MosaicMonday No. 197

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Alle Märchen sind nur Träume von jener heimatlichen Welt, die überall und nirgends vorhanden ist.
_ meinte Novalis



 Märchenhaft...

...folgte nach dem runden Geburtstag der weitere Ablauf des Urlaubs. Details mit Blick ins Ost-Allgäu: mein Post, der von der hiesigen Geschichte, einem König und mehr plaudert.

■ ■  ■ 

- Edelweiß im Beet vor unserem Hotel -


Like something out of a fairy tale...
...the rest of the holiday unfolded following the milestone birthday. For more details with a focus on the Eastern Allgäu, check out my post, which talks about the local history, a king and more.
Regentropfen auf den samtigen Blüten vom selten gewordenen Edelweiß. Blüten, die hier in der Region im Allgäu vereinzelt noch vorkommen - zumindest im Beet. In der Nacht erfrischte ein Schauer mit Gewittergrollen die überhitzte Atmosphäre. Tags darauf schien die Sonne erneut kräftig sommerlich. Wir öffnten früh morgens die Augen und blickten in die wundervolle Kulisse der Berge von unserem Balkon. Unten der Blick linker Hand und weiter unten: das Allgäu!


Wie verhält sich das Wetter in den nächsten Tagen? Der Blick gen Himmel gibt Zweifel auf. In den Bergen - wechselt es rasch, was manchen Wanderern schon zum Verhängnis geworden war
.

Das Wettergeschehen konnte uns jedoch - so oder so - nicht abhalten, dem Ruf vom Festspielhaus folgten wir zwangsläufig, denn die Karten in der Königsloge gehörten schließlich noch zur Geburtstagsüberraschungfür den Göttergatten!

Der König ist zurück... verrät das Plakat am Festspielhaus unten im Bild.
L udwig²

Was nach außen so märchenhaft daherkommt, entpuppt sich jedoch bei exakterer Betrachtung als bitterböse Intrige. Verrat! Inszeniert wurde des Königs wachsende psychische Zerrissenheit. Das Leben zwischen der Pflicht als Monarch, der viel zu jung auf den Thron gesetzt worden war. Er flieht in eine Verträumtheit, seine Besessenheit zur Kunst folgten hohen Schulden durch die Baumaßnahmen der Schlösser und den dadurch entstandenen politischen Verstimmungen.

Intrigantentum, im Hintergrund schwelend, wie erwähnt, was final zu seinem frühen Tod führte. Mit Beschluss entmachteten ihn einflussreiche Repräsentanten in infamer Zusammenarbeit mit vormals Vertrauten.


Das Festspielhaus Neuschwanstein ist ein privates Musiktheater am Ufer des Forggensees vor den Toren Füssens. Die Fassade mag noch modern wirken, angesichts fehlender Aufzüge in die oberen Bereiche, unbequemer Bestuhlung, sage ich dass der Bau in die Jahre gekommen ist. Schade fanden wir, gleich zu Beginn, wie vernachlässigt die Außenanlage wirkt. Die Inszenierung war trotz allem großartig.

Über den Stausee selbst schrieb ich bereits im vorherigen Post.


Von der Terrasse des Theaters aus ist das rund vier Kilometer entfernte Schloss Neuschwanstein, der Handlungsort der Ludwig-Musicals dieses Theaters, schemenhaft zu erahnen.


Der bayerische König, will sagen Ludwig II. gilt in Bayern nach wie vor als Märchenkönig und bleibt bei seiner Fangemeinde unvergessen. Sein tragisches Leben, die verschiedenen Episoden bis zu seinem nie aufgeklärten Tode erzählt das Musical.

Eine aufwendige, atemberaubende Bühnentechnik, Gesang und Tanz bilden den Rahmen um seine Lebensgeschichte wie sich das Schicksal von diesem einsamen Monarchen zugetragen haben mag.


Berühmt - bis in unsere Zeit - sind dennoch die Schlösser geblieben, die Ludwig II. erbauen ließ. Ein Erbe, das Touristen aus aller Welt verführt nach Bayern zu reisen.

1. Schloss Linderhof,
2. die „Neue Burg Hohenschwangau“, als Neuschwanstein geführt, was sich erst nach Ludwigs Tod durchsetzte, 
und nicht zuletzt
3. Herrenchiemsee auf der Insel im See - mit Denkmal unten im Bild.

Ein Link, der bei Interesse Vertiefung bietet: Ludwig II.


Lyrik rund um Märchen, trügerischem Glück und eine Lebensweisheit:

Das Märchen vom Glück, das ich euch sag',
dauert gerad' einen Herzensschlag;
dürft drum mein Märchen nicht töricht schelten,
so tief ihr's faßt, so tief wird's euch gelten!

Und dies ist mein Märchen: Das echte Glück
bleibt nur gerad' einen Augenblick.

Einmal hat's einer am Ärmel genommen
und hielt's gefangen in seinem Haus,
da hat es grau-graue Haare bekommen;
und wie das Glück graue Haare bekommen,
da sah es genau wie das Unglück aus…

Mein Märchen, es dauert so lang' wie das Glück:
einen Herzensschlag; einen Augenblick.

_ seufzt Hugo Salus 

Melodramatisch und trotzdem schön, finde ich diese Lyrik.


Mein Interesse galt im Vorfeld der Ferien der gezielten Urlaubsplanung daneben der Recherche für das innovative, ja visionäre Handeln von Ludwig II., des bayerischen Königs.

Kennst Du sein Tischlein-Deck-Dich?

Dahinter steckt eine raffinierte Hebetechnik, die wie von Zauberhand einen Tisch aus dem Parkett wachsen läßt! Bewundern kannst Du dies im Übrigen in zwei Schlössern. Eines davon betrifft das Speisezimmer in Schloss Linderhof, welches weltweit für seinen versenkbaren Esstisch bekannt ist. Die Funktion erfolgt über eine Kurbelmechanik, die den Tisch in das darunterliegende Stockwerk befördert, dort von der Küche gedeckt und wieder heraufgezogen wird.

Das andere Tischlein-Deck-Dich findet der interessierte Tourist im Schloss Herrenchiemsee.


Der scheue Ludwig II. nutzte diese Tische, um ohne irgendwelche Kontakte essen zu können. Ließ aber stets für mehrere imaginäre Gäste eindecken - wie den französischen König, um vermeintlich in Gesellschaft die Speisen einzunehmen.


Das Schloss Linderhof ist längst im Besitz vom Freistaat Bayern. Verwaltet wird das Schloss und die weitläufige Parkanlage von der staatlichen Bayerischen Schlösserverwaltung. 
Die Anlage, die sich im oberbayerischen Ettal, in den Ammergauer Alpen befindet, ging aus dem historischen Königshäuschen von König Ludwig II. hervor und gehört heute zum UNESCO-Welterbe. 
Schloss.

- gemeinfreies Bild von Wikipedia -

Neuschwanstein am Forggensee beim Festspielhaus ist nie komplett vollendet worden! Von den ursprünglich geplanten über 200 Räumen wurden nur etwa 15 Räume und Säle fertiggestellt und eingerichtet. Politisch angeschlagen, widmete sich Ludwig II. Anno 1867 der Planungen für ein eigenes Reich, in dem er sich als wirklicher König fühlen und bewegen konnte: seine Schlösser. Der Anfang vom Ende...

Der geplante Bergfried, der Hauptturm des Schlosses, der Rittersaal im Palas wurden nie vollendet. Der Bereich um das Schloss wirkt wie eine Kulisse im Theater.


mFazit - Standing Ovations am Ende der Vorstellung geben dem Konzept der Veranstalter recht inklusive dem beinahe ausverkauften Hauses. Ludwig II. in neuerer Fassung ist bei den königstreuen Fans beliebt. Die Presse schreibt gar von einer Euphorie für den Märchenkönig.



Oben der Forggensee und unten Heißluftballons im Hotel



 Erfindungen...

...die zur damaligen Epoche geradezu revolutionär erschienen! König Ludwig II. telefonierte beispielsweise seinem Schloss. Neben der Telefonie im Schloss Neuschwanstein - hier eines der ersten Telefonanschlüsse - wurde auch eine Heißluftzentralheizung eingebaut! Desweiteren verfügt der Bau über fließendes Heiß- und Kaltwasser und über eine Toilette mit automatischer Spülung. Raffiniert besaß Ludwigs Schlitten eine batteriebetriebene Lampe.


Weiterhin plante der König einen fliegenden Pfauenwagen, der von seinen Zeitgenossen als Spinnerei abgetan wurde, aber nach Ansicht von heutigen Fachleuten durchaus machbar gewesen wäre.

Die Deutsche Luft- und Raumfahrt (DLR) vollzog Computeranimationen von den Plänen, den Bauten von Ludwig II., die zeigen, wie visionär der König wirklich dachte. Ein Visionär par excellence!


Die Menschenskinder  fragen:
Was hälst Du von royalen Oberhäuptern?

Da scheiden sich die Geister in der Diskussion. Unzufriedenheit kann es bei jedweder Regierungsform geben und Ungerechtigkeit! Wie wir aktuell sehen.


■ ■  ■ 


 Gast sein...


...dürfen in Marktoberdorf gefiel uns einstimmig gut, dass wir die Angebote des Hotels für 2027 erneut ins Auge fassen.


Die Gastfreundschaft in Marktoberdorf genossen wir weil die Gastgeber entgegenkommend mitwirkten! Aus Überzeugung schrieb ich für uns folgenden Eintrag ins Gästebuch:

Gastfreundschaft: 
Menschen dazu gehören lassen
bevor
sie dazugehören
...bis sie dazugehören!

Keine Ahnung, wo ich das aufgeschnappt hatte. Allerdings gefiel uns beide der Gedanke dahinter.


Die nächste Runde der Collagen zu MosaicMonday bahnt sich an. Ihr seid herzlich eingeladen. Durch den Austausch der Posts, den Kommentaren zeigt sich vielschichtig ein Potpourri an weltweiten Themen zu Natur, dem urbanen Leben und vieles mehr.

Xxxxxxxx
Xxxxx Xxxx

...ich freue mich jede Woche auf diese spannenden Begegnungen!


Habt ein wundervolles Wochenende,
wünscht euch mit munteren Grüßen

Heidrun

Verlinkt mit Skywatching, mit dem Samstagsplausch 
mit Herzen, mit Saturday Critters und Slices of Life

 

mit FFO und mit Comedy-Plus 
geteilt mit Wordless Wednesday und Sunday Best 

Kommentare

  1. That theatrical production sounds extraordinary. I totally agree with you that "Dissatisfaction—and injustice—can exist under any form of government!" The USA is supposed to be founded on the principal of
    "Liberty and Justice for all", and that's not necessarily been the case these days. It was embarrassing that King Charles had to remind us of that during his visit to Congress. Shalom, my friend!

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