Kulinarisch bunt...

 ...lieben wir den Herbst, obwohl sich allmählich die Reihen lichten, zum Übergang in den November nochmals Farbigkeit - diese Woche aus meiner Küche.


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Mit einiger Doppelsinnigkeit könnte man sagen, dass 
kein Nebel des Verstandes sich weiter ausbreitet als der, 
der sich bis zu den letzten Grenzen des geistigen Besitzes 
erstreckt und gerade diese Grenzen vom Erkennen ausschließt.

_ Erkenntnisse von Edgar Allan Poe 



- meine Lichtschale mit Hortensienblüten -


Nebelschwaden

...bestimmten die Woche, den Übergang in den kühleren Wintermonat. Kleine Ausflüge geben uns aktuell wenig Raum zum Ausblick  - alles scheint ringsherum verschleiert. Wir verschaffen uns tapfer Bewegung in dieser sprichwörtlichen Suppe, was hier explizit den klimatisch typischen Dunst dieser Jahreszeit betrifft.

Apropos Suppe... Viel klarer sieht es nämlich dem Nebel gegenüber in meiner Küche aus. Der Kochlöffel gleicht einem Dirigentenstab, eine Symphonie von deftigen Eintöpfen, Suppen und Gemüse bieten reichhaltige, delikate Abwechslung zur Tristesse der Landschaft.

Wurzelgemüse hat bei uns Hochkonjunktur, wir lieben es.

Ich blättere in meinen Kochbüchern und lese nach.

Einst sammelten die Urahnen in der Steinzeit viele der heute noch bekannten Wurzeln und Knollen. Für sie waren Mohrrüben, Topinambur, Rote Bete, Schwarzwurzeln, Sellerieknollen, Haferwurzeln, Pastinaken, Petersilienwurzeln und regional andere Sorten eine wesentliche Nahrungsgrundlage. Oder darf es einmal Vulkanspargel sein?

Dabei zeigte sich beispielsweise die wilde Möhre ehedem nicht so schön orange leuchtend, wie wir es von der Karotte heute kennen. Sie war eher weißlich. Karotten zog meine Großmutter im Garten und ich liebe die Möhre in allen Spielarten.

Von dieser weißen Karotte stammen jedoch die jetzigen Karottensorten ab, lasst mich berichten. Den Namen entstand im Übrigen wegen dem schwarzen Blütenknopf in der Mitte der Blütendolde - einer sogenannten "Mohren"-Blüte. Darf frau das ungestraft noch ausdrücken, überlegte ich gerade?

An dieser speziellen Blüte kann man die Möhre von anderen, z.T. giftigen Doldenblütengewächsen wie dem Schierling, definitiv unterscheiden.

Früher besaßen die Gemüsearten vorwiegend Bitterstoffe, der Geschmack fehlte. Auch war das Urgemüse im Vergleich zu heutigen Sorten erheblich dünner. Die Wurzeln waren im besten Fall so dick wie Bleistifte.

Den Farben der einzelnen Gemüsesorten fehlte es wie gesagt an Intensität. Die Ur-Möhren sollte man sich blass und weiß-gelblich vorstellen, weshalb unserer Großeltern sie entsprechend als "gelbe Rüben" bezeichneten. Die orange-rote Farbe wurde der Möhre erst ab den 1960er-Jahren sukzessive angezüchtet.

Schwerpunktmäßig konzentrieren wir uns in meiner Küche auf Kürbis und Pastinaken!

Synonyme der Pastinake sind Hammelmöhre, Pestnacken, Germanenwurzel oder Welscher Persil. Man geht davon aus, dass die Pastinake eine Kreuzung aus Möhre und Petersilienwurzel ist. Und sie wurde als Armeleute-Essen angesehen.

Die Wildform der Pastinake war in ganz Europa und in weiten Teilen Nordasiens beheimatet. Als Sammelpflanze bereicherte sie bereits den Speisezettel der bronzezeitlichen Urbevölkerung. Rund um den Bodensee und am nördlichen Alpenrand fand man Pastinakenwurzeln aus der Jungsteinzeit.

Vor allem die Germanen sollen sie schon in der Zeit der römischen Germanenkriege auf ihren Äckern angebaut haben. Der römische Feldherr Tiberius lernte die Rübe bei seinen Eroberungen kennen und brachte sie als späterer Kaiser sogar nach Rom.

Der Saft der Pastinake wurde in der Zeit der großen Pestepidemie im 14. Jahrhundert als Heilmittel eingesetzt, weshalb die Pflanze den Beinamen Pestnacke erhielt.

Bis ins 18. Jahrhundert wurde die Pastinake kultiviert und ernährte ganze Generationen, bis ihr schließlich die Kartoffel, die Möhre und der Sellerie den Rang abliefen.

In der Donald-Duck-Geschichte "Das goldene Vlies" von Carl Barks taucht in der deutschen Übersetzung von Erika Fuchs Pastinakenpudding als ungenießbare Mahlzeit auf. Die Donaldisten lassen daher auf ihren Kongressen jeweils den abgewirtschafteten Tagungsleiter („PräsidEnte“) öffentlich eine Schüssel Pastinakenpudding verspeisen.

Quelle Wikipedia



Die Zeitumstellung einigermaßen verkraftet, startet der November mit den ersten ernsthaften Gedanken an Weihnachten. Die Lebkuchen besetzen seit geraumer Wochen die Regale, was nicht wirklich überraschend ist, da dieses Bild bereits in den vergangenen Jahren den Supermarkt beherrscht.

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Geteilt mit MosaicMonday

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Das Wetter zeigt sich im Übergang launisch. Regen und Sonnenschein wechselten sich ab. Der erste Frost gesellt sich dazu, ab sofort muss wieder frühmorgens die Frontscheibe freigesetzt werden, Arbeit für diejenigen die ohne Garage das Fahrzeug im Freien parken müssen.

Nichtsdestotrotz beherrschen neben den kühlen Temperaturen auch sonnige Abschnitte den Tag.

Im November frage ich zu meinen MENSCHENsKINDERn:

Wie neblig ist es bei Dir?

Der Dunst wabert vom Lech herüber, legt sich auf den Garten und das Gemüt. Der Blues lässt sich gut vermeiden, wir kochen feine Gerichte und wir durften eine Probefahrt mit einem E-Auto unternehmen. Das Fahrzeug fährt sich wie ein Automatikgetriebe, es ist tatsächlich eine große Umstellung!


Im Fernsehen läuft eine Dokumentation über Marie-Antoinette, die den Prozess und ihre Hinrichtung schildert.

„Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen!“
Original franz.:
"S'ils n'ont pas de pain, qu'ils mangent de la brioche."

Ein Satz, der ihr stets untergejubelt wurde, der in Wirklichkeit auf Jean-Jacques Rousseau zurück zu führen ist, Bekenntnisse, Band VI. 
'Brioche' ist eine französische Backware, die dem deutschen Stuten ähnlich ist. Die Übersetzung mit 'Kuchen' ist also nicht ganz korrekt. Dennoch wird sie gerne genutzt, um den vermeintlich negativen Charakter der Marie Antoinette zu unterstreichen.



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Zum Glück auf unseren Tellern, kulinarische Freude:

• Grüner Feldsalat mit Kartoffelvinaigret und Walnüssen

• gebundene Bratkartoffelsuppe mit Kürbis, gemixt mit Birnen und Pastinaken

• Birnentarte zum Nachtisch mit Espresso

oder es gab auch Kohlrouladen, eine Reminiszenz an meine Kindheit.



Es wurde gefeiert: der Namenstag vom Göttergatten und der Geburtstag vom Vater. Freilich Allerheiligen und Allerseelen gedenkt man auch den Verstorbenen.

Die Tage waren ausgebucht, mich verfolgen inzwischen vermehrt die Gedanken an einen erholsamen Urlaub im sonnigen Süden:

Halloween wurde lauter begangen als erwartet. Brrrr ... was bin ich froh, dass wieder alles vorbei ist.




Blatt-Los

Es pflückt der Wind
vom Baum das Blatt,
lässt wirbelnd es erbeben,
im Tanze lind
hoch in die Lüfte streben;
bis es dann matt,
des Fluges satt
dort auf den See
darf schweben.

Ein kleiner Stein
geworfen ward,
taucht ein
ganz dicht daneben,
und Wellen sich erheben.
Sie tragen zart
in weiten Kreisen,
die sicher nun
zum Ufer reisen,
das Blatt ins Erdenleben.

© Ingrid Herta Drewing, 2013

Dankeschön für Deine wunderbare Lyrik, liebe Ingrid
und dafür, dass ich es hier posten darf.





________ diese Woche mit verschiedenen Highlights        
 kurz erzählt.



Habt ein feines Wochenende,

und bleibt bitte alle gesund & munter!

Heidrun




Verlinkt mit Nova`s ZiB,
mit DND


Kommentare

  1. seeehr nebelig liebe Heidrun um nicht zu berichten
    """ - Tage wie im Londoner Weekend - """
    spazierengehen wobei sich
    zarte Nässe dicht und leicht auf Mantelschultern niederläßt...
    mein Gott kann ich dichten"!..lacht angel....
    aber das kleine Zarte Gedicht von Ingrid Herta Drewing beflügelt mich geradezu..
    denn jaha...Nebel drückt sich aufs Gemüt
    wenn man es zulässt
    und die Blätter auf den Bäumen immer weniger werden..
    deine Kochkünste so kreativ lassen sich n u r bewundern und ich sag freudig erregt::
    Pastinaken her zu mir..."!!
    ich glaube dir nämlich dass sie gut schmecken, hab sie allerdings selbst noch nicht in meinen geliebten Kochtöpfen verankert aufgefunden..
    und bin immer
    o f f e n für Leckeres Neues denn ich koche genaaaaaausogerne-wie-ich`s -esse...mmhmmm....
    meine Hüften wundern sich w i e sie sich runden...
    aber pfeiff drauf ist schließlich bald Weihnachten da ist ansetzen üblich ..
    .und bis zum Sommer wieder weg...
    ein Schleckermäulchen - Post ist das ja wieder...
    für de ich dir herzlichst danke...
    angel

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  2. sehr interessant was du da über das Wurzelgemüse berichtest
    Pastinaken habe ich noch nie gegessen ;)
    Nebel mag ich eigentlich .. wenn zwischendurch mal wieder die Sonne scheint
    und es nicht zu nasskalt ist

    kräftige Suppen liebe ich auch

    liebe Grüße
    Rosi

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  3. Die Mystische Stimmung auf deinem Nebelbild, könnte bei uns im Garten sein. Und wenn ich deine leckeren Gerichte lese, bekomme ich gerade wieder Hunger. An die Jubilaren herzlichen Glückwunsch.
    L G Pia

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  4. Wurzelgemüse geht bei mir immer, Gemüse eh schon von Kindesbeinen an und Möhren auch sehr gerne roh, einfach dran knabbern oder mit Quark- oder Spinatdip anstatt irgendwelche Knabbereien. Auch Pastinaken mag ich gerne und Wurzelgrün lässt sich auch super mit verarbeiten.

    Nebelig...ja, den hatten wir auch und da waren sie hier dann schlau und haben auch auf dem Kran eine rote Warnleuchte angebracht. Hatte mich eh gewundert das es nicht schon gleich gemacht wurde wo wir doch den Heliport unten im Ort haben.

    Trotz Nebel eine "bunte" Woche mit vielen Begebenheiten bei dir.

    Danke dir mal auf für das ZiB, auch wenn ich nicht wirklich eines gesehen habe.

    Wünsche dir bzw. euch noch einen schönen Sonntag und sende liebe Grüssle rüber

    Nova

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  5. Heidrun - we just returned from the UK yesterday, and as the plane landed in Montana, the clouds were so low to the ground ... it was eerie! I love root vegetables, and I love soup, so it is all the better when the two go together! With the cooler temperatures, it is definitely the season for soups! Thanks for linking to Mosaic Monday!

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  6. Happy Monday Heidru. Lots and lots of interesting Autumn sights

    Much💛love

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  7. Liebe Heidrun,
    wunderschön geschrieben, demnächst werde ich in der Küche auch dirigieren, das ist viel schöner, obwohl kochen auch Spaß macht, ich mache das gerne. Das Wort Mohr finde ich überhaupt nicht schlimm, da es ursprünglich positiv besetzt war. Ich denke da nur an die vielen Mohren Apotheken, die das alle positiv meinten und auch wenn ich das Wort nicht benutzte, habe ich nie irgendetwas Negatives damit verbunden. Warum sollte ich auch.
    Nebel hatten wir auch sehr viel, aber diesen angenehmen Nebel, der die Landschaft einfach nur mystisch erscheinen lässt.
    Ich wünsche Dir einen schönen Start in die neue Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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  8. We are enjoying sunshine to start this day but we had a couple of rainy days over the weekend. It's a good time to look through the cookbooks for tasty soups! Enjoy your week and stay warm!

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  9. I don't recognize the first photo but I am intrigued! Great series of photos, Heidrun.
    Thanks for sharing at https://image-in-ing.blogspot.com/2021/11/more-monarchs.html

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  10. Here we are in Australia looking forward to spring and soon summer, which has been slow coming this year. But the wildflowers are still doing their thing. Enjoy your week, stay safe, and thank you so much for visiting my blog last week.

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  11. Liebe Heidrun, du weißt, wie sehr ich deine Einträge liebe. Heute Morgen war ich ein wenig aufgeregt und habe die Frühstückspause zum Lesen und Genießen genutz.
    Due fragst, wie neblig es bei uns ist? Nicht neblig genug. Ich liebe Nebel aus verschiedensten Gründen. Zum einen kann ich mich darin vor den Menschen verstecken. Somit suggeriert er ein Alleinsein, Fürmichsein selbst inmitten anderer Menschen.
    Auch habe ich immer das Gefühl, dass er nicht nur die Sicht, sondern auch Geräusche verschluckt.
    Sodann ist er auch mystisch, was mir in dieser Jahreszeit auch sehr angenehm ist.
    Zuletzt fotografiere ich auch gern im Nebel. Das hat was.
    Und aus all diesen Gründen wünsche ich mir viel mehr Nebel, als wir derzeit haben {im Grunde haben wir gar keinen}.
    Bratkartoffelsuppe klingt interssant. Ich werde mal schauen, ob ich da ein Rezept finde. Pasitnaken mag ich gar nicht,dafür aber Wurzelpetersilie. Die möchte ich nächstes Jahr wieder im Garten haben. Mal sehen ob all das gelingt, was ich mir für nächstes Gartenjahr erträume.
    Ich wünsche dir alles, alles Gute und freue mich schon sehr auf deine nächste Veröffentlichung.
    Beste Grüße
    Mira

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  12. ...we are approaching a leafless time here too, but buty can be found each and every day. Thanks Heidrun for sharing a bit of your life today. Take care and stay well.

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  13. Liebe Heidrun,
    ich gestehe, ich habe diesen Beitrag heute nur überflogen, denn die Schrift ist vor allem auf einem Tablet wirklich schlecht zu lesen, zu klein und kaum Kontrast. An einem großen Monitor mag das besser aussehen. Aber jetzt, wo es doch früh dunkel wird, sitze ich abends nicht mehr gerne am PC, viel öfter bequem in eine Decke gekuschelt und mit dem Tablet auf den Knien im Sessel. Kommentare schreiben geht hingegen super. Hier kann man den Text wunderbar lesen. Vielleicht kannst du die Schrift mal etwas dunkler und größer machen. Das wäre schön.
    Herzliche Grüße – Elke

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    1. Lovely photos.

      Thanks for sharing your link at My Corner of the World this week!

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  14. Ich liebe Wurzelgemüse.
    Nebelig war es hier noch nicht wirklich. Trifft die Stadt aber auch nicht allzu oft.
    Hab es fein
    Andrea

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  15. Really beautiful autumn photos.

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