MosaicMonday No. 206

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Der Herbst ist der Frühling des Winters.

_ schwärmt Henri de Toulouse-Lautrec 



Spätsommer...

...oder Frühherbst ist die Frage, die heute in meinem Post betrachtet wird. Hier reihen sich thematisch die Küche, die Natur und nicht zuletzt wir selbst mit unseren Gedanken unchronologisch im Reigen auf.

- Blüten auf  dem Tisch -


Nach dem Urlaub verlangt der Haushalt wieder in Gang zu geraten. Aufgaben und verschiedene Termine, die obligatorisch abgearbeitet werden.

Dazwischen:

Neckisch gestellte Fragen in den sozialen Medien applizieren Spiel und Spaß im Umgang mit dem Übergang der Saisonen: die Reise trägt die Emotionen vom heißen Spätsommer in den Frühherbst. Nicht jedermann 
liebt diese anstehende Jahreszeit,  so viel steht fest. Droht doch die Aussicht auf dunklere Tage, Kälte und miesmutiges Wetter.

Ein bis mehrere Beispiele der Wort-Collagen:

Dämmerungsverdutztheit,
will uns den Augenblick vermitteln, in dem frau auf die Uhr schaut, weil es plötzlich dunkel wird – und dann merkt, dass es trotzdem noch Nachmittag ist.

Oder:
Jackenoptimismus
was uns gerade ertappt, wenn frau frühmorgens voller Zuversicht denkt, eine leichte Jacke reicht vollkommen aus – und abends bei kühlen Temperaturen bibbernd nach Hause zurückkommt.


(M)ein Versuch am Wortspiel kam mit der Erinnerung an die eigene Kindheit zustande:

Raschellaubschlendergenuß... 

das bedeutet in der  Zusammensetzung von Begriffen, dass ich wie ein Kind schlurfend durch Blätterhaufen auf den Spazierwegen durch Laub schlendere..., bevor der böse Laubbläser die Pracht zerstört.

■ ■ ■

Playful questions posted on social media add a touch of nice fun and lightheartedness to the changing of the seasons: the journey carries emotions from the heat of late summer into early fall. Not everyone loves this upcoming season—that much is certain. After all, the prospect of darker days, cold, and gloomy weather looms. 

My attempt at a play on words came about as I reminisced about my own childhood:

The-Joy-of-Strolling-Through-Fallen-Leaves... 

In this context, it means that I loved to stroll along the leaf-strewn walking paths, shuffling through piles of leaves like a child... before the nasty leaf blower destroys the splendor around here.

There are nice rememberings too.


Toulouse-Lautrec bringt es doch vorzüglich auf den Punkt. Die Buntheit der Blumen, Dahlien, Astern und Chrysanthemen: Klassiker, die mit großen Blüten in Gelb, Orange, Rot oder Violett manchmal bis November blühen.
Wieviel Lebensfreude hatte ich in der frühesten Jugend mit dem besagten Schlurfen durch das abgefallene Blattwerk erfahren. Wie simpel war es in der Vergangenheit Spaß zu erzeugen!? Und mit annähernd 70 Jahren schäme ich mich nicht das weiterhin praktizieren zu wollen.

Nennt mich kindisch...

■ ■ ■

How much joy did I experience in my earliest youth simply shuffling through the fallen leaves? How simple it was in the past to have fun! And at nearly 70, I’m not ashamed to say I still want to carry on doing it.

Call me childish...


Spätsommer vs. Frühherbst

Die KI klärte mich auf, als dieser Post am vergangenen Wochenende in die Startlöcher geriet: es herrschte nämlich am 13.09.2026 ein Mix aus Spätsommer und Frühherbst, wobei beide Elemente gleich stark vertreten sein sollen, nach der meteorologischen Auskunft.

Die Phänologie (altgriechisch φαίνω phaíno, "ich erscheine" und -logie für den Hinweis auf Wissenschaft) befasst sich mit den im Jahresablauf periodisch wiederkehrenden Entwicklungserscheinungen. In der Natur und mit Bemessungen, der Phänometrie werden Erscheinungen erfasst. 

Wann endet der Spätsommer -
wann startet der Altweibersommer?

Lasst uns die Begriffe untersuchen: mit Spätsommer und Altweibersommer geistern zwei meteorologische Singularitäten durch die Medien! Doch was genau charakterisiert eigentlich den Spätsommer und was den romantisch klingenden Altweibersommer?

So ist der Spätsommer als Teil der Phänologie angesehen, die die Entwicklung in der Natur wissenschaftlich beobachtet.
Während der Altweibersommer als Schönwetterperiode zwischen Mitte September und Anfang Oktober angesiedelt ist.

- Quellen: Wikipedia & KI -

In München, meiner Heimatstadt wo ich aufwuchs in die Schule ging, startet eine andere Jahreszeit der besonderen Art:

Was ist los? rief ich erstaunt, ist es wirklich schon wieder so weit. Und tatsächlich, jetzt am

Samstag, den 19. September

gibt es den Anstich im Bierzelt. Ein Ritual, das der Oberbürgermeister von München vollzieht. Ich verlinkte zu einer Website, wer darüber Informationen nachlesen möchte, kann dort fündig werden.


Andere Dinge beschäftigten mich persönlich mehr!

In den Medien fing ich den Ruf auf:
Rettet die Ozonschicht - Schützt den Planeten.

Es bezeichnet den Tag zur Erhaltung der Ozonschicht (= International Day for the Preservation of the Ozone Layer), der am 16. September ganz im Zeichen des Umweltschutzes im Kalender steht. Und für uns eigentlich an 365 Tagen im Jahr!


Kurt Tucholsky bietet seine Gedanken in puncto Gesellschaft:

Man kann den Hintern schminken wie man will, es wird kein ordentliches Gesicht daraus.

...und weiter:
Satire hat eine Grenze nach oben: Buddha entzieht sich ihr. 
Satire hat auch eine Grenze nach unten.

Ergo bitte ich um Nachsicht, ob des ersten Zitats.




In der Küche...

...will der gerade beginnende Herbst natürlich ebenfalls in die Kochtöpfe einziehen!
Was kochen wir in dieser Saison? Parallel zum besagten Oktoberfest, wo das Bier in Massen fließt, will auch die deftige bairische Küche dazugehören. Wir mögen diese heimischen Speisen sehr gerne. Und kennen selbstverständlich etliche Rezepte.


In diesem Kontext erinnert ihr euch eventuell, liebe Blogfreunde, an das nachstehende Bild. Hier versprach ich ein Rezept zu liefern.


Der Gugelhupf lässt einen süßen Kuchen vermuten.

Weit gefehlt!

Es liegt hier eine Mogelpackung vor, es handelt sich bei diesem Gugelhupf um eine herzhafte Variante für das Mittagessen. Wobei wir bei der Zubereitung ausschließlich altbackene trockene Brötchen verwenden. Von der geliebten Großmutter vorgelebt, ist mir ein Respekt vor den Lebensmitteln übertragen worden. Neben der Wertschätzung für Brot, Gemüse und nicht zuletzt dem Fleisch, den Fischen im Besonderen ist das Bewusstsein, dass andere Menschen wenig oder nichts auf dem Teller haben. Daher pflegen wir die sogenannte Resteverwertung in unserer Küche.

Die Köchin kann natürlich sogenanntes Knödelbrot fertig zubereitet, das heißt geschnittene Würfel kaufen. Wir legen Wert darauf, dieses Knödelbrot selbst herzustellen.

Diese Speisen folgen keinem Rezept!


Unsere Resteküche leitet der Kühlschrank und die Vorratskammer an, will heißen: 'mal gucken was gerade vorrätig ist. Ihr erahnt, dass eine spannende Herausforderung kommt, die die Kreativität am Herd verlangt. Oh, wie ich das liebe und welch' leckere Kombinationen dann jeweils auf den Tellern landen. Nur Mut!

Doch zurück zu meinem "Rezept".

Neben den besagten Brötchen verwende ich mitunter auch getrocknete Brezen, eine andere Variante. Dabei lautet meine Faustregel pro Semmel/ Breze ein Ei für den Teig zu verwenden. Die dürren Backwaren müssen zunächst in Würfel geschnitten sein mit lauwarmer Milch aufweichen, bis eine homogene und knetbare Masse entsteht. Dann kommen angedünstete Zwiebeln dazu und Petersilie. Damit die Konsistenz passt streue ich gerne Grieß ein. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, damit der Teig die richtige Festigkeit erhält und nicht zu flüssig ist.

Wenn der Teig eine Stunde ruhte, forme ich Knödel... oder fülle ihn in eine Backform und backe dies im Backofen. Die Garzeit hängt von der Teigmenge ab und die Temperatur sollte um die 120⁰-160⁰Celsius haben, wobei du immer wieder nachsehen solltest, ob die Oberfläche dunkler wird.

Eine Alternative:
Sollten die Semmeln oder Brezen von der Menge nicht ausreichen, trickse ich. Hier lassen sich beispielsweise in Würfel geschnittene gekochte Kartoffeln untermengen. Gerne mögen wir auch andere Zutaten darunter, nämlich Schinkenstreifen, Speck, Walnüsse (!) oder etwas an Gemüse, das übrig blieb. Merkst Du etwas? Wir sind inmitten der Resteverwertung, inmitten meiner kreativen Küche - der Phantasie sind beinahe keine Grenzen gesetzt.

Diese herzhafte Beilage mögen wir aktuell gerne zu einer Pilzsauce auf den Mittagstisch servieren. Später darf sich einmal im Oktober eine deftiger Schweinebraten dazu gesellen. So koche ich regional bairisch mit Variationen.

Bon Appetit!

- Archivbild -

Weit ausgegossen liegt das breite Land.
Der Himmel taucht den Scheitel noch ins Licht,

Doch seitlich hebt gelassen eine Hand
die dunkle Maske Nacht ihm ins Gesicht.

Viel fette Lämmer weiden auf der Flur,
in Gärten steht das Kraut in seiner Fülle,
Herbstwälder ziehn als eine goldne Spur,
am Baum die Frucht glänzt prall in ihrer Hülle.

Es ist der letzte dieser kurzen Tage:
All Ding steht reif und rund und unbewegt
schwebend in sich gebannt wie eine Waage,
die Tod und Leben gleichgewichtig trägt.

"Abend im Frühherbst" stammt von Maria Luise Weissmann


Die Menschenskinder  fragen:
Was hälst Du vom Herbst?
Welche Empfindungen weckt diese Saison bei Dir?

Jede Jahreszeit besitzt einen speziellen Charme, was individuell ankommt. Wir lieben den Frühherbst.


Vorbereitet...


...sein will im September auch unser Garten für das nächste Frühjahr. Beim Einkaufen im Supermarkt entdecken wir Blumenzwiebeln. Es handelt sich hierbei um gefüllte Tulpen. Wer könnte hier widerstehen?

Wenn sich unsere Anpflanzungen im Garten über die vergangenen zehn Jahre schrittweise reduzierten, bilden Tulpen eine Ausnahme. Ja, diese Liliengewächse liebe ich im Frühling besonders. Tulipas sind übrigens im Rahmen der Pflanzengattung tatsächlich in der Familie der Liliaceae botanisch eingeordnet.


Heidekraut mögen wir im Blumentrog im Vorgarten. Die pflegeleichten bunten Pflanzen blühen oft bis in den Winter hinein.

Oder die Fette Henne, die wir als unkomplizierte Staude mit dichten Blütenständen im Beet schätzen. Sie zeigt sich im Spätsommer und bis in den Herbst.

Mit Vorsicht gilt die Herbstzeitlose: eine giftige Wildpflanze mit zarten lila Blüten, die im Herbst ganz ohne Blätter aus dem Boden kommt.


Die nächste Runde der Collagen zu MosaicMonday bahnt sich an. Ihr seid herzlich eingeladen. Durch den Austausch der Posts, den Kommentaren zeigt sich vielschichtig ein Potpourri an weltweiten Themen zu Natur, dem urbanen Leben und vieles mehr.

You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter

...ich freue mich auch in dieser Woche auf spannende Begegnungen!


Habt ein angenehmes Wochenende,
wünscht euch mit frühherbstlichen Grüßen

Heidrun

Kommentare

  1. Oktoberfest is popular in Canada too. Our biggest celebration is found in Kitchener, Ontario where there is a lot of German heritage (the city was named Berlin until WW2 when it got changed). My former city of Winnipeg, Manitoba always has a big Oktoberfest weekend too. It used to be notorious for things deteriorating into a huge mass brawl by the end of it (what we call a "donnybrook," a term more commonly used for bench-clearing hockey fights).

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  2. Other than having to scoop a few acorns from the bottom of my pool, the temperatures are still hot in SW Texas - low 90's in F, which is low 30's in C. I've also brought out all my Fall decorations, and sprinkled them around my home, to bring the spirt of autumn. We have a lot of German influences from migrant populations that settled in Texas and Northern Mexico too, so I'm also enjoying some Oktoberfest beer brews. I'm nearly 70 too, but find the joy of my childhood when I walk through nature, work on my artwork, and play with my grandsons. Peace, my friend!

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  3. Definitely feels more like late summer here, but our seasons tend to be muted. Beautiful post!

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  4. This is truly a lovely autumn post. The leaves don't change here unless I go inland. So it's nice to see all of those leaves. I love the photo of the first flower. It's stunning. Oh and your egg hold is very nice. Thank you for sharing with FFO and have a lovely weekend.

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  5. Autumn has come to you! I am jealous!!
    Great photos

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  6. I love fall! I truly detest winter but don't let the coming of the dark, snowy, cold days deter me from enjoying the crisp, cool weather and beautiful fall colors.

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  7. Such a lovely post, Heidrun 🍂.
    We don’t get autumn here in Malaysia. Our days stay warm and tropical year‑round -- but I really enjoy seeing how the season unfolds elsewhere.
    Your leaf‑shuffling memories and cozy kitchen creations make me feel like I’m experiencing autumn through your words. 🌸

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  8. Hello Heidrun,
    It is starting to look like Autumn here, the leaves are falling. I am hoping we still have warm weather, Am not ready for winter. The flowers and colorful leaves are pretty. The sweet cake looks yummy. Lovely post and photos. Thank you for linking up and sharing your post. Take care, have a great day and a happy weekend! PS, thank you for leaving me a comment.

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  9. Ich liebe Tucholsky! Hahaha! Liebe Grüsse von Regula

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  10. Stunning autumn photos. Love your cat. Happy FFO and AFFF.

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  11. Schön dein Posting , ja der Herbst oder Spätsommer ist da und die dunkle Zeit mit der Bibberei , soll man schon oder nicht eine Mütze bei dem Wind auf setzen, morgens stutz ich stockdunkel beim aufstehen jetzt ...
    man muss sich umstellen. Der Gugelhupf, eine herzhafte Variante bestimmt lecker habe ich auch noch nie probiert!
    Dein Garten muss jetzt vieles gemacht werden , da hast du genug zu tun wieder!Schön das Gedicht passt und dein tollen Spruch!
    Hab ein schönes Wochenende!
    Lieben Gruss Elke .

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