30. Juli 2016

Ein Besuch...

...in Anhausen, dabei habe ich eine besondere
Kirche  gefunden und fotografiert.

Geteilt mit 


Die Bilder im Post sind den gerne besuchten Aktionen gewidmet,
zwei sehr schöne Projekte von Nova. Zitate und Glockentürme...

...mit einem rosigen Blumengruß für die Blogfreunde!




Da bedingt durch die wechselhaften Wetterverhältnisse, uns zwischendurch ein sonniger Tag überraschte, beschlossen wir spontan alles, wirklich alles liegen und stehen zu lassen, die Goldwing vor dem Rückfall in den zweiten Winterschlaf in der Garage zu bewahren und eine Tour zu fahren.

Keine große Ausfahrt, sondern in unsere Augsburger Peripherie. Mein Mann grübelte, ich grübelte - kurze Diskussion und dann stand es fest: Anhausen, westlich gelegen von Augsburg.

Wir wollten die stets stark befahrene B300 vermeiden und kurvten durch verschiedene kleinere Dörfer, kamen trotz des Umweges zügig und sicher am angepeilten Ziel pünktlich zu Mittag an: Das Gasthaus "Zur Traube", Anhausen. Dort aßen wir hungrig im schattigen Biergarten zu Mittag.

Nach dem Essen galt es meinen Wunsch zu erfüllen, quasi als Nachtisch, die Kirche in unmittelbarer Nähe zu erkunden, zu fotografieren und zu Hause dies früher oder später in einen Post zu formulieren, Bilder - zumindest von außen - ergänzend zum Text zu bieten. Welch` Zufall, die Kirche stand offen!





Doch zunächst ein Abriss zum Ort selbst.
Gegründet war der Ort im 6. bis 7. Jahrhundert worden:
Der Alemanne Anno gründete mit seiner und zwei weiteren Familien südlich von Diedorf in einem Nebental der Schmutter eine Siedlung, die sich fortan Annohuson, Anneshusa, schließlich Anhausen (bei den Häusern des Anno) nennt.

Die erste schriftliche Erwähnung des Ortsnamens findet sich im Jahr 1067.

Volcmar de Anneshusa ist Zeuge in einer Schenkungsurkunde des
Augsburger Bischofs Embrico an das Kollegiatsstift St. Peter (am
Perlachturm) in Augsburg. Die Bezeichnung de Anneshusa, also von
Anhausen, ist kein Ortsadel, sondern nur Unterscheidung für Träger
gleicher Vornamen aus verschiedenen Ortschaften. Bis zu seiner
Aufhebung im Jahre 1803 hatte das Domstift Augsburg die Grund-
und Ortsherrschaft inne.
Seit 1944 war Anhausen der Wohnsitz des Malers Otto Michael Schmitt.
In seinem Anhauser Atelier entstanden u.a. auch die Entwürfe für die
Augsburger Weberhausfresken (1959–61).
Am 1. Mai 1978 verliert die Gemeinde Anhausen ihre Selbständigkeit
und wird nach Diedorf eingemeindet. Diedorf ist seit 1996 ein Markt
mit ca. 10.000 Einwohnern.









Die Gastwirtschaft war uns von Freunden empfohlen worden.

Ein lohnendes Ziel an einem so herrlichen Tag, den schönen Biergarten in der herrlichen Landschaft von Anhausen aufzusuchen.








Kirche St. Adelgundis

Die katholische Pfarrkirche Sankt Adelgundis Anhausen wurde 1716 eingeweiht. Turm, Chor und Langhaus sind Arbeiten des domkapitelischen Werkmeisters Hans Georg Mozart (ein Ur-Großonkel von Wolfgang Amadeus Mozart). Die quadratischen spätgotischen Turmgeschosse stammen von einem Vorgängerbau aus dem 15. Jahrhundert. Im Seitenaltar befindet sich der Sarkophag des sogen. „Adelgundisgrabes“ von 1496. 





Der weithin sichtbare Kirchturm mit seiner silbernen Zwiebelspitze ragt 37 Meter in die Höhe und trägt vier Glocken.
Die erste Glocke der Anhauser Pfarrkirche wurde bereits im Jahre 1459 gegossen. Die Glockeninschrift für diese (damals zweitgrößte) Glocke besagte: „Anno Domini 1459 jar in den eren sant Adelgundis ward ich gegossen“ (d.h., „Im Jahr des Herren 1459 zu Ehren der heiligen Adelgundis wurde ich gegossen“).

Die größere Glocke trug die Inschrift: „1508 gos mich maister Sebold“. Die Glocken befanden sich demnach bereits in dem Vorgängerbau des heutigen Kirchenturms, da dieser erst im 18. Jahrhundert in der vorhandenen Form grundlegend umgestaltet wurde.
Die zwei kleineren Glocken stammten aus dem 16. Jahrhundert. Alle vier Glocken wurden im Jahre 1896 von dem Glockengießer Hamm in Augsburg umgegossen. Das Glockengewicht betrug 17,4 Zentner, 8,9 Zentner, 5 Zentner und 3,2 Zentner (In Kilo: 870 kg; 445 kg; 250 kg und 160 kg).
Die drei kleineren Glocken wurden im Ersten Weltkrieg im Jahre 1917 abgenommen und eingeschmolzen. Die Glockengießerei Oberacher aus München ersetzte diese drei durch neue. Die feierliche Weihe der neuen Glocken erfolgte am 6 August 1922. Das Glockengewicht betrug nun 11; 6,8 und 5 Zentner (550 kg; 340 kg; 250 kg).
Im Zweiten Weltkrieg wurden im Jahre 1942 erneut drei Glocken eingeschmolzen. Jetzt traf es die drei größeren Glocken. Diese wurden im Jahre 1949 wiederum ersetzt. Die kleinere Glocke der heute (2012) noch vorhandenen vier Glocken stammt demnach aus dem vorherigen Bestand von 1922[3].
Die größte Glocke trägt die Aufschrift: „Sancta Adelgundis – ORA PRO NOBILIS“; auf der zweitgrößten steht: „Salve Regine“. Am unteren Rand der beiden größeren Glocken hat der Glockengießer sich selbst genannt: „ Meister Benjamin Grüninger, Villingen, Neu-Ulm“. Die Firma existierte bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts.










Die Kirche und der Kirchturm wurden gegen Ende des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt. Am 28. April 1945 schlug gegen 3 Uhr nachmittags eine amerikanische Granate in das Kirchendach ein.

Eine zweite Granate riss ein Eck des Kirchturms unterhalb der Schalllöcher weg. Etwa 25 weitere Granaten flogen Richtung Kirche und Kirchturm und landeten in den dahinter liegenden Wiesen. Menschen kamen nicht zu Schaden. Kirchendach, Turm und Kircheninneres wurden schwer beschädigt, sämtliche Fenster waren zerborsten. Als Ursache für den Beschuss wurde vermutet, dass die von Richtung Gessertshausen herannahenden Amerikaner eine Person auf dem Kirchturm ausgemacht hatten.

Die Soldaten vermuteten offenbar einen deutschen Beobachtungsposten auf dem Turm und nahmen Kirchturm und Kirche unter Beschuss.
Quelle: Wikipedia




St. Adelgundis ist die römisch-katholische Kirche in Anhausen (Diedorf) bei Augsburg. Die Verehrung der hl. Aldegundis ist hier erstmals durch eine Inschrift auf einer Glocke aus dem Jahre 1459 bezeugt. Die Glocke wurde aber 1942 eingeschmolzen.

Die heilige Aldegundis oder Adelgundis (* um 630 in Coulsore, Frankreich; † 30. Januar 684 bzw. 695 oder 700) war die Gründerin und Äbtissin des Doppelklosters Maubeuge. Die Heilige wird in der katholischen Kirche als Nothelferin bei Krankheit und Todesgefahr angerufen.

Ihr Gedenktag ist der 30. Januar. Die Verehrung Aldegundis verbreitete sich ab dem 8. Jahrhundert, vor allem in Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Deutschland. Die heilige Aldegundis wird häufig zu den Nothelfern gezählt und angerufen bei Fieber, Krebserkrankungen, Kopfschmerzen, Epilepsie, Kinder-, Augen- und Geisteskrankheiten sowie allgemeiner Todesgefahr. Eine bekannte Fürbitte in diesem Zusammenhang ist: St. Adelgundis uns bewahr vor Fieber, Krebs und Todesgefahr.

Quelle: Wikipedia



Abschließend noch
das Glockenläuten von St. Adelgundis.




Die Ereignisse der letzten Wochen bewegten mich diese Zeilen zu schreiben.

Ausnahmezustand?!

Spielt man mit Waffen in einem Land,
reagiert die Hand, ruht der Verstand.
Gefühle, die uns alle dann bewegen,
beherrscht von Ängsten, die sich regen.

Der Alltag in einem normalen Leben,
durchsetzt vom Nehmen - kein Geben.

Zurück zu einem guten Miteinander fein,
sollte dagegen unser aller Streben sein.

©  Heidrun Stallwanger 07/2016





Habt es alle fein und einen guten Ausklang der Woche,
wünscht

Heidrun

Die Kommentare werden weiterhin von mir moderiert, da leider
so viele Spams auf jeden Post in der Mailbox landen.

Verlinkt mit Nova`s ZiB. 

Kommentare:

  1. Das muss ein total schöner Ausflug gewesen sein.
    Ich wünsche mir auch einen baldigen Besuch in einem Biergarten.
    Ich esse eine Bratensulz so gerne.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende! Angela

    AntwortenLöschen
  2. Zuerst einmal strecke ich beide Daumen hoch für dein Zitat. Ganz tolle Worte die wir wohl alle nachvollziehen können. Es bleibt zu hoffen das dieses Wochenende friedlicher verläuft, denn die Horrorgedanken bleiben ja irgendwie.

    Über den Glockenturm freue ich mich wieder sehr und dazu noch vor allem das die Kirche auch geöffnet war. Wunderschön gestaltet hat es sich durch den Bau schon fast erahnen lassen was man innen sehen kann. Schön dass sie nach dem Krieg dann wieder aufgebaut wurde. Schon allein wegen ihrer Geschichte. Danke dir vielmals für die schönen Bilder und auch wieder die viele Info. Finde ich immer klasse auch mehr zu erfahren.

    Wünsche dir nun einen schönen Start ins Wochenende, vielleicht morgen wieder verbunden mit einer weiteren schönen Tour, und sende ganz liebe sowie herzliche Grüsse

    N☼va

    AntwortenLöschen
  3. The church is gorgeous and I love the rose. Have a wonderful weekend!

    AntwortenLöschen
  4. Ein wundervoller Ausflug, an einem traumhaft schönen Sommertag.
    Die kühle Luft in einer Kirche ist bei einer Besichtigung ein angenehmer Nebeneffekt.
    Mich beeindruckt immer die gewaltigen kunstvollen Werke, die vor langer Zeit entstanden sind. Ehrfürchtig betrete ich solche Gebäude.
    Dein Zitat greift die jetzigen Gedanken und Stimmungen passend auf. Miteinander ...nicht Gegeneinander, wann begreift das die Mehrheit.
    Hab ein schönes Wochenende,
    Manuela

    AntwortenLöschen
  5. Tolle Worte zum Zitat im Bild.
    Und wieder mal ein Ausflug,
    den ich gerne begleitet habe dank der vielen und interessanten, schönen Fotos.
    Ich wünsche dir ein schönes Sommerwochenende

    AntwortenLöschen
  6. Das "ZiB", eine (traurige) Wahrheit mit einer Brise Hoffnungswunsch!!!
    Schönen Sonntag mit einem weiteren tollen Ausflug,
    Luis

    AntwortenLöschen
  7. Dein Post ist sehr informativ, die kleine Kirche wunderhübsch. Ein sehr einladender Ort und scheint sehr gemütlich.
    Ich glaube auch mit einer Waffe in der Hand verlässt allen der Verstand. Mir wäre sehr lieb, alle würden ihren Verstand einsetzen.
    Liebste Grüße, Marie-Claire

    AntwortenLöschen
  8. Wieder ein ganz wundervoller Beitrag den ich begeistert geschaut und gelesen habe. Ich bedanke mich für diesen Spaziergang der meiner Seele, gerade heute, so unendlich gut getan hat. Einen gesegneten Sonntag und tollen Wochenstart wünscht Dir von Herzen die Celine

    AntwortenLöschen
  9. Danke für deinen wunderbaren Beitrag, liebe Heidrun.
    Die Rose, die wunderbare Kirche, dein Gedicht... alles passt.
    Besonders das Gedicht passt gut zu meinem momentanen Gemütszustand
    wenn ich so auf diese kranke Welt schaue.
    Herzlich, Gabi

    AntwortenLöschen
  10. So, nun bin ich auch wieder da und möchte dir auch für das schöne ZiB danken. Tolle Worte hast du geschrieben und es ist einfach nur schlimm wie Waffen missbraucht werden. Scheinbar fühlen sich manche Menschen wirklich nur noch damit stark und wollen mit aller Gewalt die Macht besitzen.

    Würde mir eine gute Fee wünschen die über die Köpfe hinwegfliegt und es dann bei all denen mal Klick macht.

    Hab noch einen schönen Sonntag und ganz liebe sowie herzliche Grüsse

    N☼va

    AntwortenLöschen
  11. Beautiful series of pictures. I particularly like the the sky shots.

    AntwortenLöschen
  12. That rose - perfection in bloom~!
    All of these are great photos.
    Thank you for joining us at http://image-in-ing.blogspot.com/2016/08/cats-consumate-contortionists.html

    AntwortenLöschen
  13. Beautiful post and a delightful rose.
    Thank you for your participation in the Floral Friday Fotos meme, hope to see more of your photos this week.

    AntwortenLöschen
  14. grins, ich kann mich ja nicht schon wieder wiederholen ... lach ... aber Du weißt, Zwiebeltürme und kleine Kirchen ... und ich schmelze dahin!
    Adelgundis ist aber auch ein sehr, sehr seltener Name für eine Kirche ... meine Mutter hieß Friedegunde, klingt so als käme es aus der gleichen "Familie".

    LG
    Andrea

    AntwortenLöschen

...Danke für Deine netten Worte!
Ich freue mich über Deinen Kommentar und antworte gern, sobald es zeitlich klappt...