17. Dezember 2015

16. Türchen...

...wird geöffnet und zeigt
den Blick in ein Foyer.

Ein vorweihnachtlicher Ausflug.

Der Besuch in Ichenhausen bei lieben Freunden. Der Ort idyllisch
gelegen und trotzdem noch nicht bewusst wahrgenommen,
war das erklärte Ziel am Samstag vorige Woche.

Es dauerte eine knappe halbe Stunde und wir trafen am
Haus der Freunde an.



Dann ging es zu Fuß durch die Stadt Ichenhausen...




Die Stadt liegt an der Günz und an der Mittelschwabenbahn von Günzburg über Krumbach
nach MindelheimDurch Ichenhausen führt die



Die Herren von Roth waren seit dem frühen 14. Jahrhundert
Lehnsherr des Ortes. Im Jahr 1406 erhielt
der Ort das Marktrecht.

1574 erwarben die Freiherren vom Stain von Rechtenstein
zu Niederstotzingen den Ort. Mit der Rheinbundakte 1806
kam der Ort zumKönigreich Bayern und wurde
1818 durch das Gemeindeedikt eine Patrimonialgemeinde,
die bis 1843 bestand. 1913 wurde Ichenhausen zur Stadt erhoben.


Seit Jahrhunderten lebten jüdische Familien im Ort,
die sich an der Straße nach Krumbach einen
eigenen jüdischen Friedhof einrichteten und in der
Vorderen Ostergasse 24 im Jahr 1687 eineSynagoge erbauten.

Diese wurde 1781 erneuert.

1933 waren 13 % der Einwohner jüdischen Bekenntnisses.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde das jüdische Gotteshaus
und der jüdische Friedhof am 10. November organisiert durch
die Günzburger NSDAP-Kreisleitung verwüstet. In einem Strafprozess
vor dem Landgericht Memmingen wurden 1948 deshalb sieben
Personen zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Quelle: Wikipedia




Doch wir wählten bewusst noch einen weiteren Umweg vorbei an
der Synagoge, deren Geschichte ebenfalls eng verbunden
ist mit Ichenhausen.






...zurück auf der Hauptstraße liefen wir dann in Richtung
Weihnachtsmarkt und zum Schulmuseum..

Die alte Schule.

Die Freunde führten uns durch die Straßen
dieses besonders reich an 
alten Häusern und interessanter, geschichtsträchtiger
Vergangenheit.




Wir beschlossen eine Führung zu machen bzw. an einem
Schulvortrag teilzunehmen, den Blick in die Vergangenheit
zu wagen.


Im Foyer zahlten wir den Eintritt.

...und dann konnte die Unterrichtsstunde beginnen.






Bärli und die Hausaufgaben

Wie bei Menschenkindern auch,
ist’s bei Bären nun mal Brauch
für das Leben tags zu lernen,
träumen darf man unter Sternen.

Bärli geht seit einem Jahr
in die Schule. Wunderbar
findet er, was man da macht,
viel gelernt wird und gelacht.

Schreiben, Rechnen, Malen, Lesen,
das gefällt dem Bärenwesen.
Und ihr Lehrer, Meister Brumm,
sorgt dafür, dass keiner dumm.

Wenn die Schule mittags aus,
läuft auch Bärli froh nach Haus.
Nach dem Essen geht’s zum Spiel,
denn Bewegung brauchen viel
alle Kinder, auch die Bären.

Mutter lässt ihn nun gewähren.
Mag er seine Freude haben.
Aber auch die Hausaufgaben
soll der Bärli bald noch machen.

Dem vergeht da schnell das Lachen,
möchte gern nur draußen bleiben,
statt zu Haus zu rechnen, schreiben.

Mutter zwar, erklärt ihm richtig,
dass die Übung sei sehr wichtig.
Aber Bärli glaubt das nicht,
ist ein fauler Bärenwicht.

Oft hat er nun, statt zu üben,
sich im Freien rumgetrieben,
denn es macht ihm viel mehr Spaß
mit Freund Brumm im frischen Gras
Raufen, Fangen, Ball zu spielen,
statt ins Schulbuch rein zu schielen.

Bald jedoch ergibt sich dann,
dass er manches nicht mehr kann.
Was er glaubte schon gelernt,
hat sich aus dem Kopf entfernt.

Eines Tages nämlich wollte,
weil der alte nicht mehr rollte,
er ‘nen neuen Ball sich kaufen,
musste drum zum Kaufhaus laufen.

5 Euro hielt er in der Hand,
gab sie dem Kaufmann, der befand:
„2 Euro kostet dieser Ball,
du kriegst zurück auf jeden Fall
2 Euro, hast mir 5 gegeben.
Viel Spaß beim Spielen, muss mal eben
nach vorne geh’n, da kommen Kunden!“

Der Bärli ward schnell abgefunden,
lief dann mit seinem Ball nach Haus,
kam an, sehr fröhlich sah er aus;
traf Bruder Brummel, sprach voll Glück:
„2 Euro gab er mir zurück!“

„Ach , Bärli, rechnen solltest du !
Da fehlt 1 Euro noch dazu.
Jeder weiß 5 – 2
Das ist und bleibt noch immer 3!“

Da war der Bärli doch verdutzt,
ihm schien’s , dass Üben doch was nutzt.

Seither macht er erst Hausaufgaben,
um dann zum Spiel noch Zeit zu haben.

© Ingrid Herta Drewing, 2013



Dankeschön, liebe Lyrikfreundin für dieses
märchenhaft schöne Gedicht.

Der Titel ist wieder auf die Webseite von Dichterei verlinkt,
dort findet man weitere herrliche Gedichte!








...und ich sende herzliche Grüße in den Äther

Heidrun


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so viele Spams auf jeden Post in der Mailbox landen.



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Kommentare:

  1. Ich liebe solche Orte und wenn es dann noch soviel zu erzählen gib. Sei es alleine von Gebäuden oder auch so liebevoll gestaltete Museen wie auch die alte Schule. Dabei muss ich dann immer an die Waltons oder die kleine Farm denken oder auch die Lausbubengeschichten der alten deutschen Filme mit Hansi oder Peter Alexander. Ich mag sowas, mochte ich aber auch schon früher.

    Liebe Grüssle

    N☼va

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  2. What a wonderful posting!! I just love those small Bavarian towns and the Fachwerkhäuser. I had not heard of Ichenhausen before...the fate of the Jewish residents was tragic and all too common back then. It is disturbing to see the reemergence of antisemitism throughout Europe.
    On a happier note, what a delightful image of the Weihnachtsbaum surrounded by allerlei bunte Sachen und Tierchen. Finally, the poem about Bärli is simply wunderbar.
    Schönes Wochenende, Stan

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