Monatsrückblick

Mein Februar genau betrachtet...

...meine Devise lautete aktiv aufblühen, nach den dunklen kalten Tagen im Januar und im Dezember
mit erinnerungswürdigen Unternehmungen. Tatsächlich reihten sich bemerkenswerte Termine, die
mir lange noch im Gedächtnis bleiben werden. Und leider ist neben zahlreichen Geburtstagen auch
der Abschied vom Onkel meines Mannes zu betrauern, dessen Beisetzung gestern am 28. Februar stattfand.

Darüberhinaus möchte ich Dir den Monat näher bringen.




Die letzte Woche des Monats ruft nach dem Monatsrückblick und ich drücke
Gedanken und Gefühle in Worten mit Bildern aus:

Das [emp]fand ich im Februar!

Es wird wieder Zeit für den üblichen Blick über die Schulter,
zeitlich nach hinten, dem Monatsrückblick  bei Birgittum im Zeitraffer
sprich Collage - nochmals den zusammengefassten Monat Revue passieren zu lassen.




Der Februar

Beispielsweise wurde unter Kaiser Commodus der Februar in Invictus
umbenannt, was so viel wie unbesiegbar/ unbezwingbar bedeutet.
Nach dem Tod des Kaisers erhielt der Monat allerdings seinen alten Namen
wieder zurück. Der uralte deutsche Name für den Februar ist Hornung, da der
reife Rothirsch in dieser Zeit die Stangen seines Geweihes abwirft und beginnt,
ein neues Geweih zu schieben.

Weniger hübsch besagt eine andere Theorie, dass Hornung „der im
Winkel/Geheimen gezeugte Bastard“ bedeutet, da er in der Anzahl der
Tage zu kurz kommt. Im Elsass wird dieser Monat heute noch so bezeichnet.

Auch im Pennsylvaniadeutsch ist übrigens der alte Monatsname als
Hanning erhalten geblieben.

Wusstest Du, dass der Februar auch als Weibermonat bekannt ist?

Es rankt sich altes Brauchtum um diesen noch winterlichen Abschnitt im Jahr.

Es stellt sich mir die rätselhafte Frage, warum der Weltfrauentag dann auf den
8. März gelegt wurde. Aber, ich muss ja nicht alles verstehen.
Der Frauenmonat bezieht sich weniger bis gar nicht auf den dieser Tage
verankerten Valentinstag!

Nein, es ist der natürliche Lauf der Dinge, die Ahnung des Frühjahrs und der
Fruchtbarkeit. Es ist eine Zeit der Vergnügtheit und der Liebe: Neben dem
erwähnten Valentinstag sind es am 22. des Monats, da angeblich die Vögel
heiraten. Entsprechend sind in Folge die Fastnachtsbräuche zu betrachten.
Sie wollen selbstredend den Winter austreiben und Wachstum fördern: vor
allem Frauen mit gemeinschaftlichen Festen stärken. Im Februar geben die
Frauen den Ton an und nach nordischen Glauben sogar über das Wetter
Einfluss nehmen - was heidnisch anmutet. Später im erblühenden
Christentum legte sich die Prägung dieses Monats durch Frauen.

Doch merkwürdigerweise häufen sich auf frappierende Weise die
Feiertag mit überwiegend weiblichen Heiligenfiguren.

Im Rheinland und in den Niederlanden verwendete man früher für den
Februar die Bezeichnung Sporkel, Spörkel bzw. Spürkel. Dieser Ausdruck
leitet sich vom lateinischen Begriff Spurcalia her, mit dem im Mittelalter
von der Kirche die vom Volk gefeierten "sittenlose Feste" in der Karnevalszeit
bezeichnet wurden.

Auch die Bezeichnung Narrenmond rührt daher, dass in dieser Zeit die alten
Vorfrühlings- und Fruchtbarkeitsrituale abgehalten wurden, um die Dämonen
des Winters zu vertreiben. Unter dem Einfluss der Christianisierung wurden
diese ausgelassenen Feierlichkeiten als Fastnacht (Fassenacht, Fasnet) oder
Fasching auf die Tage vor dem Aschermittwoch beschränkt, so dass diese
Narrenzeit (meistens) im Februar endet.



Auf der Spur der strengen Schönen
Schreitet Februar einher,
Sanfter, milder von Gebärden,
Ohne Winterschutz und Wehr.

Ihre schönen, ernsten Augen,
Die voll Sehnsucht vorwärts schau'n,
Seh'n schon hinter Regenwolken
Ahnungsvoll den Himmel blau'n.

Horch, am Boden leises Regen!
Unter ihrem nackten Fuß
Sprießt Schneeglöckchen aus der Erde,
Frühlings erster Botengruß. –

Wenn im bunten Fastnachtstrubel,
Du die Gegenwart vergißt,
Wisse, daß Natur da draußen
Unentwegt am Werke ist.

Doch die hohe Frau im Schleier,
Die den Frühling herbestellt,
Räumt bescheiden ihrer Schwester
Vor der Zeit das Arbeitsfeld.

Helene Krüger
1861 - um 1940, deutsche Dichterin
Quelle: Braunschweig (Hg.), Goldene Garben. Ein Brevier für Frauen und Jungfrauen. M. von Braunschweig, Stroefer's Kunstverlag, Nürnberg 1907


Habt es fein & ein angenehmen Ausklang dieser Woche

Heidrun

Kommentare

  1. Liebe Heidrun, wer da hinter der Maske steckt, das weiss ich. Du hast aber fleißig über den Februar recherchiert, wusste nicht das es soviel über ihn zu sagen gibt. Ein Monat der die Frauen würdigt!?
    Das der Hirsch sein Geweih abgibt war mir auch nicht so bewusst, oder ich habe es nicht wahrgenommen. Das Gedicht stimmt auf den Frühling ein. Nun muss ich auch mal schauen, das ich ihn bald locke, aber im Märzen der Bauer die Röslein anspannt...mal sehen ob es stürmt nächste Woche.
    Diese Woche war ich gesundheitlich ziemlich angeschlagen und so entspringt meiner Feder noch nichts so recht, aber es wird.Die Muse küsst schon ab und an, jedenfalls im Bild.

    Eh ich es vergesse, das neue Outfit vom Blog gefällt mir!
    Liebste Grüsse zum Samstag und lasse Dich nicht unterkriegen, herzlichst Klärchen

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    1. Dankeschön, liebes Klärchen, zunächst für Deine lieben Worte und Anerkennung! Du hast durchaus recht, es zu hinterfragen, ob die Frauen in einem besonderen Monat gewürdigt werden sollen - schließlich funktionieren wir an dreihundertfünfundsechzig Tagen im Jahr. Aber, wie ausgeführt ist der Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit zu sehen.

      Bedauerlicherweise geht’s Dir nicht so gut und ich wünsche Dir gute Besserung. Schau auf Dich! Vielleicht sollte sich das doch ein Arzt ansehen, was Du mir zuletzt erzählt hast... alles Gute für Dich!
      ...ich sende liebe Grüßle zurück

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  2. ...der Februar ist zwar vorbei, liebe Heidrun,
    aber Fasnachtstrubel habe ich gerade...leider...hier am Haus geht der örtliche Umzug vorbei, wie jedes Jahr am Fasnachtssamstag...ich brauche das nicht, denn mit dem ursprünglichen Winteraustreiben der alemannischen Fasnacht hat das nicht mehr viel zu tun...nachher kann ich dann die Schnapsfläschchen aus dem Vorgarten sammeln und das Konfetti wird uns in den nächsten Wochen noch begleiten...da freue ich mich doch lieber über deine schöne Collage und werde mal ein bisschen zurück lesen, was sich hinter den einzelnen Bildern verbirgt...mal sehen, ob ich das finde, dann irgendwie sieht es hier auf deinem Blog ganz anders aus...

    wünsche dir einen guten Start in den März,
    liebe Grüße Birgitt

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  3. Deine Poesie tut dem Februar gut ...und auch mir!!!

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  4. Liebe Heidrun,
    danke für den schönen Februarrückblick und das sehr schöne Gedicht!
    Ich wünsche Dir einen schönen und freundlichen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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  5. sehr interessant was du da über den Februar zusammen getragen hast
    und uns mitgebracht hast
    ja.. so maches Brauchtum "verflacht" irgendwann und der Sinn geht verloren

    ein schönes Gedicht über den Februar

    liebe Grüße
    Rosi

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