6. November 2017

Die Ökosiedlung in Köln

::: Kunst in Köln II. :::


Noch einmal Post von meinem Aufenthalt in Köln mit Bildern, meinen
persönlichen Eindrücken und Hintergrundinformationen. Begleitet mich einfach auf
der Hin- beziehungsweise Rückfahrt und natürlich vor Ort in Köln...
Achtung: Bilderflut!

Ein Post u.a. für Paleicas Thema

S t r e e t a r t

Also linking to Tuesday's Treasures

Die Abfahrt: Mit Zugverspätung am Bahnsteig in Augsburg.
Der Bahnhof ist seit geraumer Zeit eine Baustelle und kein wirkliches Ende in Sicht.







Ein Gedicht von Georg Heym, das zu der Stadtansicht für jede Stadt passt...

Der Gott der Stadt

Auf einem Häuserblocke sitzt er breit.
Die Winde lagern schwarz um seine Stirn.
Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit
Die letzten Häuser in das Land verirrn.

Vom Abend glänzt der rote Bauch dem Baal,
Die großen Städte knieen um ihn her.
Der Kirchenglocken ungeheure Zahl
Wogt auf zu ihm aus schwarzer Türme Meer.

Wie Korybanten-Tanz dröhnt die Musik
Der Millionen durch die Straßen laut.
Der Schlote Rauch, die Wolken der Fabrik
Ziehn auf zu ihm, wie Duft von Weihrauch blaut.

Das Wetter schwelt in seinen Augenbrauen.
Der dunkle Abend wird in Nacht betäubt.
Die Stürme flattern, die wie Geier schauen
Von seinem Haupthaar, das im Zorne sträubt.

Er streckt ins Dunkel seine Fleischerfaust.
Er schüttelt sie. Ein Meer von Feuer jagt
Durch eine Straße. Und der Glutqualm braust
Und frisst sie auf, bis spät der Morgen tagt. 

Die Stärke ist, zu wissen, bis wohin, und von wo an nicht mehr, man der gewöhnlichen Umgebung Concessionen machen darf.


(1887 - 1912), deutscher Lyriker und Expressionist mit pessimistischen Visionen 
Quelle: Georg Heym Lesebuch. Gedichte, Prosa, Träume, Tagebücher, hg von Heinz Rölleke, Verlag C.H. Beck, München 1984. Aus den Tagebüchern. Februar/März 1911. Originaltext 






















Sankt Katharina von Siena.

In Blumenberg befindet sich außerdem mit Sankt Katharina von Siena ein bemerkenswerter
Kirchenbau, der 2003 eingeweiht wurde. Zu dem Ensemble gehören neben der Kirche ein
Kindergarten, Pfarrbüro, Pfarrsaal, Wohnungen und Praxen sowie eine Tiefgarage.
In der Begründung für die Auswahl des Entwurfs führte die Jury unter anderem aus:
Die Kirche in der Mitte des gesamten Gebäudekomplexes fasziniert durch ihre unkonventionelle, neue Gestaltung. Sie wird bestimmt durch die Ausrichtung der Gemeinde quer zur Längsachse des "schiffsförmigen" Raumgrundrisses und seiner beiden Zugänge an der Bug- und Heckseite. Der introvertierte Kirchenraum als Spange zwischen zwei Straßen bildet ein überraschendes Raumerlebnis. Über die Glocken beziehungsweise die Glockentürme fand ich vorab noch nichts, doch eventuell kann ich über meine liebe Freundin mehr dazu erfahren.




Kölner Viertel.

Die im Titel besagte Ökosiedlung liegt im Stadtteil Blumenberg, dessen Gebiet ist
dabei einer der jüngsten Kölner Stadtteile, doch war dies bereits vor Tausenden von
Jahren besiedelt, wie meine Recherche ergab.

Ausgrabungen Ende der 1980er Jahre legten Spuren einer Besiedlung frei, die zurück
auf etwa 3500-4000 vor Christus zu datieren ist. Für die Zeit um 1000 vor Christus fand
man elf Hofbereiche mit Pfahlbauten.















































Im Mittelalter fand dann die Schlacht von Worringen am 5. Juni 1288 in der "Fühlinger Heide"
statt. Ein Teil davon heißt seitdem Blumenberg. Der Name „Blumenberg“ für den Stadtteil
wurde am 7. Oktober 1963 vom Stadtrat beschlossen und geht wie der schon länger existierende
Blumenbergsweg vermutlich auf den ehemaligen Bloemberger Hof zurück, der sich im Jahr
1602 auf dem Gebiet nachweisen lässt. Der Name dieses Hofes lässt sich als Euphemismus
für den „Blutberg“ auffassen, der eben der besagte Ort der Schlacht von Worringen war.
Ein nahe gelegener Feldweg am südlichen Rand des Worringer Bruchs parallel
zum Blumenbergsweg heißt „Am Blutberg“.

Die Ökosiedlung wurde 1989 von dem Architekten Reimund Stewen erstellt mit passiver
Solarnutzung, natürliche Bautechnik (Holzskelettbauweise mit 20% Lehm- und 80%
Strohausfachung), einem sparsamem Umgang mit Grund und Boden, soziale Vielfalt
und Kostenersparnis durch gemeinschaftliches Bauen standen im Vordergrund,
sowie der Einsatz von ökologischer Haustechnik, Müllsammlung, Recycling,
Einrichtung von Privatgärten.















Habt es alle fein und einen angenehmen Start in die neue Woche,
wünscht

Heidrun

Die Kommentare werden weiterhin von mir moderiert, da leider
so viele Spams auf jeden Post in der Mailbox landen.

Verlinkt mit Nova`s Glockentürme

Kommentare:

  1. Liebe Heidrun,
    Wahnsinn, heute gab es hier soviel zu sehen! Danke für all die tollen Bilder und Worte dazu!
    Hab eine wunderschöne neue Wcohe!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥ ... die momentan arg hinterherhängt ...

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    Antworten
    1. Denk' Dur nichts, liebe Claudia in puncto hinterher hängen können wir uns getrost die Hände reichen, die bevorstehende Adventszeit tut noch das ihrige dazu.
      Und es harren tatsächlich weitere Bilder von der Köln Reise im Archiv, warten sehnsüchtig auf die Dokumentation im Post. Dies ist eher der geringere Teil gewesen... danke, das es Dir gefällt! Und ich sende liebe Grüßle zurück

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  2. Liebe Heidrun, ich war noch nie in Köln, deshalb hat es mir viel Freude gemacht, Deine Fotos anzusehen. Vielleicht komme ich ja auch irgendwann auf einen Besuch dorthin..
    Herzliche Grüsse
    Susanne

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  3. Liebe Heidrun
    was für tolle Bilder, ich kenne Köln nicht, aber jetzt
    habe ich einen guten Einblick. Ich danke dir fürs Mitnehmen.
    Lg und einen sonnigen Tag.
    Sadie

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  4. Liebe Heidrun,
    vielen Dank für deinen interessanten Beitrag aus dem Kölner Norden. Obwohl ich selbst 31 Jahre in diesem Problem Stadtbezirk 6 (Chorweiler) tätig war und die zum Bezirk gehörenden Ortschaften eigentlich ganz gut kenne, habe ich noch einiges für mich Neues in deinen Bildern entdecken können.
    Ich war seit meiner Pensionierung nicht mehr da. Dein Beitrag inspiriert mich, mal wieder hin zu fahren und mit den Augen eines Touristen und der Kamera um den Hals auf Endeckungstour zu gehen.

    Viele Grüße aus dem Kölner Westen
    Dieter

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  5. Das war aber mal ein ausgiebiger Post und Kunst von alt bis modern. Schade, das Denkmal ist von Wahlwerbung verstellt.Einiges habe ich in Erinnerung aber vieles habe ich nicht gesehen.
    Danke Dir für diesen Fotospaziergang.
    Liebe Grüße aus den diesigen Norden, war heute nix mit Sonne,
    herzlichst Klärchen

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  6. Mal ein ganz anderer "Ausflug" in Köln...so wie das Leben spielt und einen auch an trübem Wetter durch die Strassen treibt. Danke dir dafür und auch für den Glockenturm.

    Liebe Grüsse

    N☼va

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  7. wow heidrun, soviele beispiele! besonders mag ich lustigerweise das letzte - der schirm hat echt etwas von einer installation!

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  8. You definately spied some wonderful and interesting things this week!

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  9. Uih, so viel gepostet. Du hast uns so schön auf Deine Reise mitgenommen. Danke schön ....
    Und dann der Schirm am Ende der langen Bilderreihe.
    Stürmische Zeiten überall .... Bayern - Köln ---- es ist nirgendwo ruhig
    :-)
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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  10. Liebe Heidrun,
    danke, dass Du die vielen Bilder mit uns teilst! Da hab ich direkt das Gefühl mit dabei gewesen zu sein. Es war ganz schön nebelig, denke ich ... und mir gefallen besonders die bunten Figuren und die schön dekorierten Fahrräder.
    Hab ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße, Rena
    www.dressedwithsoul.com

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  11. Das ist mir mal ein toller "liebster Post 2017"! Da fotografierst du alles in meiner näheren und weiteren Umgebung kurz und klein und beweist mir, dass es noch andere gibt, die festhalten, was andere gar nicht wahrnehmen ( nur meine Haltestelle fehlt ). Chorweiler & Blumenberg als touristisches Ziel, wo es bei mir nur noch Durchgangsorte auf dem Weg zum ( schönen ) Niederrhein sind. Fremde Blicke lassen vieles neu sehen & schätzen! Jetzt bin ich auf mehr gespannt...
    GLG
    Astrid

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    Antworten
    1. Dankeschön... Köln ist immer wieder eine Reise wert!

      Löschen

Ich freue mich über jeden Kommentar und sage: Herzlichen Dank ♥️

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