31. Oktober 2015

Zitat im Bild...

...am Samstag, eine sehr gerne besuchte Aktion,
ein sehr schönes Projekt von Nova. 


Nachbarn gestern und heute, weil...

Weil es mich bewegt.
Die Geschichte ist schnell erzählt. Sie dreht sich um unsere kurze Straße.
Hier wohnen wir seit etwa zwölf Jahren. Schräg, sehr schräg gegenüber
steht ein kleineres Wohnhaus mit drei Parteien.

Früher lebte der Eigentümer dieses Komplexes, Herr W. noch in der
Erdgeschosswohnung. Er starb vor wenigen Jahren. Inzwischen
wohnen dort Leute in der Parterrewohnung, die lautstark
sind, nicht grüßen können und meinem Mann, der seitlich
auf der Straße das Motorrad vorübergehend parkte auch
schon einmal anpöbelten, dass dies "ihr" Parkplatz wäre,
er müsse wegfahren - auf einer öffentlichen Straße.

Man muss wissen, dass die Parterrewohnung dieser unmöglichen
Leute über eine Garage
mit Vorplatz verfügt.

 
Mein  herbstlicher  Blumengruß  für alle Blogfreunde.




Im ersten Stock lebten ein iranisches Ehepaar mit zwei Kindern.
Man grüßte sich, man nahm sich gegenseitig die
Postpakete in Abwesenheit entgegen.
Es war ein gutes Neben- und Miteinander.

Die Iranerin rettete Herrn W. seinerzeit das Leben!
Der Fernseher von Herrn W. war implodiert gewesen,
es brannte das Wohnzimmer... Und er weigerte sich die
Wohnung zu verlassen, er versuchte verzweifelt
das Feuer zu löschen, das sich inzwischen mit starker
Rauchentwicklung mehr und mehr ausbreitete.
Die Iranerin zehrte ihn schließlich hinaus.



Drei Löschzüge standen in der kurzen Straße.

Wir, nichtsahnend, kamen von unterwegs nach Hause
und konnten nicht einmal vor unsere Garage fahren,
die gesamte Straße war blockiert: Die Nachbarn rannten herum,
sprachen ängstlich verschreckt in Gruppen zusammenstehend,
Rauchschwaden quollen aus den geborstenen Fenstern der
Unglücksstelle, ein Hund bellte wie verrückt, ein Sanitätswagen
versorgte den Herrn W. wegen einer möglichen Rauchvergiftung,
die Feuerwehrleute waren geschäftig mit Äxten, Schläuchen und
Decken zugange.



Und letzte Woche zogen die netten Iraner aus.

Ein anderer netter Nachbar, die Familie wohnt direkt gegenüber
von uns, half noch beim Packen, stellte seinen
Anhänger zur Verfügung.








Wir wissen nicht den wahren Grund, warum diese Familie
jetzt ausgerechnet mitten in der Schulzeit auszog,
wir stellten uns jedoch eine Möglichkeit vor,
nämlich dass sie sich nicht mehr wohlfühlten!














Lärmbelästigung

Mietwohnung,
hellhörige Bleibe,
jeder Schritt hörbar,
die Nachbarn zu nahe,
Enge.

Klavier,
ständig Etüden!
Du hörst mit.
Jetzt kommt der Fehler!
Missgriff

Dröhnen
Lautstarkes Vibrieren,
Rotieren der Waschmaschine.
Es zittern die Wände.
Belästigung

Endlich!
Lärm beendet!
Aufatmen darfst du,
wohltuend empfindest du sie,
Stille

Ingrid Herta Drewing, 2010
Dankeschön, liebe Lyrikfreundin für diese
hochaktuellen Gedanken im Vers.


Der Titel ist wieder auf die Webseite von Dichterei verlinkt,
dort findet man weitere herrliche Gedichte!

Habt es alle fein, und ein schönes Herbstwochenende,




wünscht Euch

Heidrun

Die Kommentare werden weiterhin von mir moderiert, da leider
so viele Spams auf jeden Post in der Mailbox landen.
NOTE  ― My Memes

Kommentare:

  1. Ach liebe Heidrun, daran habe ich auch sofort gedacht als du vom Auszug geschrieben hast. Sowas finde ich immer sehr traurig und dagegen hilft eigentlich nur das der Eigentümer ihm mal wirklich schlimme Leute mit ins Haus setzt oder es androht. Sowas kann einem Mieter nämlich wirklich alles vermiesen, denn wenn er euch schon so dumm von der Seite anmacht dann möchte ich nicht wissen wie es innerhalb des Hauses zugeht.

    Kenne sowas übrigens auch noch aus D. Eine Eigentumswohnung meiner Eltern wurde nach einem Umzug von mir (in D.) auch wieder vermietet. Im Haus (auch drei Parteien/je ein Eigentümer) gab es unten einen Eigentümer der sich ständig mit Mietern anlegte. Mich als Tochter des Eigentümers lies er erst in Ruhe, als ich allerdings den Mietern in der Mitte zur Seite stand wollte er es auch mit mir versuchen...(nicht geschafft). Jedenfalls gab es in der Mitte einen ständigen Wechesel wegen ihm und auch nachdem meine Eltern "fremdvermietet" hatten ging es mit zwei Mietern so weiter....rein-raus---wegen ihm Tja, da ist mein Vater zu ihm und hat ganz klar gesagt: "Wenn du jetzt nicht damit aufhörst dann vermiete ich an die Stadt, die können dann da eine Familie mit vielen Kindern reinsetzen"

    Tja, was soll ich sagen, es hat gehofen, die jetzigen Mieter sind dort schon über zwanzig Jahre^^, allerdings der Opa auch schon seit guten 10 Jahren verstorben.

    Boa, abgeschweift....aber egal. Ist mir sofort einfallen als ich auch das Zitat im Bild gelesen habe. So ist es nämlich wirklich. Da werden liebe Menschen vergrault nur weil vielleicht die Nationalität nicht passt :-((( Freue mich dass du heute auch wieder mitgemacht hast und danke dir für das schöne Zitat im Bild.

    Hab ein wundervolles Wochenende und ganz herzliche Grüsse
    N☼va

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    1. Nachdem der alte Mann verstarb, wissen wir nichts genaueres über die Eigentumsverhältnisse. Und was Du schreibst ist ebenfalls mehr als heftig!!! Auf der anderen Seite gab es in München gerade auch wie ich es erlebte, ganz unterschiedliche Nachbarn: Eine alte liebe, liebe Dame die fast jeden Tag auf meine damalige Mieze mit Namen "Karli", so richtig bairisch eben, aufpasste. Und auch Ekelpakete...

      Bin immer gerne bei der Aktion dabei <3 liebe Nova!

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  2. Liebe Heidrun,

    das sind keine schönen Erlebnisse.
    So ist das Leben.

    Sonnige Grüße
    Elisabeth

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    1. Ja, es stimmt, liebe Elisabeth.... Und trotzdem muss ich darüber schreiben.
      Liebe Grüße an Dich <3

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  3. ...wenn "Nebeneinander" kein "Miteinander" mehr gelebt werden kann, dann ist die Lebensqualität "ausgesperrt" - schade, dass es auch in diesem Fall (wahrscheinlich) so weit kommen musste !!
    Schönes Wochenende,
    Luis

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    1. So sehe ich das auch.... Gerade in einer so kurzen Straße, da jeder jeden kennt. Ich muss wirklich nicht mit allen eng befreundet sein, dennoch sind Freundlichkeit, Höflichkeit und Toleranz mir wichtig zu jedermann.
      Herzliche Grüße zurück

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  4. Erst einmal danke für Deine schönen Herbstbilder!
    Das Zitat im Bild passt zu Deiner kleinen Nachbarschaftsgeschichte. In unserer Straße ist alles OK, aber neben uns wohnt ein Nachbar, das ist ein Muffelkopp seit er pensioniert und geschieden ist. Ob es daran liegt? Er war schon immer so. Nachbarn kann man sich nicht aussuchen.Schade, wenn die netten gehen oder weggeekelt werden.
    Liebste Grüße, Klärchen
    P.S. die Fädchen habe ich gleich gezogen....lach

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    1. Gerne, liebes Klärchen... Es bezaubert mich jedesmal wieder, wenn ich diese Stimmung sehe, dann versuche ich es festzuhalten.
      Einen Muffel an der nachbarlichen Seite, ja das kann ebenfalls herunter ziehen. Was kostet ein Lächeln?!

      Und ich sende einen sonnigen Gruß in Deine Richtung

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  5. Das ist ein so passendes Zitat zu dem was Du da geschrieben hast. Ich hatte auch eine zeitlang einen schlimmen Nachbarn - und bin so froh jetzt eine nette und ruhige Nachbarschaft zu haben. Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende, Liz

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    1. Sei glücklich darüber... Wie schön, nette Nachbarn an der Seite zu haben.
      Liebe Grüße zurück

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  6. Mich hat dein Beitrag sehr berührt. Wundervoll geschrieben und in Szene gesetzt, ich finde ihn trotz aller trauer darin sehr schön. Danke, dass du ihn mit uns teilst. Danke, dass du zum nachdenken anregst. Nein so muss Leben keineswegs sein, auch nicht wenn die Gleichgültigkeit versuch die Oberhand zu gewinnen.
    Ein gesegnetes Wochenende und liebe Grüße zu dir von einer sehr nachdenklichen Celine

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    1. Dankeschön für Deine reizenden Worte! Und ganz liebe Grüße zurück

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  7. sowas macht echt keinen Spaß, wünsche ein gutes Wochenende

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    1. Ja, das stimmt!! Und auch Dir herzliche Grüße zurück

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  8. Oh, oh da sprichst du heute ein ganz schlimmes Kapitel des menschlichen Miteinanders an. Solche Erfahrungen wünscht man niemandem, sie sind überflüssig wie ein Kropf. Dabei wäre es doch mit etwas Verständnis und Toleranz möglich gut nebeneinander zu leben, es muss ja nicht unbedingt ein miteinander leben sein.
    Vor unserem Haus sind zwischen zwei Blumenbeeten mit Baum auch zwei Parkbuchten. Da sie nicht zu unserem Grundstück gehören sind sie öffentlich und dort darf JEDER parken. Wir haben kein Anwohnerrecht auf diese Parkplätze.

    Liebe Wochenendgrüße
    Arti

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    1. Komisch sind manche Leute... Meine Lieblingsnachbarin, die ich heute sehr vermisse, sie verstarb mit 96 Jahren, war eine Urmünchnerin, sagte immer kopfwackelnd, wenn ich ihr derartiges erzählte... und ich war zu der Zeit jeden Tag bei ihr, da sie als Tagesmutter für meine Katze da war: "Der Herrgott hod an großn Tiergardn"...

      Liebe Grüße zurück

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  9. ..und das wo jeder jeden kennt, wie gehässig menschen doch sein können...dein blumengruß hat es mir sehr angetan, so ein schönes bild, hach ich bin begeistert.
    herzlichst AnnA

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  10. den ausspruch hatte ich glatt vergessen aber er trifft den nagel auf den kopf.
    ich bin froh das wir so friedlich leben, was ich dir auch von herzen wünsche
    LG

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  11. Dein Zitat spricht mich sehr an, haben wir doch viel Ärger mit unseren Mietern...da könnte ich ziemlich viel aufzählen. Momentan ist mal Ruhe, aber da kommt immer mal wieder etwas :-(

    Liebe Grüße von Mathilda ♥

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  12. As always, beautiful photos Heidrun! thank you for sharing with us at Photo Friday!

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  13. Traurig aber Wahr, dein Zitat ! Nur schlimm ist es, wenn deswegen Menschen sich einen anderen Ort suchen müssen. Schlimmer noch, wenn sie Schaden nehmen.
    Dein Bild mit der Tür passt so schon zu dem Zitat.


    Einen schönen Sonntag wünscht dir
    Paula

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  14. Liebe Heidrun, ich war unterwegs, aber nun ist Dein Päckchen ausgepackt und ich freue mich von Herzen über den wunderschönen Gewinn. In meinem nächsten Post werde ich ihn zeigen, ich habe mich so sehr gefreut. Einen ganz grossen Dank und einen ganz lieben Gruss zu Dir,
    Susanne

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  15. Ja, ja...die lieben Nachbarn....
    schöne Herbstbilder, liebe Heidrun!

    Liebe Grüße, Gabi

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  16. Liebe Heidrun,

    leider gibt es diese Situationen immer wieder wo sich Nachbarn nicht verstehen.
    Ich musste dies selber auch schon erfahren, aber das weil unser unterer Nachbar so gar keinen Laut ertragten konnt und wollte. Doch wie geht das mit damals 2 Kinder. Dauernd musste ich sie ermahnen leise zu sein...nicht schreien...nicht rennen...nicht hüpfen...nicht laut weinen...usw. Sobald es ihm zu laut wurde hat er mit dem Besen an seine Decke geklopft.
    Wir waren mehr als froh dort ausziehen und in eine andere Wohnung Parterre einziehen zu können.
    Schöne Bilder!

    Liebe Grüessli
    Julia

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...Danke für Deine netten Worte!
Ich freue mich über Deinen Kommentar und antworte gern, sobald es zeitlich klappt...