12. September 2015

Das Staudenhaus #2

Gesagtes und ehemals getanes...




Das Sprichwort ist schon uralt: lt. Wander 1867 bis 1880,
und soll durch eine Anekdote des römischen Schriftstellers Plinius
 angeregt worden sein.

Es wird vom berühmten griechischen Maler Apelles zur Regierungszeit
Alexanders des Großen berichtet. Dieser soll sich hinter seine Bilder versteckt haben,
um den Kommentaren der Betrachter zu lauschen.

Als einmal ein Schuster vor einem Bild bemängelte, der gemalte Schuh habe
eine Öse zu wenig, soll Apelles dies korrigiert haben.
Als daraufhin der Schuster auch noch den gemalten Schenkel kritisiert
habe, soll Apelles entgegnet haben: "Was über dem Schuh ist, muss
der Schuster nicht beurteilen.

Wiktionary



 Hier im ersten Stock, rechts auf dem Flur in einer Ecke hatte ein Schuster
seinen Arbeitsbereich und entsprechende Leisten, Ahlen, Leder, Schuhspanner
und feines Werkzeug, was zur Schuhherstellung oder Reparatur vonnöten war.





 Zitat im Bild...

...am Samstag obligatorisch, eine gerne besuchte Aktion,
ein sehr schönes Projekt von Nova .





Wer in die Werkstaette gehört, gehoert nicht ins Büreau und...
 ›Schuster bleibe bei Deinem Leisten!‹
Verfasser unbekannt

Quelle: Aachener Kritische Revue, 1893



MMMM
"Schuster, bleib' bei deinen Leisten!"
Gaius Secundus Plinius der Ältere
MMMM
(23 oder 24 - 79), römischer Offizier, Flottenkommandant und Schriftsteller
MMMM

MMMM
  MMMM

Känguru kauft Schuh

In Australiens Steppen-Land
Hoppeldei Dukaten fand,
die Seeräuber da verloren.
„Ei”, sprach er, “das trifft sich fein,
jetzt werd’ ich mich kleiden ein,
chic bis zu den Ohren!“
MMMM
Hoppeldei, das Känguru,
suchte lang schon für sich Schuh,
damit weite Sprünge
über Dornenhecken,
heißen Sandes Strecken
sollten ihm gelingen.
MMMM
Kam nach Sydney in den Laden,
wo schon viele Leute baten
dass man ihnen was verkaufe.
Als sie Hoppeldei dort sahen,
riefen sie, er sollt’ nicht nahen,
und begannen fortzulaufen.
MMMM
Die Verkäuferin Mathilde
sah belustigt zu dem Bilde,
wie die Kunden sich benommen.
Höflich sie sich nicht beklagte,
ging zu Hoppeldei und fragte,
was er wünsche zu bekommen.
MMMM
Nett fand Hoppeldei die Grüße,
zeigte seine langen Füße,
sagt’, er brauche Schuhe.
Schade, meint’ Mathilde, ja
in der Größe sei nichts da;
sie mache kein Geschmue.
MMMM
Doch gebe es den Sattler Nick,
der wirke wohl mit viel Geschick;
das wisse hier auch jeder.
Sie werde ihn nach Schuhen fragen
für Hoppeldei, in paar Tagen
hätt’ er ein Paar aus Leder.
MMMM
Jedoch, man dürfe nicht vergessen
jetzt seine Füße auszumessen,
was sie sorgfältig taten.
Mathilde fragte noch nach Geld,
und Hoppeldei, ganz Mann von Welt,
der gab ihr zehn Dukaten.
MMMM
Und in der Tat, drei Tage später
trug’ Hoppeldei schon Schuh aus Leder,
flaniert’ auf Sydneys Straßen.
MMMM
Denkt ihr, dass das gelogen ist,
nur einer Zeitungsente Mist,
die im April wir lasen?
MMMM
Ich weiß es nicht, war nicht dabei,
doch fänd’ ich’s schön, wenn Hoppeldei
sich könnte kaufen Schuhe,
wenn Menschen wären wie Mathilde
humorvoll, freundlich,blieben milde
und machten kein Getue!
MMMM
© Ingrid Herta Drewing, 2014
MMMM

Dankeschön, liebe Lyrikfreundin für dieses lustige Gedicht.

  Der Titel ist wieder auf die Webseite von Dichterei verlinkt, dort findet man weitere herrliche Gedichte!
MMMM
 MMMM
Und ich gehe nun in den nächsten Raum 
 MMMM

// Outdoor Wednesday

and
// Wednesday around the world


Habt es alle fein, und ein hoffentlich schönes Wochenende

wünscht Euch

Heidrun

Die Kommentare werden weiterhin von mir moderiert, da leider
so viele Spams auf jeden Post in der Mailbox landen.

Kommentare:

  1. Auch dein zweiter Teil vom Staudenhaus gefällt mir wieder sehr gut...ich denke bei den Leisten wäre mir genau DER Spruch auch eingefallen, er passt einfach 100% zu deinem Bild. Vielen Dank auch für die Erklärungen.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Arti

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  2. Liebe Heidrun,

    du erfreust mich wieder mit deinem schönen Post.
    Sonnige Grüße
    Elisabeth

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  3. Hallo Heidrun,
    das ist ein sehr schöner Beitrag mit ausgesprochen interessanten Fotos. Das Gedicht ist ja herrlich. Das kannte ich noch nicht.
    Herzliche Grüße
    Elke
    _____________________________
    mainzauber.de

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  4. Hallo liebe Heidrun,
    na das Zitat passt doch wie die Faust auf's Auge :-)
    Leider gibt es nur noch sehr wenige Schuster. Heute kaufen sich die jungen Leute eher neue Schuhe, als dass sie sie zum Schuster bringen.
    Ein sehr schönes Gedicht hast Du dazu noch ausgesucht.

    Liebe Grüße
    Biggi

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  5. Liebe Heidrun,

    Dein Beitrag ist einfach wieder herrlich. Bei Deinen schönen Bildern wäre mir wahrscheinlich auch sofort der Spruch eingefallen. Er passt einfach ganz perfekt. Dank Deiner ausführlichen Erklärung, weiß ich nun auch, welchen Ursprung dieser Spruch hat. Das Gedicht gefällt mir richtig gut.

    Liebe Grüße
    Jutta

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  6. Sooo alt ist der Spruch? Hätte ich nicht gedacht.
    Aber das Gedicht ist zauberhaft.
    Deine Fotos passen super zu der ganzen Aktion.
    Liebe Grüße Bärbel

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  7. Oh liebe Heidrun...du kannst dir nicht vorstellen wie du mich gerade in meine Kindheit zurückversetzt hast^^ So ist meine Mum ja gebürtige Österreicherin und meine Oma und mein Opi lebten dort. Mein Opi war Schumachermeister, hatte eine eigene Werkstatt unten im Haus und ich habe es als Kind geliebt (wenn wir dort waren) bei ihm zu sitzen, ihm zuzuschauen, seinen Erzählungen zu lauschen usw. ff. All dies hier in deinen Post hat mich gerade an diese Momente erinnert...und bei dem Gedicht konnte man mich grinsen sehen (kennst ja meine Fantasie und was für Bilder ich vor Augen hatte).

    Wie passend dann das Zitat ins Bild eingefügt, einfach nur klasse und ich danke dir vielmals dafür♥

    Hab noch einen wundervollen Sonntag und liebe Grüsse

    N☼va

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    1. Welch' ein Zufall! Ich kann es mir lebhaft vorstellen, wie Du als Kind die Werkstatt genossen haben musst. Ich habe auch das meiste von meinem Großvater, der einst Grafiker war, gelernt! Gelt, das vergisst man nie .... ;)

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  8. Liebe Heidrun, ich musste grad schmunzeln, denn so ganz geht Kritik an niemandem vorrüber. Lustig aber, wie der Künstler gekontert hat.
    Danke für Deinen schönen Post und ganz liebe Grüsse zu Dir,
    Susanne

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    1. So entwickelte sich diese Anekdote... Heute nennt man es "sich outen ", was früher manch einer verborgen hielt!
      Herzliche Grüße zurück

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  9. ein wunderbarer post, so schön bebildert wie schon teil 1 :-)
    einen gemütlichen sonntagabend wünsch ich dir
    lg anja

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  10. Guten Morgen, liebe Heidrun,
    danek für den wunderschönen 2. Teil aus dem Staudenhaus!
    Das Känguruh-Gedicht ist ja einfach allerliebst, danke auch dafür!
    Ich geniesse jeden Deiner Posts so sehr!
    Ich wünsche Dir einen guten Start in eine schöne Spätsommerwoche!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  11. Liebe Heidrun,
    was für ein lustiges Gedicht. :-)
    Ich bin gelernte Schuhverkäuferin. Damals musste ich viel über Leder lernen und hatte natürlich schon Leisten in meinen Händen.
    Der Schuster früher hatte mit seinem Beruf sicherlich ein mehr oder weniger gutes Einkommen. Je nach dem wie schön er verarbeitete und wie schnell er war.
    Tolle Bilder und das Zitat im Bild hast du herrlich passend umsetzen können. :-)

    Alles Liebe
    Julia

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    1. Das ist doch ein witziger Zufall! Das freut mich jetzt sehr, dieses Detail von Dir zu lesen.... :). Und Dankeschön für Deinen netten Kommentar!

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  12. Nice photos.
    Please come visit http://image-in-ing.blogspot.com/2015/09/nighttime-paddle-on-jordan-lake.html to share your shots and see what some other great photographers have been up to!

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  13. I really enjoyed seeing the items published on your blog this week.
    JM, IL-U.S.A.

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  14. Very interesting, I love getting a taste of history.

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...Danke für Deinen netten Kommentar!
Ich freue mich über Deinen Kommentar und antworte gern, sobald es zeitlich klappt...