3. September 2016

Zwetschgendatschi...

...buk ich in dieser Woche.

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Die Zeit ist reif, das heißt eigentlich reifen ja gerade die beliebten Zwetschgen, die Pflaumen und die Birnen sowie anderes Obst für den nahenden Herbst zur Ernte. Was jedoch immer wieder verwechselt wird, sind tatsächlich Pflaumen und Zwetschgen. Mir fällt es deutlich auf, dass in manchem Rezept von den Pflaumen gesprochen, abgebildet sind dagegen beim fertigen Datschi die Zwetschgen, die hier in Bayern zumindest typisch ist. In dieser Woche habe ich ihn gebacken, den Zwetschgendatschi. Traditionell mit einem Hefeteig und mit wenig Streuseln. Einen Teigrest verarbeitete ich als Mitbringsel betont in Sternenform. Denn die Sterne leuchten jede Nacht über uns...

Stilles Reifen

Alles fügt sich und erfüllt sich, musst es nur erwarten können
und dem Werden deines Glückes Jahr und Felder reichlich gönnen.
Bis du eines Tages jenen reifen Duft der Körner spürest
und dich aufmachst und die Ernte in die tiefen Speicher führest.


(1871 - 1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer




Pflaumen vs. Zwetschgen 

Die Echte Zwetschge (Prunus domestica subsp. domestica) ist eine Unterart der Pflaume (Prunus domestica). Sie wird in Europa, Westasien, Nordamerika sowie Nord- und Südafrika als Obstbaum angebaut. In Österreich wird der Name teilweise auch Zwetschke geschrieben, regional in Deutschland als Zwetsche oder auch Quetsche bezeichnet.


Zwetschgen werden neben dem Frischverzehr auch zur Herstellung von Pflaumenmus, Kuchen (Zwetschgenkuchen), Speiseeis, Trockenobst oder Obstbrand (Zwetschgenwasser) verwendet.


Im Tiroler Oberland wird die Zwetschge seit Jahrhunderten in Höhenlagen um etwa 1.000 Meter kultiviert. Die ersten Reiser sollen der Legende nach im 16. Jahrhundert von Petrus Canisius dorthin gebracht worden sein. Die Stanzer Zwetschke ist im Register der Traditionellen Lebensmittel des österreichischen Lebensministeriums eingetragen und ist das Leitprodukt für die Region in der Genussregion Österreich.

Im Gegensatz zu Pflaumen löst sich bei Zwetschgen der Stein leicht vom Fruchtfleisch, das gilt besonders, wenn man sie mit mittlerem Druck quer zum Stein rollt, wie bei ähnlichem Obst.

Was mir persönlich auch neu war: Das Holz des Zwetschgenbaumes ist wegen seiner rötlichbraunen Farbe und Härte bei Tischlern für hochwertige Möbel begehrt.


Die Pflaume.

Die Pflaume oder Kultur-Pflaume (Prunus domestica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Prunus in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Pflanze ist ein Hybrid aus Kirschpflaume und Schlehdorn. Auch die Frucht wird als Pflaume bezeichnet. Erstveröffentlichung von Prunus domestica, der Pflaume erfolgte 1753 durch Carl von Linné.


Es gibt sieben Unterarten:

Zwetschge - Prunus domestica subsp. domestica
Kriechen-Pflaume oder Hafer-Pflaume - Prunus domestica subsp. insititia
Halbzwetsche - Prunus domestica subsp. intermedia
Edel-Pflaume - Prunus domestica subsp. italica
Spilling - Prunus domestica subsp. pomariorum
Ziparte - Prunus domestica subsp. prisca und
Mirabelle - Prunus domestica subsp. syriaca


Über den Ursprung der Pflaume gibt es bisher nur Spekulationen, genauere Untersuchungen fehlen. Schon vor etwa 2.000 Jahren dichtete der Römer Marcus Valerius Martial: „Nimm Pflaumen für des Alters morsche Last, denn sie pflegen zu lösen den hartgespannten Bauch.“

Die Pflaumen wurden vermutlich durch Alexander den Großen nach seinen Kriegszügen mit in die Heimat gebracht. Als Zentrum des Pflaumenhandels etablierte sich Damaskus, und beim Begriff „Zwetschge“ könnte es sich um die Entlehnung und nachfolgende Angleichung von „Damaszener“ handeln, wie Sprachforscher vermuten. Dass Pflaumen und Zwetschgen systematisch in Mitteleuropa angebaut wurden, soll das Verdienst Karls des Großen gewesen sein.

Das Rezept.

Bei meinem Zwetschgendatschi verwende ich - wie erwähnt - einen Hefeteig, den ich mit etwa 100g geriebenen Mandeln herstellte. Die Zwetschgen schneide ich in kleinere Spalten und achte darauf, dass nicht zu reife Früchte den Teig nässen. Dieses Mal gab es noch Streusel obendrauf. Unter die Streuselmaße gab ich etwa 100 g Marzipan.

- bon appétit -

Und ein Hinweis in eigener Sache:

Kochen mit Esprit  - *klick - ein Interview mit Susann Till.


Habt es alle fein und ein wundervollen Sonntag,
wünscht

Heidrun

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Kommentare:

  1. Liebe Heidrun, Dein Zwetschgendatschi sieht fantastisch aus. Und dann auch noch in Sternenform! Das sieht besonders lecker aus.
    glg Susanne

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  2. Liebe Heidrun,
    deine Zwetschgendatschi sind richtig klasse!
    In die Sterne habe ich mich gleich verguckt, die hätten Lebensperlenzauber
    für mich!!!!
    Schade, dass ich sie nicht probieren kann...
    Sehr schönes Gedicht von Chr.Morgenstern!!!
    Hab einen schönen Sonntag und sei lieb gegrüßt
    von Monika*

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  3. Wieder was gelernt :-)), Dein Zwetschgendatschirezept hört sich verlockend an, leider back' ich für meinen Singlehaushalt so gut wie garnicht. Liebe Grüße, Christine

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  4. Also Zwetschgen sind meiner Meinung nicht zu verwechseln mit Pflaumen. Einen deutlichen Unterschied finde ich ist, die Pflaumen kommen schlecht vom Stein.
    Deinen Kuchen würde ich jetzt auch gerne probieren, habe mir soeben einen Kaffee geholt.
    L G Pia

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  5. woe, wie interessant. Deine Kekse sehen wunderbar aus!
    LG susa

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  6. Bitte ich hätt´auch gern ein Zwetschen-Datschi-Stern und eine leckere Tasse Tee dazu - hmmm, sieht sehr lecker aus und schmeckte bestimmt super köstlich...

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  7. Endlich kenne ich den Unterschied! Ich dachte immmer, Zwetschge ist der schwäbische Ausdruck für Pflaume!
    Das Rezept klingt auch sehr lecker.

    Ganz liebe Grüße und Danke für die Teilnahme bei Sunday Inspiration
    Ines

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...Danke für Deinen netten Kommentar!
Ich freue mich über Deinen Kommentar und antworte gern, sobald es zeitlich klappt...