MosaicMonday No. 208

▪︎ Kann unbeauftragte, unbezahlte Werbung enthalten.

September sitzt auf einer hohlen Weide, spritzt Seifenblasen in die laue Luft, die Sonne sinkt, aus brauner Heide steigt Ambraduft ...
_ sagt auszugsweise Ricarda Huch



• Ingolstadt...

...sollte es spontan sein! Von unseren drei Tagen in dieser Stadt erzählt der Post.
■ ■ ■ ■ ■

Ingolstadt? Diese Stadt besuchten wir zuletzt vor Jahrzehnten!


...und überlegten gegen Ende September kurzerhand, dass es wieder fällig wäre eine kleine Reise zu unternehmen. Ergo sagten wir ringsherum Verwandten & Freunden Bescheid, packten und fuhren eine Stunde quer durch die Landschaft über Bundesstraßen in Richtung Nordwesten. Schließlich kamen wir bequem in der Peripherie von Ingolstadt an, wo wir residierten, ein Zimmer bestellt hatten.

Ein erfrischendes Bad im Außenpool nach der Ankunft, dem Auspacken der Koffer im Zimmer ...bis uns großer Hunger überkam. Im Hotel 3 bis 4 Gänge am Abend wäre uns an diesem Tag zuviel gewesen! So entschieden wir uns gegenüber für ein vietnamesisches Restaurant. Und waren begeistert. Abgesehen davon, dass uns der Preis im Hotel abgeschreckt hatte. Und was soll ich sagen, wir trafen andere Gäste aus unserer Unterkunft, die vermutlich ähnlich dachten wie wir.

Die Gastronomie soll auf ihre Kosten kommen, keine Frage! Doch was ist angepasst und adäquat? Liegt es an der regionalen Lage?

Wir diskutieren lebhaft... In München zahlst Du für einen Cappuccino ca. 3,80 Euro. Neben den obligatorischen Kaffee respektive Cappuccino kommen Spezialitäten wie der vietnamesische Kaffee für 5,90 Euro oder der Salted Cream Coffee 6,50 Euro in den Speisekarten ins Angebot. Oder soll es ein Grapefruit-Kombucha sein für 7,90 Euro? Explizit sieht dieses Getränk wie ein Tequila Sunrise aus, am Boden des bauchigen Glases kommt er sattrot, in der Mitte orangefarben und nach oben aufsteigend immer gelber.

Werden wir zunehmend extravaganter?!


Meine Mahlzeit: Hackfleisch in Betelblättern. Betel ist die Hauptzutat für das berühmte vietnamesische Gericht Bò Lá Lốt. Während sich der Göttergatte für knusprige Ente entschied.

Beide Mahlzeiten schmeckten vorzüglich und waren bekömmlich, was ebenfalls ein wichtiges Kriterium für uns darstellt.

Auf der Wiesn, dem Münchner Oktoberfest zahlen Gäste übrigens für ein Haferl (= große Kaffeetasse) rund 9,50 Euro bis 11,50 Euro (für 0,3 l). Wir fragen uns, wer kann sich das leisten?


Kurt Tucholsky blättert seine Gedanken in puncto Großstadt auf:

Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
mit deinen Sorgen:
da zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das? vielleicht dein Lebensglück...

Vorbei, verweht, nie wieder.

Du gehst dein Leben lang
auf tausend Straßen;
du siehst auf deinem Gang, die
dich vergaßen.
Ein Auge winkt,
die Seele klingt;
du hasts gefunden,
nur für Sekunden...

Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider;
was war das? kein Mensch dreht die Zeit zurück...

Vorbei, verweht, nie wieder.
 
Du musst auf deinem Gang
durch Städte wandern;
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden Andern.
Es kann ein Feind sein,
es kann ein Freund sein,
es kann im Kampfe dein
Genosse sein.

Er sieht hinüber
und zieht vorüber ...

Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider.

Was war das?

Von der großen Menschheit ein Stück!

Vorbei, verweht, nie wieder.

"Augen in der Großstadt"
von Kurt Tucholsky 



Der bereits vorweihnachtliche Trubel seit Anfang/ Mitte September kann erschrecken. Das Zeitgeschehen und manch' anderes persönlicher Natur ebenso. Ein paar Tage Auszeit sollten es sein!

Ausblick von unserem Balkon im Hotel


• Historie...

...Ingolstadt hieß bei seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 806 im Testament Karls des Großen, der sogenannten Divisio Regnorum, Ingoldesstat, was so viel wie „Stätte des Ingold“ bedeutet. Über die Jahrhunderte veränderte sich die Schreibweise von Ingoldesstat über Ingoldstat zu dem heutigen Namen Ingolstadt.

Im Mittelalter wurde die Siedlung wegen ihrer vielen Wehrtürme beiläufig auch als „die hunderttürmige Stadt“ genannt.


Weiter lese ich in der Recherche, dass im späten Mittelalter die Stadt neben München, Landshut und Straubing eine der Hauptstädte der bayerischen Herzogtümer abbildete, was sich in der prächtigen Architektur bis heute im alten Stadtkern widerspiegelt. Ingolstadt wurde 1472 Sitz der ersten Universität in Bayern, die sich dann als Zentrum der Gegenreformation profilierte. Hier gründete sich 1776 auch der freidenkerische Illuminatenorden.

Für gut 400 Jahre war die Stadt zudem bayerische Landesfestung. Die historische Altstadt ist im Wesentlichen erhalten.


Wir genießen die Zeit am Pool. Das Wetter zeigte sich durchwachsen.



Die Menschenskinder  fragen:
Was schätzt Du besonders an einem Urlaubsort?




■ ■ ■ ■ ■

● Programm...

...sollte unter anderem ein Besuch im AUDI Museum sein. Wir verschoben dies! Ausruhen und relaxen standen für uns im Vordergrund.


...ansonsten ist da noch eine Säufernase zu finden.

Was wie eine unverhohlene Beschimpfung daherkommt, ist in Wirklichkeit eine Bezeichnung für einen Pilz. Mir / uns sind es "böhmische" Dörfer, während dereinst mein Patenonkel sich vortrefflich mit der Pilzsuche auskannte.

Mit anderen Worten, die Saison für die Suche im Wald bahnt sich an. Die besagte Säufernase wird im Volksmund traditionell mit zwei eng verwandten, ungiftigen bis schwach giftigen Pilzarten umschrieben. Sie sind der Gattung der Täublinge zugehörig:
1. der Stachelbeer-Täubling (Russula queletii) und 
2. der Zitronenblättrige Täubling (Russula sardonia).

Der kuriose Name leitet sich unmittelbar vom Erscheinungsbild der Pilze ab:
• Die Färbung des Stiels, da beide Pilze einen auffallend karmin-, violett- oder blaurot überlaufenen Stiel vorweisen.
• Die optische Analogie: Diese intensive, rötliche Verfärbung erinnerte die Menschen früher an die gerötete Knollennase (medizinisch ein Rhinophym), die im Volksmund mit starkem Alkoholkonsum assoziiert und als „Säufernase“ oder „Schnapsnase“ bezeichnet werden.

Diese Pilze schmecken extrem scharf, lese ich in meiner Recherche und gelten mit ihrer Magen-Darm-Giftigkeit bzw. Unbekömmlichkeit nicht in die Kategorie als Speisepilze.


Während der Stachelbeer-Täubling im Fichtenwald wächst und süßlich nach Stachelbeerkompott riecht, finden die Pilzsammler den Zitronenblättrigen Täubling in Kiefernwäldern auf sandigen Böden. Zum Fotografieren sind diese Früchte des Waldes allemal geeignet.


...eine andere Besonderheit dieser Woche ist der Europäische Tag der Sprachen, der seit 2001 am 26. September begangen wird!

Die Initiative will die mittlerweile rund 700 Millionen Bürger in den 46 Mitgliedstaaten des Europarates motivieren, Sprachen zu entdecken und zu erlernen, sei es im Rahmen der regulären Schulbildung oder parallel in Ergänzung. Dies spiegelt die gemeinsame Überzeugung des Europarates und der Europäischen Kommission wider, dass sprachliche Vielfalt ein wirksames Mittel zur Förderung des interkulturellen Verständnisses und ein grundlegender Bestandteil des reichen kulturellen Erbes Europas ist.

- weiß Wikipedia -


Die nächste Runde der Collagen zu MosaicMonday bahnt sich an. Ihr seid herzlich eingeladen. Durch den Austausch der Posts, den Kommentaren zeigt sich vielschichtig ein Potpourri an weltweiten Themen zu Natur, dem urbanen Leben und vieles mehr.

You are invited to the Inlinkz link party!

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...ich freue mich auch in dieser Woche auf spannende Begegnungen!


Habt ein wundervolles Wochenende,
wünscht euch mit munteren Grüßen

Heidrun

Kommentare

  1. Was für eine wunderbare Reise und das Hotel sieht sehr empfehlenswert aus!

    Das Highlight ist für mich jedesmal euer super schöner roter Kater!

    Liebe Grüße
    isabella

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  2. Liebe Heidrun, wiedermal ein klasses Posting mit dem tollen Gedicht von Kurt Tucholsky und auch die Fotos wo ihr wart , schön relext und lecker gegessen dabei. Die Pilzarten sind schon lustig mit ihren Namen oftmals und wie giftig sie sind .
    danke dir, ich habe es aufmerksam gelesen alles und war wieder mal interessant!
    Schönen Oktober wünsche ich dir!
    Lieben Gruss Elke

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  3. Using your price of a cappuccino in Munich is a good way to see how what we can buy for the same thing across the glove. In Munich, you say it is €3.80 which is roughly R76. In Paris we were paying €3.50 which is more or less what we paid across France, depending on how rural we were. In South Africa we pay about R40 so it is really cheap to have a coffee here if you are spending in Euros :)

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  4. I'm glad you had a restful getaway -- much needed in busy times! And thanks for posting the poem "Eyes in the Big City" by Kurt Tucholsky -- a perfect description of our fleeting connections with other people in modern society.

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  5. Minced meat in betel leaves sounds so good, and nice that you found it right across the street instead of the expensive hotel dinner. But 9.50 euro for a coffee at the Wiesn, at that price I'd just order the beer. Skipping the Audi museum to rest by the pool sounds like the right choice to me.

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  6. What a great getaway. I like to stay at nice places when we travel even though sometimes we feel like we are getting robbed but that is the way things are these days.

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  7. Servus Heidrun, ich kenne viele Pilze aber von der Säufernase habe ich noch nie gehört. Hahahaha, man lernt nie aus.
    LG aus Wien

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  8. It looks like a fun trip, and nice that it was spontaneous. Those are the best kind!

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  9. Ohhh this is a fabulous post. A lovely retreat for sure. That Vietnamese restaurant looks like a good place to eat. This is a wonderful poem by by Kurt Tucholsky. So many wonderful photos. I do like all of the mushrooms and one dose need to be careful with them. European Day of Languages sounds like a real treat. Such a wonderful post. Thank you for sharing it with FFO and have a lovely weekend.

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  10. A little get away is fun, isn't it? Sometimes more fun than a big trip because you don't need to do so much planning and you don't need to worry about planes or trains or buses. Happy October to you, and thanks for sharing. Happy weekend.

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  11. The mural and food looked might good to me! Thanks for hosting Heidrun.

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  12. Ich bin mir da etwas uneins, liebe Heidrun. Der Cappuchino wäre mir schlicht zu teuer. Nicht, weil ich es der Gastronomie nicht gönne!
    Für Craft Beer zahlen wir auch mehr. Aber... das ist ja auch etwas Besonderes, Experiemnte, wo Manch eins auch mal "in die Hose" geht, auf anderem Wege als gedacht ;-)
    Aber: Hauptsache man fühlt sich im Uraub und schaltet mal ab! Auf Weihnachten könnte ich noch lange verzichten! Um Die Simpsons zu zitieren: Denkt denn keiner an die Kinder?!
    Auf schöne Urlaube, herzliche Grüße

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  13. Your food looks delicious. Happy slightly belated FFO .

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  14. Hello Heidrun,
    Your trip looks and sounds delightful. The hotel looks pretty, I like the decor. The food looks delicious.
    I just like my coffee black, I do not buy any special drinks. They would be a treat though. The forest images are lovely! Thank you for linking up and sharing your post. Take care, have a great day and a happy weekend! PS, thank you for leaving me a comment.

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  15. Hi Heidrun! Another amazing adventure, the food looked delicious!!! And OMG the price of the coffee, NO WAY, that is so expensive, we'd take our flask with us!!! LOL LOL Happy Caturday, and thanks for hosting! 🐾😻🐾😻🐾

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