MosaicMonday No. 171

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Vorwärts wandeln, wiederkehren, und das Rohe neu gestalten, Ordnung in Verwirrung schalten, wird auf Erden immer währen.  - Auszugsweise 

___ weiß  Ludwig Tieck 


 Kunst  im  Januar 

Heute sind meine Arbeiten im Fokus, die in der ersten und zweiten Woche entstanden. Kalligraphie, Collagen und mehr, zwischen eigenem Stirnrunzeln, heftigem Kopfschütteln aber auch phasenweiser Hoffnung.

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mmEK

Das Jahr benimmt sich nach meinem Empfinden gerade unwirsch spröde. Es ist typisch kalt für den Januar, aber auch eisigglatt auf den Straßen, den Fußwegen und es ist dunkel. Ergo fehlt dem Leben der obligatorische Schwung um den gewünschten Alltag aufzubauen. Kopfschütteln ist zur täglichen Gymnastik mutiert.

Abhilfe ___ ist die Kunst, die ich jetzt im Januar begann. Sie wird an den bevorstehenden 52 50 Wochen mit gestellten Themen eine mentale Herausforderung für mich bedeuten - was wünschenswert ist.

Für den Januar stelle ich hier in diesem Post zunächst meine ersten vier fertig gestellten Werke vor, die als Collagen kreiert wurden. Später im Dezember beziehungsweise im Januar 2027 arrangiere ich diese Sammlung von 52 Bildern dann in einem Album. Ob ich es schaffe? Der Ehrgeiz ist jedenfalls vorhanden!

Meine Herangehensweise passiert durch mentale Assoziationen zum jeweiligen Motto, wie ich es als Technik aus meiner Selbständigkeit gut kenne und gerne zur Ideenfindung praktiziere.


Zusätzlich kommt Altes im Neuen... zum Tragen. Ein Aufruf, den es bereits im Januar 2025 gab und nun in 2026 erneut angeboten wird. Eine Wiederkehr der besonderen Art, wenn Du so möchtest. Es interessiert mich die alte Schrift: Sütterlin, die mit unterschiedlichsten Begriffen zu Wort kommt, wie:
•Hoffnungsschimmer,
•Begeisterung,
•Herzlichkeit,
•Neubeginn oder auch
•Resilienz,
•Zuversicht und
•Entschlossenheit
in diesem angerosteten Font.


...daneben gestaltete ich eine Dankeskarte für die Kollegin meines Mannes, die uns den Gartenkalender für 2026 verschafft hatte, mit einem Zitat von Jean Paul.


Frohsinn   ?

Zugegebenermaßen fällt diese emotionale Haltung momentan äußerst schwer, verlangt die positive Einstellung von innen mit Disziplin und entsprechender Distanz nach außen.

Trotzig posaune ich dieses Motto vom Frohsinn, ja bewusst demonstrativ kalligrafisch heraus! Mit Unterstützung des wundervollen Zitats von Jean Paul.

„Die Menschen sollen sich einander bei den Händen fassen
und nicht nur gut sein, sondern auch froh.
Die Freude ist der Sommer, der die inneren Früchte
färbt und schmilzt.“

- Jean Paul

In meiner Version heißt der letzte Satz:
Die Freude ist der Sommer,
der die inneren Früchte färbt,
...was mir wesentlich besser gefällt.

  

 1. Erosion 

Das erste Motto der Jahreskunst gibt reichlich Raum zur Umsetzung. Was bleibt, wenn das Vergängliche verweht. Formen, die Geschichte erzählen. Eine Frage, die uns Teilnehmern gestellt worden war.

Und zur Ergänzung stellt Susanne, die das Projekt moderiert Reflexionsfragen: Wo spürst du, dass etwas langsam verschwindet oder sich verändert? Wie gehst du damit um, wenn Dinge sich abnutzen oder an Bedeutung verlieren? Was zeigt sich, wenn Schichten abgetragen werden, äußerlich oder innerlich?

Gelesen, kurz reflektiert starten meine Überlegungen... Von Kindesbeinen an durfte ich nämlich an manchen Traditionen bei den Großeltern auf dem Lande teilhaftig werden. Traditionen, die mir als Großstadtpflanze in München sonst entgangen wären.

Mein Mann und ich können heutzutage aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an großen Veranstaltungen teilnehmen und verfolgen die meisten Events aus der Ferne beziehungsweise in reduziertem Umfang.

Etwa aktuell das Räuchern. Eine Prozedur, die in den Raunächten (ab dem 21. Dezember bis 6. Januar) vorgesehen sind. Es ist ein eher heidnischer Brauch zur Reinigung der Räume, zum Schutz gegen bösen Geister und zur Manifestation für das neue Jahr. Hier kommen jeweils heimische Kräuter wie Salbei, Wacholder und Beifuß, Weihrauch und Hölzer zum Einsatz, die in einer Räucherpfanne auf Gluthitze verbrannt werden. Es soll rund um Haus, Hof und Ställe die negativen Energien vertreiben und die geistige Welt einläuten. Das Ritual dient der Besinnung, dem Loslassen von Altem und dem Schaffen von Raum für Neues, oft begleitet von Gebeten oder Wünschen.
Mode! Das heißt hier im speziellen Fall: Tracht. Und der Fokus liegt auf der Lederhose, die in meiner Collage erscheint, sowie meine Vorliebe für Posamentenknöpfe. Die Posamentenknöpfe kreiert hier im Gebiet von Bayrisch-Schwaben im Übrigen eine Dame. Meine Sehnsucht wäre dort bei ihr im Studio einmal einen Kurs zu besuchen.


Kreative Fragen: Wie kannst du Abnutzung, Struktur oder Zeit sichtbar machen? Welche Materialien passen für dich zu diesem Thema? Wie lässt sich zeigen, dass etwas bleibt, obwohl vieles vergeht?

Bereits im Titel ist ab den Buchstaben eine gewisse Abnutzung erkennbar! Und ergänzend in den unterschiedlichen Materialien aus meinem Papiervorrat. Streifen, die die Zerrissenheit verstärken sollen. Streifen, die sinnbildlich Balken bedeuten, Hürden die es zu überwinden gilt.

Ich zitiere A. Giacometti: „Das Objekt der Kunst ist nicht, die Realität zu reproduzieren, sondern eine Realität von gleicher Intensität zu erschaffen.“

Gedanken, die die Schöpfungsakt der Kunst betont. Entsprechend schiebe ich die Bildelemente hin und her. Wann ist eine Collage fertig? Eine gewisse Zufriedenheit sollte sich definitiv einstellen.


...und da die Geschmäcker verschieden sind biete ich Dir gerne eine andere Tradition: den 13. Januar, der total witzige Tag des Quietscheentchens (engl. Rubber Ducky Day). Im Bild erkennbar: mein Quietscheentchen!

Spaß beiseite!


Die Menschenskinder  fragen:
Was siehst Du an Erosion in Deiner Umgebung?

Meine Intention galt es philosophisch anzugehen. Die Erosion der Kultur im Allgemeinen und im Besonderen darzustellen. Meine Collage entwickelte sich entsprechend, wie ausführlich beschrieben.

- Große Unterstützung erfuhr ich natürlich wieder durch den Nachbarskater -


 2. Spur 

In der zweiten Woche verlangt Susanne eine Spur: EIN ABDRUCK, DER VON BEWEGUNG ERZÄHLT.
ETWAS WAR HIER UND IST DOCH WEITERGEZOGEN.

Reflexionsfragen:
Welche Spuren möchtest du hinterlassen, bewusst oder zufällig?
Wo erkennst du Spuren anderer in deinem Leben oder Tun?
Wann ist es Zeit, eine Spur zu verwischen oder neu zu setzen?

Kreative Fragen:
Wie kannst du Spuren erzeugen, überlagern oder verwischen?
Welche Materialien nehmen einen Abdruck besonders gut an?
Wie könnte eine unsichtbare Spur dargestellt werden?


Automatisch denke ich an den ominösen Fingerabdruck, den jeder Mensch hinterlässt. Wieviel Müll wird hinterlassen, welche Ressourcen verwendet. Ich zeichnete ein
Dak·ty·lo·gramm /Daktylográmm/ 

ergänzt mit Uhren, als Hinweis, dass es längst 5 vor 12 ist.

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Das Leben in der Natur gibt die Wahrheit
der Dinge zu erkennen.
_ Albrecht Dürer


 3. Sturm 


In der dritten Woche mutet Susanne uns den Sturm zu: KRAFT, DIE AUFRÜTTELT. NACH DEM
CHAOS ENTSTEHT KLARHEIT.

Reflexionsfragen:
Was bringt dich innerlich in Bewegung oder Aufruhr?
Wann war ein Umbruch im Nachhinein hilfreich?
Wie gehst du mit Unruhe um, wenn sie notwendig ist?

Kreative Fragen:
Wie lässt sich Bewegung, Wind oder Aufruhr darstellen?
Welche Materialien reagieren auf Druck oder Richtung?
Wie kannst du Energie und Dynamik sichtbar machen?


Ein schwieriges Unterfangen! Und meine Herangehensweise lief schließlich darauf hinaus, den Sturm zu abstrahieren. Aufheulender Wind, der wirbelnd die Menschen, die Natur durcheinander bringt.

Als running Gag, meine persönliche Note in den Collagen, zeigt sich jeweils eine gestempelte Eule!



 4. Horizont

In der letzten Aufgabe für den Januar verlangt Susanne nach dem Horizont. DIE LINIE ZWISCHEN HIER UND DORT.
WAS SICHTBAR WIRD, WENN DER BLICK SICH WEITET.

Reflexionsfragen:
Wo endet dein Blick, und was liegt dahinter?
Wann hast du zuletzt bewusst in die Weite geschaut?
Wie verändert sich dein Denken, wenn du den Blick hebst?

Kreative Fragen:
Wie kannst du Weite, Übergang oder Linie darstellen?
Welche Farben oder Strukturen erzeugen Tiefe? Wie ließe sich ein Dazwischen sichtbar machen: zwischen Himmel und Erde, Nähe und Ferne?


Hier galt mein philosophischer Anspruch den berühmten Silberstreifen am besagten Horizont im Bild, in meiner Collage umzusetzen.

Ein Spaziergang zwischendurch bei eisigen Temperaturen konnte noch absolviert werden, bevor Elli - ein Wettertief - den Ausgang unmöglich machte. Wir besuchten den Autobahnsee,im Norden von Augsburg. Danach kam eine Paprikasuppe mit einem deftigen Stück Bauernbrot zu Mittag auf den Tisch und wärmte uns den Magen!


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Abschließend eine Impression aus meinem Atelier, die sich in gewohnter Manier dazu gesellt.


Die nächste Runde der Collagen zu MosaicMonday bahnt sich an. Ihr seid herzlich dazu eingeladen. Durch den Austausch der bunten Posts, den interessierten Kommentaren zeigt sich vielschichtig ein wundervolles Potpourri an weltweiten Themen zu Natur, dem urbanen Leben und vieles mehr...

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...ich freue mich jede Woche auf diese spannenden Begegnungen!
Habt einen wundervolle Weihnachtsfeiertage, wünscht euch

Heidrun

Verlinkt mit Skywatching, mit dem Samstagsplausch 
mit Herzen, mit Saturday Critters und Slices of Life


geteilt mit Wordless Wednesday und auch mit Comedy-Plus 

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