Einsatz im vom Göttergatten fordert - was uns natürlich einschränkt - ansonsten sind kleine Treffen geplant. 


Die Menschenskinder  fragen:
Wie feierst Du das Osterfest?


Unser Küchenplan für das Kochen respektive Braten und Garen zu den Feiertagen liegt ebenfalls vor. Natürlich beginnt die Karwoche mit dem Gründonnerstag, das heißt es gibt Spinat und Spiegeleier mit Bratkartoffeln. Am Karfreitag Pasta mit Lachs und italienischen Gemüse flankiert und am Osterwochenende entschieden wir uns für einen Hasenbraten auf die Teller.

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Mit dem Osterfest endet die Fastenzeit. Eine Anekdote gab ich unlängst bei Freunden zum Besten. Da die Mönche sich per se mit „Liquidum non frangit jejunium“ (Flüssiges bricht das Fasten nicht) über den Tag retteten.
Die Tradition lässt sich bekanntlich auf die Mönche des Paulaner-Ordens zurückführen, die im 16. Jhd. südöstlich von München angesiedelt waren. Da die Fastenregeln zu dieser Zeit noch sehr streng waren, brauten die findigen Mönche das Bier stärker ein, um davon satt zu werden.

Nach der Überlieferung plagte die Mönche das Gewissen. So entsendeten sie mehrer Fässchen des Sudes nach Rom, um das Bier vom Papst genehmigen zu lassen. Durch die umständlichen Transportwege mit Eseln über die Alpen und die südlichen Temperaturen war das Starkbier jedoch verdorben. Nachdem der Heilige Vater das sauere Gesöff kostete bestätigte er die Bedenkenlosigkeit, dass dieses Getränk durchaus als Buße während der Fastenzeit anzusehen sei.


Ein letzter Einkauf musste absolviert werden, es fehlen immer wieder Kleinigkeiten fürs Gelingen. Nur keine Hektik! Daher fiel die Kocherei aus und wir aßen einen Döner. Lange ist's her, dass wir bei unserem Türken zu Gast waren. Hier bevorzugen wir einen Dinkeldöner... den es allerdings nicht gab.


 Die Vogeluhr...


...stellt die Natur ein. Wir Menschen müssen nicht eingreifen. Ganz im Gegenteil zu unser auferlegten Zeitumstellung, der wir immer noch folgen müssen. Der Göttergatte war am Palmsonntag gut beschäftigt mit all' den Uhren im Haus, die sich nicht automatisch anpassen können. Zum Beispiel meine Uhr am Backofen. Auf diesen Zeitmesser fällt der Blick sofort beim Betreten der Küche und muss ordentlich die Zeit verkünden.

Dagegen bietet NABU auf deren Website eine Vogeluhr an. Eine äußerst zauberhafte Vorstellung der unterschiedlichen Vogelstimmen. Das eigentliche Konzert hören wir hier live am frühen Morgen. Draußen ist es noch dunkel, während der Kaffee durch die Kaffeemaschine gurgelt.

Ostern
von Ringelnatz interpretiert

Wenn die Schokolade keimt,
wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
„Glockenklingen“ sich auf „Lenzesschwingen“
endlich reimt,
und der Osterhase hinten auch schon presst,
dann kommt bald das Osterfest.

Und wenn wirklich dann mit Glockenklingen
Ostern naht auf Lenzesschwingen, – –
dann mit jenen Dichterlingen.

Und mit deren jugendlichen Bräuten
draußen schwelgen mit berauschten Händen – –
Ach, das denk ich mir entsetzlich,
außerdem – unter Umständen –
ungesetzlich.

Aber morgens auf dem Frühstückstische
Fünf, sechs, sieben flaumweich gelbe, frische
Eier. Und dann ganz hineingekniet!

Ha! Da spürt man, wie die Frühlingswärme
durch geheime Gänge und Gedärme
in die Zukunft zieht,
und wie dankbar wir für solchen Segen
sein müssen.

Ach, ich könnte alle Hennen küssen,
die so langgezogene Kugeln legen.


Mosaiksteine in Worten und Bildern aus meinem Alltag
gesellen sich in gewohnter Manier dazu.

Die nächste Runde der Collagen zu MosaicMonday bahnt sich an. Ihr seid herzlich eingeladen. Durch den Austausch der Posts, den Kommentaren zeigt sich vielschichtig ein Potpourri an weltweiten Themen zu Natur, dem urbanen Leben und vieles mehr...

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...ich freue mich jede Woche auf diese spannenden Begegnungen!

Habt wundervolle Ostern, wünscht euch mit munteren Grüßen

Heidrun

Verlinkt mit Skywatching, mit dem Samstagsplausch 
mit Herzen, mit Saturday Critters und Slices of Life

 

mit FFO und mit Comedy-Plus 
geteilt mit Wordless Wednesday und Sunday Best 

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