MosaikMonday No. 185

▪︎ Kann unbeauftragte, unbezahlte Werbung enthalten.


Wer eine Menge großer Worte gebraucht, 
will nicht informieren sondern imponieren.

_ meinte Oskar von Miller 



 Mono no aware

...womit meinerseits eine Portion an Information geboten sein wollte, kaum jedoch imponiert sein möchte! Zur Beachtung: das Zitat eingangs ist aus dem Kontext gerissen, vermutlich war es auf spezielle Personen gemünzt.
MMMMM
■ ■  ■ 


Oskar von Miller (1855 - 1934) ist mir als Münchnerin bestens bekannt. Er gilt bis heute als Universalgenie, da er sowohl als Bauingenieur, als Elektrotechniker, Wasserkraftpionier und Begründer des Deutschen Museums die Stadt München formte. Oskar von Miller hatte laut seinem Lebenslauf bei der Umsetzung seiner Projekte, insbesondere dem Deutschen Museum und der Elektrifizierung Bayerns, mit massiven Gegenwind zu kämpfen!

Er selbst wollte mit Sicherheit nicht imponieren. Ich denke eher, dass er persönlich von einer Unerschütterlichkeit erfüllt war, die ihn antrieb.


Hier in Augsburg pranken andere Größen, die von sich reden machten und nachhaltig Sorge trugen, dass sie mit ihrem Tun in Erinnerung blieben. Rühmlich zusammengetragen sind etliche Exponate, die den Beweis dazu antreten wollen im Maximiliansmuseum.
mmm


Die heutigen Beschreibungen aus Haus und Garten, einem Besuch im Museum in Augsburger Zentrum, sind unmittelbar mit dem japanischen Begriff verknüpft. Die bezeichnete Haltung erachte ich schlichtweg für erstrebenswert. Hier steckt das Leben dahinter, mit Höhen und Tiefen, ohne Imponiergehabe.

Daneben behauptet frau Naturverbundenheit, in Parallele zu Gerard Manley Hopkins, den ich für mich entdeckte. Der Autor formulierte den Wunsch seinen Kindern eine an Wordsworth erinnernde Liebe zur Natur zu bewahren. Das ist in seinem Gedicht „An ein schönes Kind“ in Worte gefasst:

... dein Buch
ist Klippe, Wald und schäumender Wasserfall;
deine Spielgefährten sind die Wildschafe und Vögel, die
heiser zum Sturm rufen; dein Spiel ist es, mit dem Sturm
zu ringen; und deine Frömmigkeit ist es, zu stehen
und über die Schöpfung und die Hand ihres Schöpfers nachzudenken!



Mono no aware  物の哀れ  gilt nämlich als ein zentrales japanisches Konzept der Ästhetik. Ein Thema, das mich beruflich beschäftigte bei der Bearbeitung der Grafiken oder insgesamt das Layout für Flyer, Plakate etc. betreffend. Mit Mono no aware erhebt die Umschreibung das Pathos der Dinge“ beziehungsweise die „Melancholie des Verschwindens. Aaaaber... manchmal ist frau ja froh wenn was weg ist.

Wird jedoch mein Geheimnis bleiben, was ich meinte!



Tage, wenn sie scheinbar uns entgleiten,
gleiten leise doch in uns hinein,
aber wir verwandeln alle Zeiten;
denn wir sehnen uns zu sein ....

_ sagt: Rainer Maria Rilke


Sind es die Todesfälle in der eigenen Familie, die mich mental wie emotional weiterhin besuchen? Die undurchsichtige Weltpolitik, voller Pein, voller Tränen?!

Zuletzt verstarb eine meiner Tanten, was die Cousine vor wenigen Tagen mitteilte. Im Alter von 96 Jahren wollte die Tante längst erlöst sein, wie sie immer wieder herauf beschwor ...und nun war es soweit. In Gedanken rufe ich die diversen Begegnungen auf.

Meine Pause im Garten:
Tulpe mit Regentropfen


Der japanische Begriff versinnbildlicht das bittersüße Gefühl von Achtsamkeit und Bewunderung für die flüchtige Schönheit eines Augenblicks, gleichzeitig mit einer sanften Trauer über dessen begrenzte Lebensdauer. Freude paart sich, dieser Flüchtigkeit beigewohnt haben zu dürfen.

- Die morgendliche Schönheit der Tulpe, seitlich an der Terrasse -


Ein typisches Beispiele sind die Betrachtungen in der Natur. Vorzugsweise die der Kirschblüten (Hanami) oder der Mondschein, bevor sich Wolken darüber schieben. Oder die besagten Tulpen in unserem Garten...


Vor dem Regen und danach eingefangene Impressionen aus unserem Garten. Mit Blütenpracht der allmählich sich öffnenden Tulpen, des seitlich stehenden Apfelbaums oder der Kirschblüten, weiter hinten in den Beeten.


Vergänglichkeit

Oft flieh ich mitten aus der Hast
der ungestümen Lenzgefühle,
und meine Jugendlust verblasst
zu einer bleichen Dämmerkühle.

Voreilend der gemessnen Zeit,
die noch mit Sonnenlicht mich blendet,
seh' ich in der Vergänglichkeit
das frohe Lebensspiel beendet:

Da, was mir ward und ich erkor,
wie Hauch zerflattert im Entschweben,
vor meinem Blick, ein dunkler Flor,
verweht mein innerstes Erleben.

_ meint Hedwig Lachmann



 Mystik... 

Wir wunderten uns, dass plötzlich ein  Bild von der Wand im Wohnzimmer krachend herunterfiel, ohne erkennbaren Anlass! Ein wenig seltsam, ja sogar unheimlich überraschte uns dieser unerklärliche Vorgang und sorgte für Gänsehautfeeling. Dabei erlebte ich rückblickend schon manch' mystische, unvorhersehbare Vorfälle! Vor Jahrzehnten fielen beispielsweise nachts etliche Fliesen im Badezimmer krachend in die Badewanne. Es war ein kleines Apartment in München und ich habe bis heute keine vernünftige Erklärung gefunden. Durch den Lärm stand ich senkrecht im Bett. Oder im Urlaub in Dublin im Hotelzimmer, es war die letzte Nacht vor dem Heimflug, als die Lichter wegen einem Stromausfall ausgingen. Tags darauf erfuhr ich, dass meine Großmutter verstorben war.

Die Menschenskinder  fragen:
Wie stehst Du zu mystischen Ereignissen?


Ablenkung im Museum

Mystisch-real öffnet sich das Maximiliansmuseum in der Nähe vom Rathaus, mit dem Blick durch das Schlüsselloch in die Vergangenheit. Der Bau liegt im historischen Zentrum von Augsburg, exakt in zwei Stadtpalästen der Augsburger Dynastien von Kaufleuten. Dort errichtete man bereits 1855 das erste städtische Museum und 
benannte es nach dem bayerischen König Maximilian II. mit Stolz. In der hauseigenen Beschreibungen brüstet man sich, dass das Stammhaus der Kunstsammlungen und Museen Augsburg eine einzigartige Fülle an Werken inne hat. Es sind Exponate des Goldschmiedehandwerks, der Bronzekunst der Spätrenaissance, an wissenschaftlichen Instrumenten, Uhren und Automaten, an historischen Modellen, stadtgeschichtlichen und kunstgewerblichen Objekten, die man vorweisen kann. So wirbt der Prospekt!


■ ■  ■ 
Mir gefiel es an einem regnerischen Sonntag vor einigen Wochen!

 Gelesen...


...und die Bilder ausgiebig betrachtet habe ich hier in meinem frisch erworbenen Buch einer vorangegangenen Sonderausstellung. Es dreht sich um Mode und noch vielem mehr aus dieser Epoche!


Dressed For Success
benennt sich selbst als Modetagebuch. Ich hatte es schon länger im Blick und erwarb es nun bei meinem letzten Besuch im Museum in Augsburg.

Matthäus Schwarz würde man heutzutage als Influencer bezeichnen, so viel ist sicher. Seine Vorliebe galt der chicen Kleidung, weswegen er den Spitznamen Kleidernarr bekam. Von 1520 an ließ er sich vierzig Jahre lang zu verschiedensten Anlässen in ganzer Figur malen. Von Narziß Renner - ja, der Maler heißt tatsächlich so - bis 1536, danach bis 1560 von einem Künstler aus Christoph Ambergers Werkstatt. Diese Werke sind in seinem gebundenen Manuskript festgehaltene Bilder, verzeichnet mit Datum und Anlass.


Die Biographie liest sich detailliert und beginnt mit der Schwangerschaft seiner Mutter. Zwei Aktzeichnungen halten die Proportionen des Körpers fest!


Die Marotten-Narrenzepter hätte ich gerne gezeigt, doch warnte mich eine aufmerksame Museumswärterin, dass dies nicht geduldet wird, da es sich um Leihgaben handelt. Als Marotte kennt frau im Allgemeinen als menschlichen Spleen, Tick oder Angewohnheit. Seinerzeit wurde diese Marotte mit Stab im Rahmen im Fasching benutzt. Es sollte symbolisch wie der Narrenspiegel als Ausweis die Gottesfernheit demonstrieren. Der Bezeichnung Narrenzepter leitet sich von den närrischen Eigenheiten eines Menschen ab.

Nach gut zweieinhalb Stunden der Unterhaltung mit der Museumswärterin und eingehenden Betrachtungen gönnte ich mir noch eine wunderbare Tasse Tee.


Mosaiksteine in Worten und Bildern aus meinem Alltag
gesellen sich in gewohnter Manier dazu.


Die nächste Runde der Collagen zu MosaicMonday bahnt sich an. Ihr seid herzlich eingeladen. Durch den Austausch der Posts, den Kommentaren zeigt sich vielschichtig ein Potpourri an weltweiten Themen zu Natur, dem urbanen Leben und vieles mehr...


Xxxxxxxx
Xxxxx Xxxx

...ich freue mich jede Woche auf diese spannenden Begegnungen!

Habt ein wundervolles Wochenende,
wünscht euch mit munteren Grüßen

Heidrun

Verlinkt mit Skywatching, mit dem Samstagsplausch 
mit Herzen, mit Saturday Critters und Slices of Life

 

mit FFO und mit Comedy-Plus 
geteilt mit Wordless Wednesday und Sunday Best 

Kommentare

  1. really lovely flowers! Spring is so beautiful. Have a lovely weekend!

    AntwortenLöschen
  2. I enjoyed reading through all your reflections. I especially enjoyed what you said about the fleeting moments of beauty, which is life itself to me. Some people waist so much time complaining, rushing through life, or being avaricious, that they overlook precious moments in life that you can never gain back. I have experienced several mystical moments in life, such as the miraculous healing of a person after prayer and the peaceful death of person after the administration of the last rites. Both of these also qualify as fleeting moments, in my humble opinion. Shalom!

    AntwortenLöschen
  3. I couldn't get a translation today. However, I love all of the photos and I thank you for sharing with FFO. Have a very nice weekend.

    AntwortenLöschen
  4. You offered us a fine collection of beauties.
    Thank you. A fine weekend ahead!❤️😘

    AntwortenLöschen
  5. A beautiful post, Heidrun, underlain with the bittersweet pathos of life and its briefness. You live in a city full of culture and history. The area I live in was open prairie 25 years ago. I have watched thousands and thousands of homes being built during the last 2o years. It's unreal. I'm sorry that you lost your aunt, but it sounds like her passing was a blessing. Your kitty always delights me. Have a great week, my friend!

    AntwortenLöschen
  6. The blooms and all the green leaves are so lovely. Spring has arrived. And so sorry to read about your aunt. 96 is wonderfully long life, but of course all that depends on your health. And the museums look likea great experience too. I really enjoyed your post today. Have a wonderful weekend.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über Deinen Kommentar und sage: Danke ♥️

Lt. Datenschutzrichtlinien (DSGVO) bitte ich folgendes zu beachten:
Mit der Nutzung der Kommentarfunktion erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Blog-Website einverstanden.

Kommentarfunktion auf dieser Webseite
Für die Kommentarfunktion auf dieser Seite werden neben dem Kommentar auch Angaben zum Zeitpunkt der Erstellung des Kommentars, die E-Mail-Adresse und der Nutzername gespeichert.

Speicherung der IP Adresse
Die Kommentarfunktion von Google speichert die IP-Adressen der Nutzer, die Kommentare verfassen. Da die Kommentare auf dieser Seite vor der Freischaltung nicht geprüft werden, benötigen wir diese Daten, um im Falle von Rechtsverletzungen wie Beleidigungen oder Propaganda gegen den Verfasser vorgehen zu können.

Wenn Du Kommentare zu einem Beitrag durch Setzen des Häkchens abonnierst, informiert Dich Google jeweils durch eine Mail, die Du in Deinem eigenen Profil von Google angegeben hast.

Wenn Du das Häkchen entfernst, wird das Abonnement gelöscht und Dir das in einer separaten Nachricht übermittelt. Durch das Abonnieren meines Blogs erklärst Du Dich zusätzlich mit der Speicherung Deiner Daten einverstanden. Bitte beachtet auch die aktuelle Datenschutzerklärung.

ACHTUNG: Es steht immer wieder einmal unbezahlte Werbung in meinem Blog!