11. Januar 2018

Meine Oma ... und ich!

Think Pink - ganz meine Farbe

- Der Post enthält Werbung: Eine weitere Rezension -



Wir wilden weisen Frauen - von der Kunst des Älterwerdens

Wild im Sinne unserer frühgeschichtlichen weiblichen Urnatur - aber
umgemünzt für heutige Verhältnisse

Die Autorin.

Sie wuchs geboren in Bregenz auf, ist ein Nachkriegskind mit dem Jahrgang 1949.

Sie ist demnach sieben Jahre älter als ich... Aha!

Und Renate Daimler erzählt stichpunktartig ihren beruflichen Werdegang
im Internet, in der eigenen Biographie auf

Journalistin, Autorin, Radiomoderatorin, Systemische Beraterin,
zertifizierte Strukturaufstellerin, Trainerin für erlebnisorientierte
Persönlichkeitsentwicklung, Gründerin des eigenen
Beratungsunternehmens EAST, Entwicklerin der beiden Marken
Veränderungstheater® und Weightsoulbalance®, Universitätslektorin

Damit nicht genug, sie weist eine Vielzahl an Fortbildungen auf,
die verdeutlichen, dass sie an sich und ihrem Leben gearbeitet hat
und weiter sehr aktiv ist.

Alle Achtung!



Eine Frau begegnet zweifellos großen
Schwierigkeiten auf ihrem Weg,
doch sie muss noch viel mehr überwunden.

Zuerst sollte keine Frau sage:
"Ich bin aber nur eine Frau!"

Aber eine Frau!

Was willst Du mehr?




1818 - 1889, US-amerikanische Astronomin und Philosophin



Königin im eigenen Land.

...derart bezeichnet Renate Daimler  den Umstand im Vorwort, widmet diesem Spruch gar einen Abschnitt im Buch. Nämlich genussvoll altern zu dürfen.

Ein mir äußerlich wohltuendes Buch im chicen pinkfarbenen "Mantel" inklusive
dem glänzenden schwarzen Hut auf dem Cover, der schemenhaft pro
Kapitel immer wieder erneut auftaucht.

Nein, Spaß beiseite - ich fühle mich zunächst aufgehoben und verstanden.

Erfreulich erfrischend hebt sich das Werk für mich von vielen anderen ähnlichen
Ratgebern ab. Also ohne erhobenen Zeigefinger. Ich bin nämlich alt genug mit Lebenserfahrung gebeutelt, um das Eine oder Andere selbst zu wissen.

Nein, es dreht sich hier um eine hinspürende Lektüre, die von intensiver eigener
Erfahrung erzählt und nicht theoretisch irgendwie das Altwerden abhandelt.
Hier porträtiert die Autorin etliche unterschiedliche Frauen aus ihrer näheren
und auch fernen Umgebung und bringt damit einen scheinbar guten
Durchschnitt zustande.
Meine Gedanken schwirren durch den Kopf, triften ab - es tauchen unwillkürlich Bilder auf: Wie verhielt / verhält sich das Altwerden in meiner eigenen Familie?! Wie empfand ich es beim Heranwachsen?
Die Großmutter (1907 geboren) mütterlicherseits ist dabei mein unverhohlen gezeigtes Idol. Sie, die zwei Weltkriege erleben musste, war äußerst modern. Sie lebte ihr schweres Leben in Würde, ohne Klage, ob des offenen Beines und anderer Erkrankungen - mit Stolz und unnachahmlichen Selbstbewusstsein. Sie konnte unnervös alles meistern, was der Alltag ihr abverlangte. Dabei gab es natürlich auch in ihrer Ehe keine typische Rollenverteilung, im Gegenteil: Sie managte die Finanzen (und das zu der damaligen Zeit) der ganzen Familie und der Großvater ging jovial damit um, deckte selbstverständlich den Tisch. 
Der Opa hatte augenscheinlich seinen eigenen Schwerpunkt, ohne Verlust der Männlichkeit! Daher verstehe ich bis heute noch nicht was eigentlich weiblicherseits von mir erwartet wird. Es sollte doch bitte jeder Mensch - egal ob Männlein oder Weiblein - das machen, was er oder sie möchte und am besten kann. Meine Großmutter alterte ohne alt zu werden, sie blieb im Kopf nämlich jung. In meiner Teenagerzeit hörten wir beispielsweise gemeinsam die Beatles, Bob Marley und sie unterstützte meine modischen Tendenzen mit Hot Pants und Minirock ohne dies zu verteufeln, wie es andere taten...
Ich lese weiter im Buch Kapitel für Kapitel u.a. über das öffentliche
Verhalten "Wir im Fernsehen und im Kino", die beklagende Weise,
die fehlende Präsenz von alten Weibern in der Medienlandschaft.
Klar, die Autorin formuliert es eleganter

Und ich denke parallel an das, was mir auffällt, nämlich das vorsichtige
Umschalten in mancher europäischen Modeillustrierten, da verschiedentlich
ältere und richtig alte Models abgelichtet und dies auch mit behinderten Frauen,
die sich stolz zeigen und gezeigt werden. Und dies auch nicht erst seit gestern.
Also nur aufmerksam hingeguckt!

Insgesamt.

Abschließend wohl doch - trotz allem wohlfühlen - ein Appell an das weibliche Mutpotenzial alt zu werden, es zu dürfen und zwar so, wie es uns die Natur eben
individuell beschert; sich selbstredend attraktiv zu spüren und sich nichts,
absolut nichts anderes einreden zu lassen. 

Ich gebe fünf von sieben Lesezeichen




Kommentare:

  1. Vielen Dank für die fundierten Informationen und die Empfehlung. Das scheint ein gutes Buch zu sein und ich danke dir für den Tipp.
    Liebe Grüße
    Susa

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    1. Gerne... ich freue mich nämlich, dass es Dich ebenfalls interessiert.
      Herzliche Grüßle zurück

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  2. es ist wirklich erstaunlich welch fortschrittliches ja fasz schon modernes Denken eigentlich in jeder zeitepoche möglich war, wenn es sich die Protagonistinnen (zu)-trauten, badei von männlicher seite unterstützt zu werden, ungewöhnliches damaliges Denken und Verhalten gebilligt zu sehen ist sehr modern und tolerant und spricht für unsere intelligente Spezies
    Mensch.
    Sicher in dieser zeit allerdings eher eine seltenheit, je nachdem in welch Kreisen man sich bewegte, welche Bildung und Möglichkeiten man ausschöpfen konnte,
    bewundernswert, nur fragt man sich oftmals im HEUTE und wo ist dieses denken geblieben?
    Interessante Betrachtungen...
    lieben Gruß angelface

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  3. Sehr interessant, könnte ein Buch für meinen Wunschzettel sein :) Danke für´s vorstellen
    LG heidi

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  4. Liebe Heidrun, "Königin im eigenen Land" ist der Satz, der mich da mitten ins Herz trifft. Oft regieren da andere Menschen, Vorstellungen, Systeme und vieles mehr.
    Ich danke Dir für diesen Post,sehr und auch für Deine herzliche Email. Ich habe mich sehr gefreut. Ich hoffe, Du hast eine gute Zeit vor Dir.
    Herzlich Susanne

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  5. Danke für den Buchtipp.
    Ich hatte eine ähnliche Oma ( Jahrgang 1906 ) und die war wirklich auch modern und aufgeschlossen...
    und meine Eltern sind Nachkriegskinder schon --ich habe irgendwie all diese Probleme nicht wirklich beim Älterwerde, vielleicht kommt es noch - wer weiss
    ...und überall geben die Alten heute wieder den Ton an..ich muss immer lächeln - z.B. in der Musikbranche .. die meisten haben schon gesungen als ich ein kleines Kind war (geb.1963).
    Die Alten sind ein Thema ... wenn ich mir Kontakannoncen in unsere Lokalzeitung durchsehe dann such da bis über 80 jährige neue Partner oder Freunde...
    Ich denke mir, dass etliche Frauengenerationen vor uns richtig gut gekämpft haben .....
    und ich darf das heute genießen....FREU!

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  6. Liebe Heidrun,

    das ist ein guter Tipp.
    Herzlichen Dank.

    Alles Liebe
    Elisabeth

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Ich freue mich über jeden Kommentar und sage: Herzlichen Dank ♥️

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